Pressemitteilung des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr (AAN) im Münchner Forum, 20.04.2021:

Im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans wurde vergangene Woche im Mobilitätsauschuss des Landkreises München die Verkehrsuntersuchung zur Verlängerung der Tram entlang der Wasserburger Landstraße vorgestellt. Nach derzeitigem Stand ist die Nachfrage nicht ausreichend, um den Bau der Tram zu rechtfertigen. Der Ausschuss entschied, u.a. eine Verlängerung der Tram bis Vaterstetten zu untersuchen.

Dazu Berthold Maier, Sprecher des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr (AAN): „Es ist sehr erfreulich, dass der Mobilitätsausschuss des Landkreises eine Verlängerung der Tram zum S-Bahnhof Haar oder bis Vaterstetten untersuchen will. Es wird nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht, anstatt das Untersuchungsergebnis zum Vorwand zu nehmen, die Planung einzustellen. Nun ist auch die Landeshauptstadt München gefragt: Die Tram ist in der Rahmenplanung Wasserburger Landstraße stärker zu berücksichtigen: Die Tram ermöglicht mehr Wohnungsbau und bessere Infrastruktur – durch die Tram kann der Mehrverkehr stadtverträglich und umweltfreundlich abgewickelt werden.

Zu untersuchen im Rahmen eines Verkehrskonzeptes ist auch, inwieweit die geplanten Bauvorhaben in Kirchtrudering (z.B. Messestadt 5. Bauabschnitt, Rappenweg) mittels einer Tram, die von der Wasserburger Landstraße abzweigt, erschlossen werden können. Angesichts der erwarteten Zunahme des MIV (motorisierter Individualverkehr) durch die geplante Bebauung ist auch hier ein attraktives Nahverkehrsmittel erforderlich. Im Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt München ist ja eine entsprechende Abzweigung der Tram in der Wasserburger Landstraße nach Norden vorgesehen.“

Ein erheblicher Anteil des Fahrgastaufkommens der Tram sind gemäß Verkehrsuntersuchung Fahrgäste der S-Bahn. Dazu AAN Sprecher Matthias Hintzen: „Auch auf Strecken vom Stadtrand bis nach Haidhausen zeigt sich die bessere Feinerschließung der Tram: Viele Fahrgäste bevorzugen die Trambahn gegenüber der S-Bahn aufgrund der kürzeren Fußwege von und zur Haltestelle. Und die Entlastung der S-Bahn ist auch kein Problem: Jeder Fahrgast, der mit der Tram fährt, macht Platz für einen neuen S-Bahn Fahrgast aus dem Umland. Angesichts des faktischen Stillstands beim S-Bahn Ausbau ist die Verlagerung von Fahrgästen auf eine parallele Tram die einzige Möglichkeit, mehr Kapazität auf der S-Bahn zu schaffen. Unverständlich ist und bleibt das stillschweigende Einverständnis fast aller politischen Akteure mit dem Stillstand beim S-Bahnausbau.“

Bildquellen:

  • Menschenschatten auf Gleisen: Friedrich Grössing