27.07.2026, Der Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr kritisiert in seiner Pressemitteilung die geplanten Kürzungen bei der MVG trotz Rekord-Fahrgastzahlen und fordert, den ÖPNV zuerst konsequent zu beschleunigen.
Am kommenden Mittwoch soll in der Vollversammlung des Stadtrats das Anpassungsprogramm (Fahrplanangebot) der MVG für 2027 beschlossen werden. Trotz Rekord-Fahrgastzahlen bei der MVG im Jahr 2026 ist geplant, das Angebot bei U-Bahn, Tram und Bus zu kürzen.
AAN-Sprecher Berthold Maier: „Angesichts der Rahmenbedingungen bei der Finanzierung steht für den ÖPNV zu wenig Geld zur Verfügung: Die Einnahmeverluste durch das Deutschlandticket werden von Bund und Freistaat nicht ausreichend ausgeglichen – München selbst steckt in akuten Finanzproblemen. Insofern bleibt der MVG nichts anderes übrig, als zu Lasten der Fahrgäste einzusparen, da der Stadtrat keine zusätzlichen Mittel bereitstellt. Bei der Umgestaltung des Busnetzes werden auch gute Ideen realisiert, wie z.B. die Führung der Buslinie 52 durch die nördliche Au. Auf der anderen Seite ist zu befürchten, dass der Tausch der östlichen Linienäste bei der Tramlinie 19 und 21 zu erhöhter Unpünktlichkeit bei der Tram 19 führt: Zwei eher unzuverlässige Äste sollen zu einer langen Linie verbunden werden. Als die Linie 19 früher – wie künftig wieder geplant – von Pasing zur St. Veit Straße fuhr, war der Betrieb unzuverlässig.“
Vor allem aufgrund des Autoverkehrs sind Bus und Tram heute unpünktlicher als vor zehn Jahren. Das ist nicht nur ärgerlich für die Fahrgäste, sondern kostet auch Geld.
Dazu AAN-Sprecher Matthias Hintzen: „Die Behinderungen durch den Autoverkehr bremsen die Tram aus, der Fahrplan kann nicht mehr eingehalten werden. Die Tram erreicht ihre Endstation zu spät. Um die Übertragung von Verspätungen in die Gegenrichtung zu vermeiden, setzt die MVG auf manchen Linien zusätzliche Züge ein. Damit kann – durch den zusätzlichen zeitlichen Puffer – an der Endstation pünktlich abgefahren werden, auch wenn ein Zug verspätet ankommt. Bei der Tram sind insgesamt fünf zusätzliche Züge auf verschiedenen Linien zum Ausgleich der verkehrsbedingten Verspätungen im Einsatz. Das verursacht erhebliche Mehrkosten. Hier besteht akuter Handlungsbedarf: Kürzungen im Fahrplanangebot sind erst dann akzeptabel, wenn vorher alle Reserven durch Bus- und Trambeschleunigung ausgeschöpft sind. Leider fehlen in der Stadtratsvorlage entsprechende Vorschläge.“
Die Bedeutung der Busbeschleunigung zeigt sich auch beim Ersatzverkehr in der Lindwurmstraße: Da die Ersatzbusse für die U3 und U6 zu sehr im Stau stehen, wurde letzte Woche eine Busspur eingerichtet. AAN-Sprecher Berthold Maier: „Richtig ist, dass der Busverkehr priorisiert wird. Falsch ist, dass dies auf Kosten des Radverkehrs geht. Die U-Bahn unter der Lindwurmstraße bringt dem Autoverkehr durch Entlastung der Straßen seit Jahrzehnten großen Nutzen. Dann sind auch Einschränkungen des Durchgangsverkehrs während der mehrmonatigen Sanierungsphasen des U-Bahntunnels akzeptabel – Anwohner und Lieferverkehr müssen natürlich weiterhin ihre Ziele erreichen können.“
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- Tram an der Münchner Freiheit: Aleksei Smagin / Unsplash




