Nach Rand sieht es nur aus, wenn man in der Mitte steht. Die 310 Quadratkilometer München sind umgeben von 118,7 km Stadtgrenze. Dahinter ist die Welt nicht zu Ende und München keine Scheibe. Der Waldtruderinger denkt nicht an Grenzen, wenn er nach Haar zum Einkaufen geht, der Fasangartler nicht, wenn er ins Freibad nach Unterhaching radelt und auch nicht der Pasinger, der zum OBI nach Martinsried fährt. Für Hunderttausende Münchner ist der Flecken Erde, der in der Nähe des Endes der örtlichen Zuständigkeit einer Verwaltung liegt (ganz schön schwierig, das Wort Stadtgrenze zu vermeiden) nämlich eines: Heimat. Es gibt dort keine Sehenswürdigkeiten, keine Touristen, keine Instagram-tauglichen Fotomotive, dafür etwas anderes: einen Supermarkt, die Grundschule der Kinder, einen netten Biergarten, bezahlbare Mieten und einen Badesee. Nur Idylle gibt es keine, darin bleibt sich München treu. […]
Editorial Michael Schneider

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