Standpunkte 10./11.2018: Isar-Renaturierung – eine Zwischenbilanz

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Liebe Leserin, lieber Leser,
Bally Prell sang das „Isarmärchen“, Willy Michl besingt das „Isarflimmern“: die Isar, die knapp 14 Kilometer durchs Münchner Stadtgebiet fließt, hat viele Gesichter. Jahrhundertelang war der Gebirgsfluss die Wilde, die „Reißende“, die München Leben und Tod zugleich brachte. Sie wurde gezähmt, entlang Münchens Mitte gar in ein kanalähnliches Flussbettkorsett gepresst. Stadt und Fluss wurden sich fremd. Erst mit dem Erwachen der Ökologiebewegung wuchs das Verständnis, dass der Fluss durch die Stadt mehr ist als die Durchleitung von Gebirgswasser, bei Starkregen genutzt als Vorfluter für überschüssige Abwässer. Der Plan, der Isar so weit wie möglich ihren ursprünglichen Lauf wiederzugeben, wurde in den 1980er Jahren gefasst. Umgesetzt und abgeschlossen erst vor wenigen Jahren – zumindest im südlichen Teil bis zur Stadtmitte. Mit Erfolg: Die Isar wurde als vielfältig nutzbares Freizeit- und Naherholungsgebiet entdeckt. Der Erfolg macht zu schaffen: In der Jahreshälfte mit besseren Wetter, bekanntermaßen sind Münchner bei fast jeder Außentemperatur Frischluft-Hocker, ächzen die Isarufer unter Übernutzung – Vermüllung ist nur eine der Folgen. Die Fortführung der Renaturierung der Isar bis an die nördliche Stadtgrenze könnte entzerrend wirken. Weitere Ideen zur Isarnutzung wie ein Flussbad werden konkreter. Und mit den Ideen und Nutzungen wachsen auch die Nutzungskonflikte. Diese Standpunkte-Ausgabe zieht eine Art Zwischenbilanz der Renaturierungsbemühungen und lenkt den Blick auf Themen, die dabei auch eine Rolle spielen.
In den Standpunkten 5.2018 widmeten wir uns dem Thema der „gleichwertigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Bayern“, mit dem sich eine Enquetekommission des Bayerischen Landtags mehrere Jahre befasst hatte. In dieser Ausgabe stellen wir das Konzept „Das bessere Landesentwicklungsprogramm für Bayern“ vor – ein Appell, Landes- und Regionalplanung in Bayern wieder ernst zu nehmen, um aktives politisches Handeln gegen ungleiche und ungleichwertige Lebensverhältnisse einzufordern.
Diese Standpunkte-Ausgabe ist ein Doppelheft für die Monate Oktober und November – aus Zeitnot geboren. Die Vorbereitung und Durchführung der 50-Jahr-Feier des Münchner Forums – dieses Ereignis wird zudem von einem Sonderheft der Standpunkte begleitet – beansprucht zusätzlich zur laufenden Arbeit mehr als die volle Arbeitskapazität der Mitarbeiter/innen unserer Geschäftsstelle. Ihnen soll an dieser Stelle für ihren Einsatz herzlich gedankt werden.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Isar-Renaturierung – eine Zwischenbilanz

Hep Monatzeder
Der Isarplan – ein internationales Vorbild

Wolfgang Czisch
Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Wolfgang Czisch
Die Steilhänge der Isar

Walter Binder, Klaus Bäumler
Fortschreibung des Isarplans

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion

Benjamin David
Isarlust – Jetzt kommt das Isarflussbad

Dagmar Weber
Nur „Kult(ur)fluss“ oder auch ökologisch intakt?

Tobias Ruff
Wie sauber ist die Isar

Baureferat München
Maßnahmen für eine saubere Isar

Hartmut Keitel
Deine Isar e.V.

