Standpunkte 12.2012: Muss München dichter werden?

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Liebe Lesern, lieber Leser,

Die Finanzierung des 2. Stammstreckentunnels steht! Steht sie wirklich? Kann auch gebaut werden? Und muss man die Hoffnung deshalb auf den 10 Minutentakt jetzt endgültig aufgeben? Wird Umsteigen in Zukunft lästige Pflicht? Jedenfalls ist der Finanzierungsdurchbruch für diese Planung kein freudiges Ereignis (S. 24). Überhaupt kommt keine Freude auf, wenn man liest, dass 40% ÖPNV Anteil am Verkehr dem Freistaat genug ist, ja, dass bezweifelt wird, dass sich dieser Anteil noch steigern lässt.
Da sind die Planungen zum Anschluss der Schleißheimer Straße an den Autobahnnordring kein gutes Vorzeichen (S. 24). Oberbürgermeister Ude fordert von der Landespolitik zu recht, das „Land ins Gleichgewicht“ zu bringen, damit sich die Arbeitsplätze nicht nur im Ballungsraum München versammeln. Das könne durch „Betriebsansiedlung und Wirtschaftsförderung“ gesteuert werden. Nicht nur in diesem Feld wünscht man sich klare politische Ziele, die auch an den Handlungen erkennbar Gestalt annehmen. Dazu passt nicht der Bericht über die Immobilienmesse EXPO Real (S. 21), bei der es an den vielen Boxen der Stadt München, die den Münchner Investitionsstandort hochjubelten, „wie auf dem Stachus“ zuging. Trotz der Hoffnungen auf eine Änderung der bayerischen Strukturpolitik, die ja gegenwärtig mit dem Argument einer anzustrebenden „Leistungsgerechtigkeit“ die Forderung nach „gleichwertigen Lebensverhältnissen“ des Artikels 20 des Grundgesetzes im Sinne des Wortes beklagt und konterkariert, muss München auf den Zuzugswunsch und die natürlich wachsende Bevölkerung mit ihren Wohnraumbedürfnissen mit Wohnungsneubau reagieren. Lesen Sie den Beitrag „Muss München dichter werden?“ (S. 2-4). Ob die Befürchtungen oder die Hoffnungen für die Stadtqualität, die sich durch Verdichtung ergeben,Wirklichkeit werden wird, sich zeigen. Jedenfalls muss für sorgfältige Stadtplanung Personal gefordert werden, um Lebensqualität zu schaffen (S. 18). Auch der Bericht über eine Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen „Klimaherbst“ bringt hierzu einen interessanten Beitrag zur Dachbegrünung (S. 22f). Diese hatte die Stadtgestaltungskommission am Stachus Planungsreferat 18 (Hotel Königshof) abgelehnt, den zernutzten öffentlichen Raum aber bei ihren Anmerkungen nicht kritisiert. Der 125. Geburtstag von Wilhelm Hoegner war Anlass für einen Briefwechsel mit Oberbürgermeister Christian Ude. Hoegner hatte den „freien Zugang zu den Seen und Flüssen“ in der Bayerische Verfassung verankert. Warum sollte das nicht auch am Flaucherpark gelten?
Der Briefwechsel mit Replik ist auf S.13-15 abgedruckt. Am 4. Dezember kommen die Jungen wieder zu Wort. Die zweite Runde der STADTfragen beginnt am 4.12.2012 mit einem Abend zur Frage „Wie werden Städte dem Klimawandel trotzen?“ (S. 12). Zum Handlungswissen der Mutbürger wollen wir auch diesmal einen Beitrag leisten. Was ist AGAM und was AGO (S. 16)? Wie immer freuen wir uns auf eine Diskussion..

WOLFGANG CZISCH
1.VORSITZENDER DES PROGRAMMAUSSCHUSSES DES MÜNCHNER FORUMS

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Inhaltsverzeichnis

Muss München dichter werden?

Gernot Brauer
Nachlese des Stadtbauweltgespräch – „Muss München dichter werden?“

Gernot Brauer
Neuer Autobahnanschluss für den Münchner Norden – Resultate einer Vergleichsplanung für den Autoverkehr

Gernot Brauer
Der U-Bahn geht’s „nass nei“ – MVG muss viele Bahnhöfe sanieren

Gernot Brauer
Die „Hofstatt“: Von der Baustelle zum Stadtquartier

Auftakt der STADTfragen am 4. Dezember: AUCH MORGEN NOCH STADT

Wolfgang Czisch/Klaus Bäumler
Zum 125. Geburtstag von Wilhelm Hoegner – Aufhebung der Sperre des Isaruferwegs im Flaucherpark

Klaus Bäumler
Handlungswissen für Bürger, Teil 3 – AGAM und AGO: Was verbirgt sich dahinter?

Gernot Brauer
Stadtqualität braucht viele gute Köpfe im Planungsreferat

Gernot Brauer
Wiedereröffnung des Lenbachhauses im Sommer: rundsaniert und mit neuem Anbau.

Gernot Brauer
Die Immobilienbranche boomt – Auch auf der Messe EXPO Real in München

Gernot Brauer
Sind Dachgärten die Zukunft der Städte? Ja, sagt das Fraunhofer-Institut UMSICHT

Gernot Brauer
Was geht bei der S-Bahn voran?


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