22.06.2026, Pressemitteilung des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr (AAN) im Münchner Forum zur Busspur in der Lindwurmstraße.
Busspur nach Wiesn wieder einrichten – ohne Busspuren keine U-Bahnsanierung und keine U9!
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten an der U3/6 zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße wurde in der Lindwurmstraße eine Busspur eingerichtet:
- Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Busse im Schienenersatzverkehr (SEV) verbesserten sich deutlich
- Während der Wiesn verkehrt die U-Bahn wieder regulär
- SEV und Busspur sind dann nicht nötig. Insofern ist es folgerichtig, das während der Wiesn die Busspur aufgehoben ist
- Das Problem ist, dass nach Informationen des AAN die Busspur nach der Wiesn – wenn die U-Bahn Sanierung weitergeht – nicht wieder eingerichtet werden soll
Dazu AAN-Sprecher Berthold Maier: „Nach der Wiesn wird eine Pendel-U-Bahn zwischen Goetheplatz und Implerstraße eingesetzt. Das U-Bahn-Angebot wird damit auf ca. ein Vierteil reduziert. Zusätzlich fährt der SEV, um die erforderliche Kapazität zu erreichen. Der Bus wird aber – ohne Busspur – wieder massiven Verspätungen ausgesetzt sein. Somit werden nur wenige Fahrgäste den unattraktiven Bus und viele die Pendel-U-Bahn nutzen. Das Ergebnis: Eine überfüllte Pendel-U-Bahn und relativ leere SEV-Busse. Und die zu erwartenden geringen Fahrgastzahlen im Bus können dann als Bestätigung dienen, keine Busspur einzurichten: ‚Die geringe Nutzung der Busse zeigt ja, dass eine Busspur überflüssig ist.‘ Das schlechte Angebot führt zu weniger Fahrgästen. Das kann dann als Rechtfertigung des schlechten Angebots genutzt werden – ein vorhersehbarer Flop.“
Mit den in den nächsten Jahren fälligen Sanierungen der Münchner U-Bahntunnel kommen weitere Ersatzverkehre auf die Münchner Fahrgäste zu.
Dazu AAN-Sprecher Matthias Hintzen: „Das U-Bahn-Netz kommt in die Jahre, es werden größere Sperrungen wegen Sanierungsarbeiten unvermeidlich. Dies ist den Fahrgästen nur dann zumutbar, wenn der Ersatzverkehr gut organisiert ist: Eigene Busspuren, dichte Takte, ausreichend große Haltestellen mit Wetterschutz. Die U-Bahn hat Jahrzehntelang dem Autoverkehr durch Entlastung geholfen, nun muss während der Sanierungszeit eben der MIV den Fahrgästen Platz machen. Und falls – im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen – die U9 gebaut wird, wird die Anbindung der U9 ans bestehende U-Bahnnetz auch zu jahrelangen Unterbrechungen führen. Von einem guten ÖPNV profitiert auch der Autoverkehr: Je mehr Fahrgäste der ÖPNV hat, umso mehr Platz ist für den Autoverkehr. Aber für einen zumindest brauchbaren ÖPNV während der U-Bahnsanierung braucht es eben immer auch eigene Fahrspuren – sonst setzen sich die genervten Fahrgäste ins Auto und tragen so zu noch mehr Stau bei. Ganz klar: Ohne Busspuren geht es nicht.“
Diese Presseerklärung gibt nur die Meinung des AAN wieder und muss sich nicht mit der Meinung anderer Arbeitskreise des Münchner Forums e.V. oder der Meinung des Münchner Forums e.V. decken.
Bildquellen:
- 20210318-raeder-bus 1200×800: Wikimedia Commons




