Pressemitteilung des Arbeitskreises ‚Attraktiver Nahverkehr‘ (AAN) im Münchner Forum, 20.01.2022:

Planungen zum weiteren Netzausbau beschlossen – neben den Strecken die Betriebshöfe nicht vergessen


In der Vollversammlung am 19. Januar 2022 hat der Stadtrat die Finanzierung des ÖPNV Bauprogramms beschlossen. Damit wird die Finanzierung mehrere Trambahnstrecken – so z.B. Trambahn-Nordtangente, Tram Münchner Norden, Trambahnstrecken in der Wasserburger Landstraße und nach Ramersdorf-Perlach – gesichert. Weiterhin sollen auch die Voruntersuchungen für weitere Strecken – so z.B. von der Amalienburgstraße nach Freiham und der Tramsüdtangente zwischen Sendling und Giesing bis Mitte 2024 vorgenommen werden.

Dazu AAN-Sprecher Berthold Maier: „Grün-Rot macht mit dem Tempo beim Trambahnausbau weiter: Die ersten Strecken wurden im Dezember 2021 auf den Weg gebracht, nun folgen mit dem ÖV Planungsprogramm die Planungen für den weiteren Netzausbau. So wird der ÖPNV schrittweise immer besser. Es wird ernst mit der Verkehrswende.“

Für ein besseres Angebot auf einem größere Trambahnnetz werden mehr Fahrzeuge als heute benötigt. Dazu AAN-Sprecher Matthias Hintzen: „Es werden unbedingt neue Betriebshöfe benötigt, um die zusätzlichen Fahrzeuge abstellen und warten zu können. Keine neuen Betriebshöfe – kein besseres Angebot. Daher ist der Betriebshof in Fröttmaning so wichtig für den ÖPNV-Ausbau. Die Planung muss schnellstmöglich umgesetzt werden.“

Bei einem so wichtigen Vorhaben wie der Verkehrswende kommt es darauf an, die Mittel so einzusetzen, dass der maximale Klimanutzen pro investierten Euro erreicht wird.
Dazu AAN-Sprecher Berthold Maier: „Angesichts der geplanten Investitionen in U-Bahn und Tram in den nächsten Jahren – rund 500 Millionen Euro für die Tram und eine knappe Milliarde Euro für die U5 nach Pasing – sollte klar sein, welcher Nutzen damit verbunden ist. Insofern überrascht es, dass sich Grün-Rot im Rahmen des „Grundsatzbeschlusses II Klimaneutrales München 2035“ (https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/6998663) im Bereich Mobilität mit einer pauschalen Abschätzung der Effekte auf die Verlagerung des Autoverkehrs zufrieden gibt: Es ist wichtig, möglichst genau zu wissen, wieviel CO Emissionen sich durch welche Investitionen in U-Bahn, Bus und Tram vermeiden lassen. Eine ähnliche Vorgehensweise hat auch der Klimarat der Landeshauptstadt München in seiner Stellungnahme zum Grundsatzbeschluss II vorgeschlagen.

Egal, wie gut die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sind, egal, wie viele Zuschüsse von Bund und Land kommen – beim ÖPNV Ausbau werden immer Priorisierungen notwendig sein. Die Entscheidungen dafür müssen auf einer möglichst soliden Grundlage stehen.“

 

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  • 20210423-ÖPNV-gschauerplatz-tram-004-groessing: F. Grössing