Christine Kammermeier
Fluss-Eldorado

Christine Rädlinger
Stadtraum mit ungekünstelter Orginalität

Stephan Reiss-Schmidt
Kulturlandschaft bewahren, Daseinsvorsorge sichern


Veranstaltung und Ausstellung zum Jubiläum

Standpunkte 8./9.2018: 50 Jahre Münchner Forum

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Liebe Leserin, lieber Leser,
das Münchner Forum hat „Geburtstag“. In diesem Jahr wird es 50 Jahre alt, ein halbes Jahrhundert „Diskussionsforum für Entwicklungsfragen“. Viel ist passiert in dieser Zeit seit 1968 – in München und beim Münchner Forum. Seiner Gründung gingen heftige Konflikte um die Ziele zur Stadtentwicklung voraus: ob München „autogerecht“ oder bewohnergerecht um- und ausgebaut werden sollte, ob „Modernisierung“ flächenhafter Neubau oder Bestandserneuerung bedeutet. Mit der Gründung des Münchner Forums wurden die unbotmäßigen Kritiker der Verwaltungsplanung ‚von oben‘ „umarmt“, integriert in einen stadtgesellschaftlichen Diskussionsprozess – ein eleganter Versuch der Domestizierung? Damit wurden sie zugleich zur Vorhut einer weltweit um sich greifenden partizipativen Bewegung, die die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Zukunftsfragen der Stadt, ihrer Stadt, einfordert, die seitdem – sicher auch ein Erfolg, an dem das Münchner Forum großen Anteil hat – nicht mehr hinter geschlossenen Amtsstuben entschieden werden können. Das Münchner Forum ist als „Diskussionsforum“ nicht nur Plattform für den Austausch von Meinungen, sondern hat die Aufgabe, auch klare Positionen im Sinne des stadtgesellschaftlichen Gemeinwohls zu vertreten, – Die Wortwolke vermittelt einen kleinen Eindruck davon, auf welchen Themenfeldern sich das Forum in den fünf Jahrzehnten eingemischt hat.

Das Münchner Forum versteht sich als Teil einer Entwicklung, in der sichneben Politik und Wirtschaft Umrisse einer Bürgergesellschaft etabliert haben, die ihren Gestaltungsanteil am gesellschaftlichen Geschehen anmahnt. Nach wie vor ist Bürgerbeteiligung umstritten: die Vertreter/innen der repräsentativen Demokratie in Kommunen, Land und Bund fürchten um ihre Entscheidungsmacht; Vertreter/innen der Partizipationsbewegung fordern die unmittelbare Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an den übergreifenden Lebensfragen ein. Entsteht ein neuer Gesellschaftsvertrag?

Mit diesem Doppelheft wollen wir ein wenig Rückschau halten – aber den Blick nach vorn zu richten, ist mindestens genauso wichtig. Das wollen wir vor allem in einer Jubiläums-Veranstaltungsreihe Anfang November im Stadtmuseum wagen (Hinweise dazu auf S. 46). Wir danken allen, die mit Grußworten das Münchner Forum in seinem Tun ermuntert haben und uns auch darüber hinaus unterstützen (S. 8 ff). Unseren Leserinnen und Lesern und unseren Mitstreitern möchten wir zurufen: Auf ein Neues – für weitere 50 Jahre!?

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Alte Akademie
Einwendungsschreiben des Münchner Forums


50 Jahre Münchner Forum

Grussworte
Oberbürgermeister Dieter Reiter
Christine Strobl, 3. Bürgermeisterin
Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender SPD
Guelseren Demirel, Stadträtin Fraktin Die Grünen
Johann Altmann, Fraktionsvorsitzender BayernPartei
Brigitte Wolf, Stadträtin Fraktion Die Linke
Michael Mattar, Fraktionsvorsitzender FDP

Interview mit Stadtbaurätin Merk
„Dran bleiben!“

Fritz Wickenhäuser
Wir alle sind München

Oskar Holl
50 Jahre zwischen Planung, Leben und Politik

Übersicht über Vorstände und Geschäftsführung

Interview mit Karl Klühspies
Wie es zum Münchner Forum kam

Gerhard Meighörner
Kurzer Rückblick eines Stadtplaners

Georg Kronawitter
Back to the roots

Martin Fürstenberg
Bürgerinitiativen im Lehel 1970/1971

Ursula Ammermann
Abschied in den Un-Ruhestand

Wolfgang Czisch
Bürgerbeteiligung – ein Hemmschuh?


