Wie lebt es sich in einem der jüngsten Stadtteile Münchens? Was funktioniert bereits gut – und wo wünschen sich die Menschen Veränderungen?
Beim 4. Stadtteilfest Freiham am 18. Juli 2026 lud das Münchner Forum die Besucherinnen und Besucher dazu ein, genau diese Fragen zu beantworten. An einem Infostand konnten sie ihre Gedanken, Wünsche und Kritik anonym aufschreiben. Innerhalb weniger Stunden entstand so ein vielseitiges Stimmungsbild des Quartiers – mit konkreten Ideen für die Zukunft Freihams.
Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen identifizieren sich mit ihrem Stadtteil. Sie schätzen das nachbarschaftliche Miteinander, die Grünflächen und die Angebote für Familien. Gleichzeitig benennen sie klar, wo aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht – etwa beim öffentlichen Nahverkehr, der Infrastruktur oder den Freizeitangeboten.
Als unabhängige Plattform für Stadtentwicklung versteht das Münchner Forum diese Rückmeldungen als wichtigen Beitrag der Stadtgesellschaft. Sie machen sichtbar, was die Menschen vor Ort bewegt, und liefern wertvolle Impulse für den Austausch mit Politik, Verwaltung und weiteren Akteurinnen und Akteuren.
Die offenen Antworten haben wir im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse thematisch ausgewertet. Dabei ließen sich die Rückmeldungen fünf Themenbereichen zuordnen:
- ÖPNV
- Naherholung
- Infrastruktur
- Kinder
- Soziales
1. ÖPNV
Beim Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) zeigte sich ein deutlicher Konsens: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine zeitnahe Verlängerung der U-Bahn nach Freiham. Gleichzeitig wird die Anbindung der Wohngebiete an die S-Bahn als verbesserungswürdig beschrieben. Darüber hinaus wurde mehrfach der Wunsch nach zusätzlichen, zentral gelegenen MVG My-Radl-Stationen geäußert.
2. Naherholung
Die bestehenden Naherholungsangebote werden insgesamt sehr geschätzt, wobei der Spielspringbrunnen positiv hervorgehoben wurde. Freilaufende, nicht angeleinte Hunde wurden mehrfach als störend empfunden.Es wurde außerdem rückgemeldet, dass im Stadtteil ein Schwimmbad sowie Sportvereine beziehungsweise zusätzliche Sportangebote fehlen. Konkrete Vorschläge für die Weiterentwicklung Freihams waren unter anderem ein Kneippbecken, weitere Grün- und Erholungsflächen sowie der Ausbau von Lebensräumen für Wildhasen.
3. Infrastruktur
In Bezug auf den Radverkehr wurden die Fahrradstraßen ausdrücklich gelobt, jedoch der Wunsch nach mehr Fahrradstellplätzen sowie ausleihbaren Lastenrädern an Mobilitätsstationen formuliert. Als verbesserungswürdig wurden hier auch die Radverbindung zwischen Freiham und Pasing sowie die Qualität einzelner Radwegoberflächen bezeichnet. Kritik an der Infrastruktur waren außerdem die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, Müll an den Straßenrändern und illegales Parken. Die Schaltung verschiedener Ampeln an der Bodenseestraße wurde als Hindernis wahrgenommen. Als konkrete Vorschläge wurden unter anderem zusätzliche Zebrastreifen – auch in Fahrradstraßen – sowie ein stationärer Blitzer in der Aubinger Allee genannt.
4. Kinder
Die Spielplätze und Angebote für Kinder werden von vielen Familien positiv bewertet. Die bereits oben genannte Kritik der langen Wartezeit an den Ampeln im Bereich der Bodenseestraße gilt insbesondere für Kinder auf dem Schulweg. Als mögliche Lösung wurde die Einrichtung einer Bedarfsampel vorgeschlagen.
5. Soziales
Das friedliche Miteinander und die gute Vernetzung im Viertel werden ausdrücklich gelobt, als Begegnungsmöglichkeit wurde der Wunsch nach mehr Festen geäußert.
Die zahlreichen Rückmeldungen zeigen, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner Freiham aktiv mitgestalten möchten. Dieses Engagement ist eine wertvolle Ressource für die weitere Entwicklung des Stadtteils. Eine Umfrage allein verändert noch keinen Stadtteil. Sie macht jedoch sichtbar, was die Menschen vor Ort bewegt – und schafft eine Grundlage für den Dialog mit Politik und Verwaltung.
Bildquellen:
- Freiham_Wohngebiet: © Michaela Schier




