Gemeinsame Stellungnahme des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr (AAN) im Münchner Forum und des Fahrgastverbands PRO BAHN zum Entwurf der Mobilitätsstrategie der LH München, April 2022:

Strategie, Ziele, Zwischenziele und Umsetzung der Einzelmaßnahmen – die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied

Das Leitbild ist – richtigerweise – »die am Menschen orientierte Mobilität in einer am Menschen orientierten Stadt« (Seite 5 oben). Dazu müssen die negativen Auswirkungen des MIV stark reduziert werden, insbesondere der Flächenverbrauch sowie die CO2-und Feinstaub-Emissionen. Das Werkzeug dazu ist die Verkehrswende. Wichtig ist die Umverteilung bisher vom MIV beanspruchter Flächen zum Umweltverbund (ÖV, Rad- und Fußverkehr) oder die Umnutzung dieser Flächen als Grün- und Aufenthaltsflächen. Die Mobilitätsstrategie definiert die für die Verkehrswende erforderlichen städtischen Maßnahmen.
Die Strategie beschreibt die Grundsätze, der konkrete Nutzen für Bürger und Stadtgesellschaft entsteht mit der Umsetzung. Daher ist die Strategie mit sinnvollen Teilzielen zu unterfüttern, und mit Messkriterien und Zwischenzielen zu versehen. Darauf aufbauend erfolgt eine fortlaufende Berichterstattung, die die Zielerreichung sicherstellt, und eventuell auftretende Lücken rechtzeitig identifiziert.
Konkrete Maßnahmen, wie z.B. Bike & Ride an den Schnellbahnstationen (ausreichend Stellplätze mit Wetterschutz) sowie Verbesserungen der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei Tram und Bus durch eigene ÖV-Trassen entfalten unmittelbar positive Wirkung – unabhängig von der Mobilitätsstrategie.
Andererseits würde eine Mobilitätsstrategie ohne den politischen Willen zur Umverteilung von Flächen eine leere Hülle bleiben müssen.
Ein klassisches Münchner Beispiel für eine gute, aber nicht umgesetzte Strategie ist der Polyzentrische Stadtentwicklungsplan: Dieser wäre ein Schritt zu der 15-Minuten-Stadt gewesen, wurde jedoch entgegen aller Beschlüsse im Bereich Mobilität nicht umgesetzt. Vielmehr wurde durch den Bau des radialen Schnellbahnnetzes zusammen mit der Vernachlässigung des Oberflächen-ÖVs die Entwicklung hin zur monozentrische Stadt gefördert.

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier nachlesen.