save the date

Standpunkte 7.2018: Mobilitätswende in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Verkehrswende“ – ein Wort zur Ablage neben anderen Kampagnenbegriffen, die wir angeblich schon hinter uns oder noch vor uns haben: wie die geistig-moralische, die System- oder Energiewende? Wer den tagtäglichen Kampf um die Vorherrschaft des Automobils auf der Straße, wer das Trauerspiel des Schienenverkehrs in Stadt und Land erlebt, hat wenig Verständnis für den Streit von Politik und Bürger um jeden Auto-Abstellplatz im öffentlichen Raum – ein Götzendienst für eine Mobilitätsform und -technik des vergangenen Jahrhunderts mit unterirdischen Effzienzwerten, die aber dennoch – mangels hinreichender Alternativen – ihre übergroße Bedeutung (noch) behält. Dennoch – oder gerade deshalb – ist „Verkehrswende“ mehr als ein Kampagnenbegriff: Sie ist eine gesellschaftliche Mammutaufgabe zur Gestaltung unserer – energetisch, räumlich, sozial und wirtschaftlich zukunftsfähigen – Mobilität – einer Aufgabe, von der man den Eindruck hat, dass je länger man sich ihr verschließt, umso größer die Kraftanstrengungen zu ihrer Bewältigung werden müssen. Unser Schwerpunktthema macht den Versuch, einige der Aspekte der Verkehrswende für München aufzubereiten – wissend, dass wir damit das Thema bestenfalls ankratzen. Sie bleibt Daueraufgabe.

Der Kampf um den Erhalt des Öffentlichen Arkadenraums der Alten Akademie in der Münchner Altstadt geht in eine entscheidende Runde: Seit Anfang Juli bis zum 3. August können und sollten Sie, die Bürgerinnen und Bürger mit Engagement für die Stadt, wo immer Sie auch leben, sich im Rahmen des Bebauungsplan-Aufstellungsverfahrens äußern und Einwendungen dagegen formulieren, dass Öffentlicher Raum aufgegeben und einem Investor als Kommerz-Fläche zur privaten Verwertung übereignet wird. Das Münchner Forum kämpft seit Jahren gemeinsam mit anderen stadtgesellschaftlichen Akteuren um den Erhalt des Öffentlichen Raums; wir setzen auf Sie als Mitstreiter. Was man tun kann: mehr dazu in diesem Heft.

Und wir hoffen, wie immer, auf interessante Lektüre – und setzen, zumindest diesmal, auch auf das Engagement unserer Leserinnen und Leser.

 

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Betrifft: Alte Akademie

Detlev Sträter
„Arkaden-Aufstand“

Muster-Einwendungsschreiben (Entwurf Klaus Bäumler)

