Standpunkte 6.2018: Europäisches Kulturerbejahr – was bedeutet das für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„sharing heritage“, ‚das Erbe teilen‘ lautet das Motto des diesjährigen „Europäischen Kulturerbe-Jahres“ – teilen mit den Mit-Menschen, auch mit jenen aus früheren und der nachfolgenden
Generationen. Wir haben dies als Anlass fürs Schwerpunktthema unserer Standpunkte genommen. „Menschen brauchen Zeit, um mit Städten und ihrer Architektur vertraut und gemeinsam leben zu können. Architektur- und Stadtplanung muss deshalb Veränderung und Kontinuität, Funktionen und Emotionen im Respekt vor der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner miteinander verknüpfen“, schreibt der Architekt und Stadtplaner Gerhart Laage. Doch wer mit Immobilien zweistellige Renditen erzielen will, kann sich Respekt nicht leisten. Respektlosigkeit dominiert: identitätsstiftende gebaute Umwelt wird abgeräumt oder zur geschichts-entkernten baulichen Kulisse fürs Wohnen, Arbeiten und Entspannen eines zahlungskräftigen Publikums umgemodelt. Beispiele bietet München zuhauf: Sailerstraße, Uhrmacherhäusl, Alter Hof, Residenzpost, Derzbachhof, Alte Akademie und vieles mehr. In diesem Heft kommen Bürgerinnen und Bürger zu Wort, die sich in ihren Quartieren für den Erhalt der von ihnen bewohnten Häuser und ihres Wohnumfelds einsetzen. Überall in der Stadt ist bezahlbarer Wohnraum bedroht, wird der Zusammenhalt gewachsener Nachbarschaften aufgekündigt. Wo Politik und Verwaltung sich zu Sekundanten der Immobilienverwertung degradieren lassen, nehmen Bürgerinnen und Bürger ihre  Angelegenheiten selbst in die Hand. Und schließen sich mit anderen Initiativen zusammen. Weil sie hautnah erfahren, dass nur ein Initiativen-übergreifendes gemeinsames Handeln eine hinreichende Gegenwehr entstehen lässt.

Und wir gratulieren ganz herzlich jemandem, ohne den München heute anders aussähe: Karl Klühspies, der Architekt, Stadt- und Verkehrsplaner und Mitbegründer des Münchner Forums,
vollendete Ende Mai sein 90stes Lebensjahr.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Zum 90. Geburtstag von Karl Klühspies


Europäisches Kulturerbejahr – Bedeutung für München

Detlev Sträter
Sharing Heritage

Matthias Castorph
Theodor Fischer und Karl Henrici zur Stadtbaukunst

Werner Dilg
Ein Denkmalensemble – reicht das?

Karl-Hans Pauli
Der Derzbachhof in Forstenried

Klaus Müller
Der Fall des Uhrmacherhäusls

Hilmar Sturm
Was ist am Viktualienmarkt so besonders?

Dieter Klein
Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Österreich

Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet
Lost Traces: Spuren suchen

Katharina Matzig
Das Projekt „Erlebnis Denkmal“ der ByAK


Pressemitteilung der Stadtratsfraktionen von CSU und SPD zum
Münchner Norden

Peter Arnold
Die Münchner haben ein Grundstück im Zenrum.
Was machen die Politiker damit?

Klaus Bäumler, Detlev Sträter
Alte Akademie: Spielt die Verwaltung dem Investor in die Hände?

