Münchens Bevölkerung wächst; die Stadt strebt eine städtebauliche Verdichtung an – und der Handel antwortet mit der Ausdünnung seines Filialnetzes. Laufend verschwinden wohnstandortnahe Läden und andere Nahversorgungseinrichtungen in den Stadtquartieren, viele kleine Läden haben keine Chance zum Überleben, stattdessen setzen die Handelskonzerne, die Großen Vier, auf autoorientierte hochproduktive Großstandorte. Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichen, gerade in schwierigeren sozialen Lagen haben das Nachsehen, wenn Renditestreben das Versorgungsinteresse schlägt. Auf diese sich ändernden Bedingungen reagieren Initiativen für neuartige, alternative und zum Teil längst bekannte, nun revitalisierte Versorgungskonzepte. Dabei stehen die Gedanken des Nutzens für die Kunden und auch die Selbstversorgung im Vordergrund, nicht das Gewinnstreben. Und selbstverständlich die Nachhaltigkeit der Produkte in ihrer Herstellung und der Vertriebswege.
Wir stellen in dieser Standpunkte-Ausgabe Beispiele für diese neuen (Selbst-)Versorgungskonzepte in München vor, indem wir Akteure gebeten haben, über ihre Projekte zu berichten. Wenn diese eine Zukunft haben sollen, muss aber auch die Bereitschaft der Bürger wachsen, diese Angebote als Kunden auch zu nutzen.

 

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Themenschwerpunkt: Nachhaltige Versorgungskonzepte

Slow Food München – Anders einkaufen: Von Lebensmitteln ohne Strichcode, Einkaufsgemeinschaften und solidarischer Landwirtschaft

In aller Munde und allen Medien: Urban Gardening – was soll das eigentlich?

Der Freiluftsupermarkt in München-Freiham Eine internationale Stadt aus Stroh – Wie ein Stadterweiterungsgebiet kulturell vorgeprägt wird

Münchner Wochen- und Bauernmärkte

„Aus meinem Krautgarten“ – Interview

Heinrich Schlicht 1864-1932 – ein Pionier der Kleingartenbewegung in München

Verteilen statt Vernichten – gelebte Nachhaltigkeit mit Sorgfalt

Essbares Andernach – und warum so was in München nur schwierig ist

Verpackungsfrei einkaufen – Supermarkt OHNE in der Maxvorstadt eröffnet

Bezahlbares Wohnen für alle Wohnungsnot beseitigen – sozialen Frieden erhalten