Detlev Sträter
Planungsziel Flaschenhals


Mobilitätswende in München

Deutscher Städtetag
Nachhaltige städtische Mobilität für alle

Christian Hochfeld
Doppelte Wende

Peter Phleps
Mobilität wird flexibler, spontaner und situativer

Sebastian Henkes
MünchnerInnen bewegen gemeinsam

Georg Kronawitter
Mobilitätswende nur mit Inklusion

Sabine Baudisch, Daniel Gromotka
Pendeln im Großraum München

Georg Kronawitter
Neuer Nahverkehrsplan

Klaus Bäumler
Summerstreets: Beispiele aus Stockholm, Kopenhagen, Paris

Sven Kesselring, Luca Nitschke
Das Münchner Promotionskolleg mobil.LAB


Berthold Maier
U9 – drei Aspekte

Standpunkte 6.2018: Europäisches Kulturerbejahr – was bedeutet das für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„sharing heritage“, ‚das Erbe teilen‘ lautet das Motto des diesjährigen „Europäischen Kulturerbe-Jahres“ – teilen mit den Mit-Menschen, auch mit jenen aus früheren und der nachfolgenden
Generationen. Wir haben dies als Anlass fürs Schwerpunktthema unserer Standpunkte genommen. „Menschen brauchen Zeit, um mit Städten und ihrer Architektur vertraut und gemeinsam leben zu können. Architektur- und Stadtplanung muss deshalb Veränderung und Kontinuität, Funktionen und Emotionen im Respekt vor der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner miteinander verknüpfen“, schreibt der Architekt und Stadtplaner Gerhart Laage. Doch wer mit Immobilien zweistellige Renditen erzielen will, kann sich Respekt nicht leisten. Respektlosigkeit dominiert: identitätsstiftende gebaute Umwelt wird abgeräumt oder zur geschichts-entkernten baulichen Kulisse fürs Wohnen, Arbeiten und Entspannen eines zahlungskräftigen Publikums umgemodelt. Beispiele bietet München zuhauf: Sailerstraße, Uhrmacherhäusl, Alter Hof, Residenzpost, Derzbachhof, Alte Akademie und vieles mehr. In diesem Heft kommen Bürgerinnen und Bürger zu Wort, die sich in ihren Quartieren für den Erhalt der von ihnen bewohnten Häuser und ihres Wohnumfelds einsetzen. Überall in der Stadt ist bezahlbarer Wohnraum bedroht, wird der Zusammenhalt gewachsener Nachbarschaften aufgekündigt. Wo Politik und Verwaltung sich zu Sekundanten der Immobilienverwertung degradieren lassen, nehmen Bürgerinnen und Bürger ihre  Angelegenheiten selbst in die Hand. Und schließen sich mit anderen Initiativen zusammen. Weil sie hautnah erfahren, dass nur ein Initiativen-übergreifendes gemeinsames Handeln eine hinreichende Gegenwehr entstehen lässt.

Und wir gratulieren ganz herzlich jemandem, ohne den München heute anders aussähe: Karl Klühspies, der Architekt, Stadt- und Verkehrsplaner und Mitbegründer des Münchner Forums,
vollendete Ende Mai sein 90stes Lebensjahr.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Zum 90. Geburtstag von Karl Klühspies


Europäisches Kulturerbejahr – Bedeutung für München

Detlev Sträter
Sharing Heritage

Matthias Castorph
Theodor Fischer und Karl Henrici zur Stadtbaukunst

Werner Dilg
Ein Denkmalensemble – reicht das?

Karl-Hans Pauli
Der Derzbachhof in Forstenried

Klaus Müller
Der Fall des Uhrmacherhäusls

Hilmar Sturm
Was ist am Viktualienmarkt so besonders?

Dieter Klein
Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Österreich

Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet
Lost Traces: Spuren suchen

Katharina Matzig
Das Projekt „Erlebnis Denkmal“ der ByAK


Pressemitteilung der Stadtratsfraktionen von CSU und SPD zum
Münchner Norden

Peter Arnold
Die Münchner haben ein Grundstück im Zenrum.
Was machen die Politiker damit?

Klaus Bäumler, Detlev Sträter
Alte Akademie: Spielt die Verwaltung dem Investor in die Hände?

Klaus Bäumler
Nachruf auf die Bayerische Oberste Baubehörde
Originaldatei zum Nachlesen

Standpunkte 5.2018: Gleichwertige Lebensverhältnisse – was bedeutet das für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München ächzt, platzt aus den Nähten, mobilisiert seine Restflächen fürs Wohnen von erwarteten Zuzüglern, für Verkehrsanlagen, Gewerbe, Schulen und anderes, was auch noch Platz beansprucht. Auf der anderen Seite: Im Norden und anderen Randlagen Bayerns ziehen vor allem junge Menschen fort, wird der Arztbesuch zur Tagesreise, schließen Läden und  Handwerksbetriebe, können Kommunen ihre Aufgaben nicht mehr finanzieren: Ungleiche Entwicklung – ein Fatum, ein schicksalhaftes Gottesurteil? Oder ist sie nicht vielmehr Ausdruck von
falscher Regionalpolitik und ausschließlich an Rendite orientierten wirtschaftlichen Standortentscheidungen? – Ein Volksentscheid erklärte 2013 die Herstellung von „gleichwertigen Lebensverhältnissen und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern, in Stadt und Land“ zum Staatsziel in der Bayerischen Verfassung. Dort steht es jetzt – und nun? Eine Enquetekommission
des Bayerischen Landtags wurde eingesetzt; sie hat darüber nachgedacht, wie man gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in Bayern erreichen könnte. Ihr Bericht wurde dem Landtag im Januar übergeben. In dieser Standpunkte-Ausgabe berichten wir im Schwerpunkt darüber, was die Kommission zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse vorschlägt und was dies für München und die Region bedeuten könnte – zumindest im Ansatz. –