Klaus Bäumler
Nachruf auf die Bayerische Oberste Baubehörde
Originaldatei zum Nachlesen

Standpunkte 5.2018: Gleichwertige Lebensverhältnisse – was bedeutet das für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München ächzt, platzt aus den Nähten, mobilisiert seine Restflächen fürs Wohnen von erwarteten Zuzüglern, für Verkehrsanlagen, Gewerbe, Schulen und anderes, was auch noch Platz beansprucht. Auf der anderen Seite: Im Norden und anderen Randlagen Bayerns ziehen vor allem junge Menschen fort, wird der Arztbesuch zur Tagesreise, schließen Läden und  Handwerksbetriebe, können Kommunen ihre Aufgaben nicht mehr finanzieren: Ungleiche Entwicklung – ein Fatum, ein schicksalhaftes Gottesurteil? Oder ist sie nicht vielmehr Ausdruck von
falscher Regionalpolitik und ausschließlich an Rendite orientierten wirtschaftlichen Standortentscheidungen? – Ein Volksentscheid erklärte 2013 die Herstellung von „gleichwertigen Lebensverhältnissen und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern, in Stadt und Land“ zum Staatsziel in der Bayerischen Verfassung. Dort steht es jetzt – und nun? Eine Enquetekommission
des Bayerischen Landtags wurde eingesetzt; sie hat darüber nachgedacht, wie man gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in Bayern erreichen könnte. Ihr Bericht wurde dem Landtag im Januar übergeben. In dieser Standpunkte-Ausgabe berichten wir im Schwerpunkt darüber, was die Kommission zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse vorschlägt und was dies für München und die Region bedeuten könnte – zumindest im Ansatz. –

Wir berichten ferner über die Pläne zu einer Entlastungs- und Ergänzungsstrecke im Münchner U-Bahn-Netz und stellen eine günstigere Variante zur Debatte. Und schließlich haben wir noch ein paar Anmerkungen zum Verzicht auf die Einrichtung eines Biergartens in den Maximiliansanlagen, dem isarnahen Landschaftsschutzgebiet.

Wie immer wünschen wir eine ertragreiche Lektüre – und freuen uns über kritische Resonanz, so oder so.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

letzter Stand zum Maxwerk
Klaus Bäumler
Maxwerk: Maximal gescheitert


Gleichwertige Lebensverhältnisse – was bedeutet das für München?

Christoph Rabenstein, Sebastian Sauer
Gleiche Chancen für die Menschen in allen Landesteilen Bayerns

Manfred Miosga
Das Prinzip der „Räumlichen Gerechtigkeit“ verwirklichen

Detlev Sträter
Gleichwertige Arbeitsbedingungen – ein blinder Fleck wird ausgeleuchtet

Christian Breu
Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in der Region München – Was zählt?

Michael Hanslmaier, Angelika Heimerl
Innerstädtische Disparitäten in der Stadtentwicklung

Holger Magel
Ländlicher Raum in der Boom-Region München – eine aussterbende Spezies?

Klaus Bäumler
Open Gardens and Squares Weekend in London

Maximilian Winter
Die multifunktionale Landwirtschaft der Stadtgüter

Wolfgang Hesse
Schwabing-Wiesn-Tram und Nahverkehrsoffensive statt U9


Handlungswissen nicht nur für Bürger:
Klaus Bäumler
Von den Schutzmechanismen der Verwaltung

Standpunkte 4.2018: Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Münchens Einwohnerzahl wächst. 300.000 Menschen sind seit der Jahrtausendwende hinzugekommen. Für sie konnte auf den Konversionsflächen der Bahn, des Flughafens, der Messe und der Kasernen relativ konfliktfrei Wohnungsbau betrieben werden. Nochmal so viele sollen in den nächsten 15 Jahren hinzukommen. Doch wo sollen sie hin? Antworten zur langfristigen Siedlungsentwicklung lauten: Lücken schließen, Verdichten im Siedlungsbestand, in die Höhe wachsen und bis an den Stadtrand bauen. Die Messestadt Riem im Osten gibt es bereits; Freiham im Westen entsteht gerade. Im Nordosten und Norden hat die Stadt die letzten zusammenhängenden Flächen zu Suchgroßräumen für „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen“ (SEM) bestimmt – wo München noch dörflich ist, wo Siedlerhäuser stehen, wo Landwirtschaft und Gartenbau betrieben wird, wo sich die Münchner/innen in stadtnahen Naturräumen erholen. Hier, wo Münchens planungspolitisches Interesse und infrastrukturelles Engagement in den letzten Jahrzehnten nicht sonderlich ausgeprägt war, fürchten sie nun um ihr gewohntes Wohnumfeld, ihr Wohneigentum, ihre agrarische Existenz. – In den vergangenen Jahr(zehnt)en fand Siedlungstätigkeit in München auf Flächen statt, deren Nutzung aufgegeben worden war. Jetzt geht es um das Umkrempeln von genutzten, bewirtschafteten Flächen. Das schafft Konflikte. Der Ton wird schärfer: Da überzeugt der planungstechnokratische Hinweis auf hunderttausende mögliche Zuzugswillige, die untergebracht werden müssen, nicht. Wir sprechen darüber mit Stadtbaurätin Merk und lassen Akteure aus den SEM-Gebieten zu Wort kommen.

