Wenn die Bahn baut, verwandeln sich deutsche Innenstädte mit erschütternder Regelmäßigkeit in Mondlandschaften. Vorgemacht hat es Stuttgart, wo sich „S 31“ so tief in den Anhydrit gefressen hat, dass sich der Reisende fragt, ob es nicht leichter gewesen wäre, die Stadt unter die Erde zu verlegen und den Bahnhof oben zu lassen. Da lässt sich München nicht lumpen: Bevor bei der Zweiten Stammstrecke überhaupt etwas passiert, ist das Bahnhofsgebäude schon abgerissen, und der Reisende zwängt sich durch Bretterverschläge und Engstellen. Wann das alles fertig wird? Es hat ja noch nicht einmal richtig angefangen. Auf der Suche nach der Stadt folgt der Reisende Münchens Via Dolorosa, gesäumt von Benkos Ruinen vom Hertie bis fast zum Marienplatz: Bauzäune, Fassadengerippe, Urban Blues. Wie es so weit kommen konnte, leuchtet Bernadette Felsch aus. Das Bahnhofsviertel ist ein Hotspot: Obdachlosigkeit, Drogen, Gewalt. Wie es wieder zum angstfreien Raum wird, beschreibt Sebastian Groth. Hotspot ist das Viertel auch wörtlich, als Hitzeinsel in Rekordsommern wie dem diesjährigen – was dort kühlt, verrät Elisabeth Kornell. Und Matthias Ottmann führt Sie durch Münchens neues Central Quartier.

 

Editorial Michael Schneider

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Bildquellen:

  • Standpunkte_10-11-12_2026_Bahnhofsviertel_COVER: Münchner Forum: Foto Jan Czeczotka / Wikimedia Commons
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