Wir berichten ferner über die Pläne zu einer Entlastungs- und Ergänzungsstrecke im Münchner U-Bahn-Netz und stellen eine günstigere Variante zur Debatte. Und schließlich haben wir noch ein paar Anmerkungen zum Verzicht auf die Einrichtung eines Biergartens in den Maximiliansanlagen, dem isarnahen Landschaftsschutzgebiet.

Wie immer wünschen wir eine ertragreiche Lektüre – und freuen uns über kritische Resonanz, so oder so.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

letzter Stand zum Maxwerk
Klaus Bäumler
Maxwerk: Maximal gescheitert


Gleichwertige Lebensverhältnisse – was bedeutet das für München?

Christoph Rabenstein, Sebastian Sauer
Gleiche Chancen für die Menschen in allen Landesteilen Bayerns

Manfred Miosga
Das Prinzip der „Räumlichen Gerechtigkeit“ verwirklichen

Detlev Sträter
Gleichwertige Arbeitsbedingungen – ein blinder Fleck wird ausgeleuchtet

Christian Breu
Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in der Region München – Was zählt?

Michael Hanslmaier, Angelika Heimerl
Innerstädtische Disparitäten in der Stadtentwicklung

Holger Magel
Ländlicher Raum in der Boom-Region München – eine aussterbende Spezies?

Klaus Bäumler
Open Gardens and Squares Weekend in London

Maximilian Winter
Die multifunktionale Landwirtschaft der Stadtgüter

Wolfgang Hesse
Schwabing-Wiesn-Tram und Nahverkehrsoffensive statt U9


Handlungswissen nicht nur für Bürger:
Klaus Bäumler
Von den Schutzmechanismen der Verwaltung

Standpunkte 4.2018: Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Münchens Einwohnerzahl wächst. 300.000 Menschen sind seit der Jahrtausendwende hinzugekommen. Für sie konnte auf den Konversionsflächen der Bahn, des Flughafens, der Messe und der Kasernen relativ konfliktfrei Wohnungsbau betrieben werden. Nochmal so viele sollen in den nächsten 15 Jahren hinzukommen. Doch wo sollen sie hin? Antworten zur langfristigen Siedlungsentwicklung lauten: Lücken schließen, Verdichten im Siedlungsbestand, in die Höhe wachsen und bis an den Stadtrand bauen. Die Messestadt Riem im Osten gibt es bereits; Freiham im Westen entsteht gerade. Im Nordosten und Norden hat die Stadt die letzten zusammenhängenden Flächen zu Suchgroßräumen für „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen“ (SEM) bestimmt – wo München noch dörflich ist, wo Siedlerhäuser stehen, wo Landwirtschaft und Gartenbau betrieben wird, wo sich die Münchner/innen in stadtnahen Naturräumen erholen. Hier, wo Münchens planungspolitisches Interesse und infrastrukturelles Engagement in den letzten Jahrzehnten nicht sonderlich ausgeprägt war, fürchten sie nun um ihr gewohntes Wohnumfeld, ihr Wohneigentum, ihre agrarische Existenz. – In den vergangenen Jahr(zehnt)en fand Siedlungstätigkeit in München auf Flächen statt, deren Nutzung aufgegeben worden war. Jetzt geht es um das Umkrempeln von genutzten, bewirtschafteten Flächen. Das schafft Konflikte. Der Ton wird schärfer: Da überzeugt der planungstechnokratische Hinweis auf hunderttausende mögliche Zuzugswillige, die untergebracht werden müssen, nicht. Wir sprechen darüber mit Stadtbaurätin Merk und lassen Akteure aus den SEM-Gebieten zu Wort kommen.