Wir dokumentieren ferner beispielhaft den Fortgang der Debatte um die Alte Akademie und die Bereitschaft der Stadtpolitik, den öffentlich-rechtlich gesicherten Arkadenraum zugunsten kommerzieller Investorinteressen aufzugeben. Der Auftrag an das Planungsreferat, die Verschmälerung und Schließung der Arkaden durch Bebauungsplan-Änderung planungsrechtlich umzusetzen, gibt den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Gelegenheit, ihre Meinung dazu kundzutun.

Wie immer hoffen wir auf Rückmeldungen unserer Leser/innen – kritische oder zustimmende, wir freuen uns über beide.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Alte Akademie – letzter Stand:

Brief an OB Dieter Reiter und Stadträte

Offener Brief Bayer. Akademie der Schönen Künste

Pressemitteilung Alte Akademie

Brief der Münchner CSU- und SPD-Stadtratsfraktion


Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

„Wachstum möglichst gut gestalten“
Interview mit Stadtbaurätin Prof. Dr. Merk

Reinhard Sachsinger
Der Münchner Norden – Kellerkind der Stadt München?

Martin Zech
Heimatboden

Detlev Sträter
München entlasten – aber wie?

Karl Hofmann
Leitbilder – ein Weg zu unverwechselbarem Städtebau

Berthold Maier
ÖPNV im Münchner Norden

Georg Kronawitter
SEM Nordost: Wohin mit den Autos?

Rolf Monheim
Bürger als Verkehrsteilnehmer ernst nehmen

Spiegel, Schwaiger, Popp, Karl
Öffentlicher Raum für alle?

Detlev Sträter
„Reaktionäre Avantgarde“ Buchrezension

Klaus Bäumler
Rückbau von innerstädtischen Verkehrsachsen

Standpunkte 2./3.2018: Bahnverkehrsknoten München

Grosshesseloher Brücke

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Liebe Leserin, lieber Leser,
seit fast 50 Jahren bildet die S-Bahn das Rückgrat des regionalen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs im Großraum München. Das in der Mitte Münchens gebündelte monozentrale Liniennetz, das eingebunden ist in den nationalen und internationalen Schienenverbund und an das sich andere regionale Verkehrsträger wie U-Bahn-, Tram- und Buslinien hier und da angedockt haben, wurde seither kaum erweitert und wenig ertüchtigt. Unser Schwerpunktthema „Bahnverkehrsknoten München“ nimmt sich den Schienenverkehr im Verkehrssystem der Großregion vor. Die Entscheidung von Deutscher Bahn und Politik, die deutlich erhöhten Anfälligkeiten des in die Jahre gekommenen Schienenverkehrssystems mit dem Bau eines Tieftunnels als Bypass zur sog. Stammstrecke beheben zu wollen, womit auf die Münchner Innenstadt zusätzlicher Entwicklungsdruck geleitet wird, statt auf den regional erweiterten und verdichteten Münchner Siedlungsraum mit dezentralen, flächenerschließenden Netzergänzungen zu antworten, könnte sich als Pyrrhussieg einer auf Machbarkeit getrimmten Verkehrsdenke erweisen, die der Hybris des desolaten Bahnprojekts „Stuttgart 21“ am Ende nur wenig nachstehen dürfte.
Das Münchner Forum feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Unser Logo, haben wir dem Ereignis angepasst. Es soll uns dieses Jahr begleiten. In den nächsten Ausgaben werden wir ankündigen, was wir uns anlässlich des Geburtstags ausgedacht haben.
Das vorliegende Standpunkte-Heft ist eine Doppelausgabe. Ein Mitarbeiterwechsel in der Geschäftsstelle erlaubt uns leider nicht, ein separates März-Heft zu erstellen. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang April.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Judith Oechsle
Nachgeschaut beim Mitgliederladen ÖkoEsel


