13.07.2026, Pressemitteilung des Arbeitskreises Junges Forum im Münchner Forum zum Leerstandsjubiläum des Zerwirkgewölbes:

Fast 7 Jahre Leerstand: Das Zerwirkgewölbe feiert trauriges Jubiläum – Einladung zur „Geburtstagsfeier“ am 20. Juli

Sieben Jahre Leerstand mitten in der Münchner Altstadt: Das denkmalgeschützte Zerwirkgewölbe im Eigentum des Freistaats Bayern steht seit 2019 ungenutzt leer und verfällt. Deshalb laden wir am Montag, den 20. Juli um 16:00 Uhr zur etwas anderen Jubiläumsfeier ein.

Das Zerwirkgewölbe aus dem 13. Jahrhundert, Münchens ältestes Gebäude. In den Jahrhunderten hat es Donnerwetter, Seuchen und Kriege überstanden – aber wird es die Bodenpolitik des Freistaats Bayern überleben? Der lässt das Gebäude seit nunmehr fast sieben Jahren zunehmend vergammeln.

Wo früher im Crux oder der Spezlwirtschaft getanzt, gefeiert und gegessen wurde, herrscht seit Jahren Leere. Statt das Gebäude endlich wieder mit Leben zu füllen, plant der Freistaat Bayern den Verkauf des Gebäudes. Aus einer Antwort auf eine Landtagsanfrage geht hervor, dass bereits Gespräche mit potenziellen Käufer*innen geführt werden. Dabei zeigt selbst eine Machbarkeitsstudie des Freistaats: Das Gebäude eignet sich für Kultur, Gewerbe, Wohnen oder soziale Nutzungen. Der Verkauf wäre ein weiterer Fall der massenhaften Privatisierung durch den Freistaat (https://der-grosse-ausverkauf.de/home/). Und das in einer der teuersten Städte Deutschlands – obwohl sich das Gebäude in öffentlicher Hand befindet.

Bezahlbare Flächen in zentraler Lage für Kleingewerbe, Soziokultur oder Gastronomie sind in der überteuerten Münchner Altstadt wichtiger denn jede Flächenressource in öffentlicher Hand sollte genutzt werden, um dafür bezahlbare Orte in München zu schaffen.

Während in München bezahlbare Räume für Kultur, Kleingewerbe und soziale Projekte verschwinden, lässt der Freistaat eines der geschichtsträchtigsten Gebäude der Stadt verfallen – nur um es am Ende möglicherweise meistbietend zu verkaufen. Das ist absurd“, so Florina Vilgertshofer vom Jungen Forum im Münchner Forum.

Ein neues Gesetz soll es Kommunen zukünftig erleichtern, in Extremfällen sog. Schrottimmobilien zu enteignen. Daher stellen wir auch die Frage in den Raum, ob die Stadt den Freistaat angesichts der extremen Vernachlässigung und des zunehmenden Verfalls des Gebäudes enteignen könnte.

Die Aktion am 20. Juli soll deshalb nicht nur auf den jahrelangen Leerstand aufmerksam machen, sondern auch zeigen, was möglich wäre: ein offener Ort für alle statt Luxuslofts oder Büroflächen. Vertreter*innen der Presse sind herzlich eingeladen, der Termin eignet sich zur Bildberichterstattung.

 

Diese Presserklärung / Dieses Schreiben gibt die Meinung des Arbeitskreises bzw. der Projektgruppe wieder, die sie fachlich erarbeitet hat und muss sich nicht mit der Meinung anderer Arbeitskreise, Projektgruppen und Gremien des Münchner Forums e.V. decken.

 

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Bildquellen:

  • Zerwirkgewölbe_München_-_Schild_User_Mattes_wikimedia_1200x800: User: Mattes / Wikimedia Commons
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