Wir dokumentieren ferner beispielhaft den Fortgang der Debatte um die Alte Akademie und die Bereitschaft der Stadtpolitik, den öffentlich-rechtlich gesicherten Arkadenraum zugunsten kommerzieller Investorinteressen aufzugeben. Der Auftrag an das Planungsreferat, die Verschmälerung und Schließung der Arkaden durch Bebauungsplan-Änderung planungsrechtlich umzusetzen, gibt den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Gelegenheit, ihre Meinung dazu kundzutun.

Wie immer hoffen wir auf Rückmeldungen unserer Leser/innen – kritische oder zustimmende, wir freuen uns über beide.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Alte Akademie – letzter Stand:

Brief an OB Dieter Reiter und Stadträte

Offener Brief Bayer. Akademie der Schönen Künste

Pressemitteilung Alte Akademie

Brief der Münchner CSU- und SPD-Stadtratsfraktion


Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

„Wachstum möglichst gut gestalten“
Interview mit Stadtbaurätin Prof. Dr. Merk

Reinhard Sachsinger
Der Münchner Norden – Kellerkind der Stadt München?

Martin Zech
Heimatboden

Detlev Sträter
München entlasten – aber wie?

Karl Hofmann
Leitbilder – ein Weg zu unverwechselbarem Städtebau

Berthold Maier
ÖPNV im Münchner Norden

Georg Kronawitter
SEM Nordost: Wohin mit den Autos?

Rolf Monheim
Bürger als Verkehrsteilnehmer ernst nehmen

Spiegel, Schwaiger, Popp, Karl
Öffentlicher Raum für alle?

Detlev Sträter
„Reaktionäre Avantgarde“ Buchrezension

Klaus Bäumler
Rückbau von innerstädtischen Verkehrsachsen

Standpunkte 2./3.2018: Bahnverkehrsknoten München

Grosshesseloher Brücke

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Liebe Leserin, lieber Leser,
seit fast 50 Jahren bildet die S-Bahn das Rückgrat des regionalen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs im Großraum München. Das in der Mitte Münchens gebündelte monozentrale Liniennetz, das eingebunden ist in den nationalen und internationalen Schienenverbund und an das sich andere regionale Verkehrsträger wie U-Bahn-, Tram- und Buslinien hier und da angedockt haben, wurde seither kaum erweitert und wenig ertüchtigt. Unser Schwerpunktthema „Bahnverkehrsknoten München“ nimmt sich den Schienenverkehr im Verkehrssystem der Großregion vor. Die Entscheidung von Deutscher Bahn und Politik, die deutlich erhöhten Anfälligkeiten des in die Jahre gekommenen Schienenverkehrssystems mit dem Bau eines Tieftunnels als Bypass zur sog. Stammstrecke beheben zu wollen, womit auf die Münchner Innenstadt zusätzlicher Entwicklungsdruck geleitet wird, statt auf den regional erweiterten und verdichteten Münchner Siedlungsraum mit dezentralen, flächenerschließenden Netzergänzungen zu antworten, könnte sich als Pyrrhussieg einer auf Machbarkeit getrimmten Verkehrsdenke erweisen, die der Hybris des desolaten Bahnprojekts „Stuttgart 21“ am Ende nur wenig nachstehen dürfte.
Das Münchner Forum feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Unser Logo, haben wir dem Ereignis angepasst. Es soll uns dieses Jahr begleiten. In den nächsten Ausgaben werden wir ankündigen, was wir uns anlässlich des Geburtstags ausgedacht haben.
Das vorliegende Standpunkte-Heft ist eine Doppelausgabe. Ein Mitarbeiterwechsel in der Geschäftsstelle erlaubt uns leider nicht, ein separates März-Heft zu erstellen. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang April.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Judith Oechsle
Nachgeschaut beim Mitgliederladen ÖkoEsel


Bahnverkehrsknoten München
Heiner Monheim
Die Zukunft des Schienenverkehrs in deutschen
Großstädten

Wolfgang Hesse
Schnellbahnen für die Metropolregion

Christoph Göbel
Neue Wege in der Verkehrsplanung

Robert Niedergesäss
Agil – mobil – fragil?