Bahnverkehrsknoten München
Heiner Monheim
Die Zukunft des Schienenverkehrs in deutschen
Großstädten

Wolfgang Hesse
Schnellbahnen für die Metropolregion

Christoph Göbel
Neue Wege in der Verkehrsplanung

Robert Niedergesäss
Agil – mobil – fragil?

Georg Dunkel
Leistungsfähiger Öffentlicher Verkehr als Grundgerüst des
Verkehrsangebotes in Stadt und Region

Wolfgang Hesse
Anmerkungen zu den Beiträgen

Karl-Dieter Bodack
Zügige Pläne: Fernverkehr auf der Schiene
von und nach München im Jahr 2030

Mathias Hintzen
Der 10-Minuten-Takt – ein Opfer für den Tieftunnel

Wolfgang Beyer
S-Bahn-Ausbau vor S-Bahn-Tieftunnel

Georg Kronawitter
Der Tunnel kommt – die Fragen bleiben

Georg Kronawitter
Nur noch ein paar Monate bis zur MUC-Express-S-Bahn

Klaus Bäumler
Fluss-Film-Fest München – Chance für Obere und Mittlere Isar gemeinsam nutzen!

Karl Klühspies
Max-Joseph-Platz


Pressemitteilung: Alte Akademie

Das Letzte – Honi soit qui mal y pense


Ankündigungen:
Arbeitskreise im Februar/März

Bürgergutachten Viktualienmarkt

Hochschulpreis 2018

Radio Lora

Impressum

Standpunkte 12.2017/1.2018: Bodenrechtsreform jetzt!

Abbruch in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,
warum Grund und Boden und das Bodenrecht in der öffentlichen Diskussion ein Schattendasein führt, ist eigentlich unverständlich. Als physische Grundlage unseres Daseins müsste das Thema eigentlich im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit den Naturressourcen und das soziale Miteinander stehen. Aber das Handeln mit dem Boden scheut das grelle Licht der Öffentlichkeit, auch in München. Das hat seinen Grund: Der Bodenmarkt verschafft riesige leistungslose Gewinne bei Wenigen und vertieft die soziale Kluft – der Reibach lässt sich umso leichter einstreichen, je weniger darüber geredet wird. Wer das ändern will, muss eine Bodenrechtsreform wollen. Zarte Initiativen dazu sprießen republikweit. – Dieses Standpunkte-Doppelheft will das Thema mit vorantreiben. Im Mittelpunkt steht ein Beitrag von Alt-OB Hans-Jochen Vogel, worin er die jahrzehntelang verdrängte Frage einer Bodenreform und deren verpassten Chancen aufgreift und für einen Neustart der Bodenreformdebatte appelliert. Drei Beiträge, von Mitgliedern des Münchner Forums auf dem „Klimaherbst“ vorgetragen, schließen sich an: vom irrigen Verständnis des Bodens als Ware, von leistungslosen Wertsteigerungen und vom schachernden Umgang der „öffentlichen Hände“ mit Grund und Boden in München. Das Beispiel einer bodenpreisgetriebenen Gefährdung einer Schwabinger Mietergemeinschaft und Unge-reimtheiten in der steuerlichen Behandlung von Hausbesitz durch Finanzbehörden runden das Schwerpunktthema ab.
Dies ist die letzte Ausgabe der Standpunkte in diesem Jahr. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern entspannende Feiertage, einen geruhsamen Jahresausklang und freut sich auf eine belebte, kritische Debatte um alle Fragen der Münchner Stadtentwicklung im kommenden Jahr 2018, in dem das Münchner Forum seinen 50. Geburtstag feiern wird.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 11.2017: München nachhaltig

