12.12.2025, Pressemitteilung des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr (AAN) im Münchner Forum e.V. zu den geplanten Einsparungen beim Fahrplanangebot der MVG.

Der Ausbau des ÖPNV ist ein wesentliches Ziel der Grün-Roten Stadtratsmehrheit. Eine Verbesserung des Fahrplanangebots ist in den letzten Jahren nur an einigen Stellen erfolgt. Jetzt stehen gemäß der Stadtratsvorlage des Referats für Arbeit und Wirtschaft erhebliche Kürzungen im Raum.

Dazu AAN-Sprecher Berthold Maier: „Vor einem Jahr war mit der Inbetriebnahme der Nacht-U-Bahn zu hören, dass München damit weltstädtisch wird. Der in einigen Stadtteilen unter der Woche völlig fehlende Nachtverkehr wurde dabei geflissentlich übersehen. Vor drei Monaten wurde im Zusammenhang mit der Bewerbung um die Olympischen Spiele ein massiver Ausbau des ÖPNV versprochen. Am Ende des Jahres reicht der politische Wille nicht einmal aus, das bestehende Angebot zu halten.“

Die geplanten Einsparmaßnahmen gehen weit über die Kürzungen der letzten Jahre hinaus.
Dazu AAN-Sprecher Matthias Hintzen „Im Jahre 2026 sollen bei den Betriebskosten der MVG gute neun Millionen Euro, ab 2027 fast 16 Millionen Euro eingespart werden. Die geringere Summe für 2026 erklärt sich daraus, dass die Kürzungen für 2026 aus Planungsgründen erst unterjährig erfolgen können. Dies bedeutet erhebliche Kürzungen bei Bus, Tram und U-Bahn.
Laut Vorlage sollen die Einsparungen so erfolgen, „dass es zu keinen wesentlichen Nachteilen der Kund*innen kommt. Im Wesentlichen sollen Verkehre eingespart werden, die in Zeiten schwacher Nachfrage nicht gut ausgelastet sind.“ Das ist völlig illusorisch. Um diese Summe zu erreichen, müssten voraussichtlich einzelne Linien ganz oder zeitweise eingestellt werden. Darüber hinaus würde es dann an vielen Stellen keinen 10-Minuten-Takt mehr geben, sondern nur noch einen 20-Minuten-Takt.
Die Vorlage erweckt den völlig falschen Eindruck, dass es mit der Kürzung einiger schwach ausgelasteter Linien getan ist.
Das ist die größte Kürzung im ÖPNV-Angebot seit Jahrzehnten. Die mühsam durch den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur errungenen Erfolge werden damit aufs Spiel gesetzt.“

Im Gegensatz zum normalen Vorgehen bei Angebotskürzungen seitens der MVG erfolgte im Vorfeld keine Beteiligung der Bezirksausschüsse.
AAN-Sprecher Berthold Maier: „Es ist völlig unverständlich, warum zu den geplanten Kürzungen die Bezirksausschüsse nicht angehört wurden. Selbstverständlich sind Kürzungen beim ÖPNV kein angenehmes Thema. Aber auch bei unangenehmen Themen darf sich die Stadtpolitik der Diskussion nicht entziehen. Daher ist eine Beteiligung der Bezirksausschüsse bei diesem Thema unbedingt erforderlich.“

 

Diese Presseerklärung gibt nur die Meinung des AAN wieder und muss sich nicht mit der Meinung anderer Arbeitskreise des Münchner Forums e.V. oder der Meinung des Münchner Forums e.V. decken.

 

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Bildquellen:

  • Auf Wiedersehen bei der MVG: Foobian / Wikimedia
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