Georg Dunkel
Leistungsfähiger Öffentlicher Verkehr als Grundgerüst des
Verkehrsangebotes in Stadt und Region

Wolfgang Hesse
Anmerkungen zu den Beiträgen

Karl-Dieter Bodack
Zügige Pläne: Fernverkehr auf der Schiene
von und nach München im Jahr 2030

Mathias Hintzen
Der 10-Minuten-Takt – ein Opfer für den Tieftunnel

Wolfgang Beyer
S-Bahn-Ausbau vor S-Bahn-Tieftunnel

Georg Kronawitter
Der Tunnel kommt – die Fragen bleiben

Georg Kronawitter
Nur noch ein paar Monate bis zur MUC-Express-S-Bahn

Klaus Bäumler
Fluss-Film-Fest München – Chance für Obere und Mittlere Isar gemeinsam nutzen!

Karl Klühspies
Max-Joseph-Platz


Pressemitteilung: Alte Akademie

Das Letzte – Honi soit qui mal y pense


Ankündigungen:
Arbeitskreise im Februar/März

Bürgergutachten Viktualienmarkt

Hochschulpreis 2018

Radio Lora

Impressum

Standpunkte 12.2017/1.2018: Bodenrechtsreform jetzt!

Abbruch in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,
warum Grund und Boden und das Bodenrecht in der öffentlichen Diskussion ein Schattendasein führt, ist eigentlich unverständlich. Als physische Grundlage unseres Daseins müsste das Thema eigentlich im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit den Naturressourcen und das soziale Miteinander stehen. Aber das Handeln mit dem Boden scheut das grelle Licht der Öffentlichkeit, auch in München. Das hat seinen Grund: Der Bodenmarkt verschafft riesige leistungslose Gewinne bei Wenigen und vertieft die soziale Kluft – der Reibach lässt sich umso leichter einstreichen, je weniger darüber geredet wird. Wer das ändern will, muss eine Bodenrechtsreform wollen. Zarte Initiativen dazu sprießen republikweit. – Dieses Standpunkte-Doppelheft will das Thema mit vorantreiben. Im Mittelpunkt steht ein Beitrag von Alt-OB Hans-Jochen Vogel, worin er die jahrzehntelang verdrängte Frage einer Bodenreform und deren verpassten Chancen aufgreift und für einen Neustart der Bodenreformdebatte appelliert. Drei Beiträge, von Mitgliedern des Münchner Forums auf dem „Klimaherbst“ vorgetragen, schließen sich an: vom irrigen Verständnis des Bodens als Ware, von leistungslosen Wertsteigerungen und vom schachernden Umgang der „öffentlichen Hände“ mit Grund und Boden in München. Das Beispiel einer bodenpreisgetriebenen Gefährdung einer Schwabinger Mietergemeinschaft und Unge-reimtheiten in der steuerlichen Behandlung von Hausbesitz durch Finanzbehörden runden das Schwerpunktthema ab.
Dies ist die letzte Ausgabe der Standpunkte in diesem Jahr. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern entspannende Feiertage, einen geruhsamen Jahresausklang und freut sich auf eine belebte, kritische Debatte um alle Fragen der Münchner Stadtentwicklung im kommenden Jahr 2018, in dem das Münchner Forum seinen 50. Geburtstag feiern wird.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 11.2017: München nachhaltig