Wohnring Neuperlach

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Liebe Leserin, lieber Leser,
„München nachhaltig“ haben wir den Themenschwerpunkt dieser Standpunkte-Ausgabe genannt – ein weites Feld. Eigentlich hätte ein dickes Fragezeichen dahinter gehört, denn die Richtung des Entwicklungsstroms, der München treibt, lässt wenig Sustainability erkennen. Nicht gelten sollte das Fragezeichen aber all jenen guten Ansätzen und Initiativen, die sich um die Verbreitung, Verankerung und Umsetzung nachhaltiger Planungs- und Handlungsmaximen vor Ort bemühen und von denen wir einige hier vorstellen. Thematisch knüpft dieses Standpunkte-Heft an das vorangegangene an, das der nachhaltigen Quartiersentwicklung gewidmet war. In diesem Sinne ist auch etwa der Beitrag von Helmut Steyrer über die „Entlastungsstadt Neuperlach“ zu verstehen: eine Zwischenbilanz nach 50 Jahren über ein damals wegweisendes Stadterweiterungskonzept. Heute ist das Nicht-Bauen so wichtig wie das Bauen in der Stadt; die Qualität des urbanen Raums zeigt sich im Umgang mit den Freiflächen und dem urbanen Grün. Klaus Bäumler weist auf die Gründung eines „Alpinen Grünen Städtenetzwerks“ hin, das München mit fünf weiteren Großstädten des Alpenraums gegründet hat, um „voneinander zu lernen“. Vielleicht von Salzburg, wo vor Jahren ein Bürgerbegehren zum Erhalt der grünen Salzburger Stadt-Landschaft äußert erfolgreich war. – Wir berichten ferner über den Fortgang der Debatte um das Museum Biotopia, dessen Neubau-Pläne das Nymphenburger Schloß-Ensemble erheblich zu beschädigen drohen, greifen den Konflikt um die Umbaupläne der Alten Akademie auf, bei dem das Architekten-Urheberrecht eine Rolle spielt, und weisen auf das aktuelle Vorhaben der Stadt hin, am Sattlerplatz Investoreninteressen eiligst bedienen zu wollen, bevor sinnvolle Nutzungskonzepte im bürgerschaftlichen Interesse öffentlich präsentiert und diskutiert werden.
Wie immer hoffen wir auf großes Interesse und kritische (oder andere) Reaktionen unserer Leser/innen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 10.2017: Nachhaltige Quartiersentwicklung

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Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dieser Standpunkte-Ausgabe beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit Fragen „nachhaltiger Quartiersentwicklung“. Lassen wir einmal die grundsätzliche Frage unbeantwortet, ob Städte überhaupt nachhaltig sein können, da in historischer Sicht Städtewachstum immer von Ressourcenzufuhren von außerhalb des Stadtgefüges abhängig war und ist, so hat sich heute doch die Einsicht nicht nur unter aufgeklärten Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch unter Politik- und Planungsverantwortlichen verbreitet, dass es angesichts von Klimawandel, Ressourcenvergeudung, gravierenden negativen Folgen wirtschaftlichen Renditestrebens und sozialer, (stadt)gesellschaftlicher Spaltungsprozesse unabdingbar ist, die Ziele heutiger und morgiger Stadtentwicklung – in toto und in den Quartieren – an den Prämissen sozialer, kultureller, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit so eng wie möglich auszurichten. Dass sich dabei alte und neue Widersprüche, Konflikte und Unverträglichkeiten auftun, erscheint unvermeidlich, spricht aber vom Grundsatz her nicht gegen das Nachhaltigkeitsziel. Die Beiträge in diesem Heft stecken das Themenfeld ab und skizzieren einige Antwortmöglichkeiten. Vertieft werden diese Fragen im Rahmen einer Veranstaltung des Münchner Forums am 25. Oktober unter dem Titel „Unser Quartier von morgen – Visionen für eine nachhaltige Entwicklung“, die am Beispiel des Domagk-Wohnparks im Münchner Norden entwickelt werden sollen.
Ferner enthält diese Standpunkte-Ausgabe ein Interview mit Frau Brigitta Michail. Sie hat das Urheberrecht an der rekons-truktiven Gestaltung der Alten Akademie inne, deren Wiederaufbau ihr Vater, Professor Josef Wiedemann, geplant und geleitet hatte.
Wie immer hoffen wir auf interessante Lektüre ebenso wie auf kritische Reaktionen und Diskussionsbeträge unserer Leser/innen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 8/9.2017: Das Münchner Forum

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Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dieser Doppelausgabe der Standpunkte für August und September möchten wir Sie in die Sommerpause entlassen, nicht ohne als Münchner Forum ein wenig Nabelschau zu betreiben. Der unmittelbare Anlass ist: unsere langjährige Geschäftsführerin, Frau Ursula Ammermann, geht Ende September in den Ruhestand. Und ab Oktober wird Frau Dr. Michaela Schier die Stelle der Geschäftsführerin beim Münchner Forum übernehmen. Wir haben dies als Gelegenheit genommen, mit beiden Gespräche zu führen: mit Frau Ammermann über ihre Zeit beim Münchner Forum und mit Frau Schier darüber, welche Erwartungen sie an ihre neue Tätigkeit hat und welche Motivationen und Erfahrungen sie dafür mitbringt. Und beide haben auch Persönliches angesprochen. – Persönlich gehalten sind auch die Beträge von Rolf Mantler über seine frühen Erfahrungen mit dem Münchner Forum und Wolfgang Beyer über eine aktuelle Radl-Exkursion seines Arbeitskreises. Ferner erinnert Georg Kronawitter daran, dass die aktuelle Diskussion über die Wiedersichtbarmachung der innerstädtischen Stadtbäche ohne die bereits vor mehreren Jahrzehnten dazu vorgelegten Planungen und Forderungen durch Karl Klühspies vom Münchner Forum nicht denkbar wäre. Und anderes mehr …
Auch die öffentliche, vom als Stararchitekt apostrophierten David Chipperfield losgetretene und unselig akzentuierte Diskussion um das „Haus der Kunst“ möchten wir nicht interventionslos verstreichen lassen. Iris Lauterbach und Dieter Klein melden sich zu Wort.
Allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir einen schönen Sommer – wo auch immer, in München oder anderswo, Sie ihn verbringen. Anfang Oktober melden wir uns mit der nächsten Standpunkte-Ausgabe zurück.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 07.2017: Kulturbauten – Museum Biotopia