Wohnring Neuperlach

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Liebe Leserin, lieber Leser,
„München nachhaltig“ haben wir den Themenschwerpunkt dieser Standpunkte-Ausgabe genannt – ein weites Feld. Eigentlich hätte ein dickes Fragezeichen dahinter gehört, denn die Richtung des Entwicklungsstroms, der München treibt, lässt wenig Sustainability erkennen. Nicht gelten sollte das Fragezeichen aber all jenen guten Ansätzen und Initiativen, die sich um die Verbreitung, Verankerung und Umsetzung nachhaltiger Planungs- und Handlungsmaximen vor Ort bemühen und von denen wir einige hier vorstellen. Thematisch knüpft dieses Standpunkte-Heft an das vorangegangene an, das der nachhaltigen Quartiersentwicklung gewidmet war. In diesem Sinne ist auch etwa der Beitrag von Helmut Steyrer über die „Entlastungsstadt Neuperlach“ zu verstehen: eine Zwischenbilanz nach 50 Jahren über ein damals wegweisendes Stadterweiterungskonzept. Heute ist das Nicht-Bauen so wichtig wie das Bauen in der Stadt; die Qualität des urbanen Raums zeigt sich im Umgang mit den Freiflächen und dem urbanen Grün. Klaus Bäumler weist auf die Gründung eines „Alpinen Grünen Städtenetzwerks“ hin, das München mit fünf weiteren Großstädten des Alpenraums gegründet hat, um „voneinander zu lernen“. Vielleicht von Salzburg, wo vor Jahren ein Bürgerbegehren zum Erhalt der grünen Salzburger Stadt-Landschaft äußert erfolgreich war. – Wir berichten ferner über den Fortgang der Debatte um das Museum Biotopia, dessen Neubau-Pläne das Nymphenburger Schloß-Ensemble erheblich zu beschädigen drohen, greifen den Konflikt um die Umbaupläne der Alten Akademie auf, bei dem das Architekten-Urheberrecht eine Rolle spielt, und weisen auf das aktuelle Vorhaben der Stadt hin, am Sattlerplatz Investoreninteressen eiligst bedienen zu wollen, bevor sinnvolle Nutzungskonzepte im bürgerschaftlichen Interesse öffentlich präsentiert und diskutiert werden.
Wie immer hoffen wir auf großes Interesse und kritische (oder andere) Reaktionen unserer Leser/innen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 10.2017: Nachhaltige Quartiersentwicklung

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Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dieser Standpunkte-Ausgabe beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit Fragen „nachhaltiger Quartiersentwicklung“. Lassen wir einmal die grundsätzliche Frage unbeantwortet, ob Städte überhaupt nachhaltig sein können, da in historischer Sicht Städtewachstum immer von Ressourcenzufuhren von außerhalb des Stadtgefüges abhängig war und ist, so hat sich heute doch die Einsicht nicht nur unter aufgeklärten Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch unter Politik- und Planungsverantwortlichen verbreitet, dass es angesichts von Klimawandel, Ressourcenvergeudung, gravierenden negativen Folgen wirtschaftlichen Renditestrebens und sozialer, (stadt)gesellschaftlicher Spaltungsprozesse unabdingbar ist, die Ziele heutiger und morgiger Stadtentwicklung – in toto und in den Quartieren – an den Prämissen sozialer, kultureller, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit so eng wie möglich auszurichten. Dass sich dabei alte und neue Widersprüche, Konflikte und Unverträglichkeiten auftun, erscheint unvermeidlich, spricht aber vom Grundsatz her nicht gegen das Nachhaltigkeitsziel. Die Beiträge in diesem Heft stecken das Themenfeld ab und skizzieren einige Antwortmöglichkeiten. Vertieft werden diese Fragen im Rahmen einer Veranstaltung des Münchner Forums am 25. Oktober unter dem Titel „Unser Quartier von morgen – Visionen für eine nachhaltige Entwicklung“, die am Beispiel des Domagk-Wohnparks im Münchner Norden entwickelt werden sollen.
Ferner enthält diese Standpunkte-Ausgabe ein Interview mit Frau Brigitta Michail. Sie hat das Urheberrecht an der rekons-truktiven Gestaltung der Alten Akademie inne, deren Wiederaufbau ihr Vater, Professor Josef Wiedemann, geplant und geleitet hatte.
Wie immer hoffen wir auf interessante Lektüre ebenso wie auf kritische Reaktionen und Diskussionsbeträge unserer Leser/innen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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