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Liebe Leserin, lieber Leser,
das Museum „Mensch und Natur“ im Schlosskomplex Nymphenburg soll zum „Museum Biotopia“ ausgebaut werden und braucht dafür Platz. An seiner Stelle, erweitert um die Fläche des ehemaligen Genetik-Instituts der LMU, soll der erforderliche Neubau entstehen. Der erste Preis im Gestaltungswettbewerb wurde bereits gekürt: ein Bau im nördlichen Flügel des Schlosskomplexes, dessen derzeitige Fassadengestaltung auf das übrige Schloss keine Rücksicht nimmt. Kritiker beklagen, dass dieser Museumsbau des Freistaats Bayern erstmals die über 300 Jahre bewahrte strenge Symmetrie des Fassadenprospekts des Nymphenburger Schlosses unterbreche. – Ist es architektur-historische Unbedarftheit? Oder ist es Hybris, indem der Nymphenburger Schlosskomplex künftig auch von der Gestaltungskraft der Macher von Biotopia künden soll? Diese heben die „Einmaligkeit“ dieses „führenden“, „zukunftsweisenden“ Leuchtturm-Museumprojekts hervor. Sein Bauentwurf wird nicht als integraler Teil des Schlosskomplexes beschrieben, sondern als „an die Schlossanlage angrenzendes neues Museum“, das „neben dem Schloss“ errichtet wird und sich an dieses „anlehnt“. Seine Fassadengestaltung verleihe dem „unabhängigen“ Museumsbau ein „ansprechendes ‚Gesicht‘“, zugleich aber soll es sich „ans Ensemble“ des Nymphenburger Schlosses „anschmiegen“. Schloss und Museum sollen sich „auch unter architekturästhetischen Gesichtspunkten gegenseitig befruchten“ – wenn das Schloss denn dieser Befruchtung bedarf.
Die Inhalte des Themenschwerpunkt dieses STANDPUNKTE-Heftes hat der Arbeitskreis „Kulturbauten“ des Münchner Forums zusammengestellt. – Wir berichten ferner u.a. über den Szenario-Prozess „2040+“ im Rahmen der Münchner Stadtentwicklung und bringen einen Beitrag zum Stand der Diskussion zur Umwandlung der Sendlinger Straße in eine Fußgängerzone.
Wir hoffen, wie immer, auf interessante Lektüre und wünschen uns kritische Resonanz zum Fortgang der Debatten.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 06.2017: Der Sattlerplatz in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,
kennen Sie den Sattlerplatz? Er ist in keinem Münchner Stadtplan eingezeichnet. Aber als „Sattlerstraße“ dient die wohl kürzeste Münchner Straße zwischen Färbergraben und Fürstenfelder Straße zu nicht viel mehr denn als Zufahrt ins Hirmer-Parkhaus. Das soll abgerissen werden, so ist es beschlossen. Doch: Was soll an diese Stelle kommen, zumal auf städtischem Grund, sofern das Kommunalreferat ihn nicht feilbietet? Wieder nur ein weiterer Kommerztempel, überstapelt mit weiteren Anwaltsbüros und als Krönung feinen teuren Opern-Wohnungen mit mindestens halbjährlicher Leerstandsgarantie? Am Sattlerplatz bietet sich die letzte Chance zur Entwicklung eines innerstädtischen Ortes mit sozial und kulturell kreativer Nutzungsvielfalt für die Münchner Bürgerinnen und Bürger, errichtet als ein attraktiv gestaltetes, flexibel nutzbares Gebäude inmitten der Altstadt. Dies wäre auch ein Schritt, um zu vermeiden, dass wenigstens an dieser Stelle die Altstadt nicht weiter zu einer Allerwelts-Verramschzone verkommt. Studierende der Architektur aus Innsbruck und der TU München haben Ideen und Entwürfe dazu erarbeitet. Wir stellen sie in diesem Heft vor und diskutieren Möglichkeiten der Umsetzung.
In Sachen Alte Akademie tut sich was: Die Erbin des Wiederaufbau-Architekten der Alten Akademie, Professor Wiedemann, hat sein Urheberrecht in einem Schreiben an Politik und Verwaltung von Stadt und Freistaat geltend gemacht. Das hat bei den Beteiligten erst einmal zum Einhalt der rigorosen Umbauplanungen und zum Nachdenken im Umgang mit dem denkmalgeschützten Baukomplex gesorgt. Wir dürfen gespannt sein, welche Konsequenzen sich hieraus ergeben, nicht zuletzt auch für die Arkadenflächen und den öffentlichen Raum, wofür sich auch das Münchner Forum seit langem einsetzt.
Wie immer hoffen wir auf Ihr Interesse und wünschen uns Anregungen und Kritik – gegen begründetes, maßvolles Lob haben wir auch nichts einzuwenden.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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