Standpunkte 6./7.2020: Neue Hochhäuser für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

braucht München neue Hochhäuser? Wenn es nach Bauinvestoren geht, scheint die Sache klar zu sein: dann würden 155 Meter hohe Twin Towers das Investment in die ehemalige Paketposthalle „abrunden“. Im Schatten dieser spektakulären architektonischen Maßstabssprengung stehen, so hört man, weitere Hochhausprojekte schon in Lauerstellung. Die Stadt lässt mit einer neuen „Hochhausstudie 2020“, der dritten in vier Jahrzehnten prüfen, wo überhaupt Hochhäuser städtebaulich und standörtlich Sinn machen könnten. Vieles wird aber von ihr nicht beantwortet werden: Was soll der stadtgesellschaftliche Nutzen von Hochhäusern sein; wie wollen wir in München zukünftig leben, wenn wir von Hochhäusern umstellt sind, die jeden Bezug von Urbanität vermissen lassen? Ein Ratsbegehren – auf Antrag des Stadtrats – oder ein Bürgerentscheid könnte, wie schon 2004, wieder einmal Klärung bringen, aber um die Frage der Höhe dieser Bauten allein wird es diesmal nicht gehen können.

Mit dieser Standpunkte-Ausgabe kündigen wir einen zweimonatigen Erscheinungsrhythmus an. Bereits in den vergangenen Jahren haben wir für die Ferienmonate August/September und zum Jahreswechsel für Dezember/Januar Doppelhefte erstellt. Der Arbeitsanfall in der Geschäftsstelle ist in den letzten Monaten angestiegen, auch durch wachsenden Umfang der Standpunkte-Ausgaben, ohne dass dafür zusätzliche Arbeitskapazitäten vorhanden sind. Wir hoffen, dass trotz der verringerten Erscheinungsfolge es uns gelingen wird, unsere Leser/innen regelmäßig über die Arbeit des Münchners Forums und zu Fragen der Stadtentwicklung zu informieren.

Die Corona-Zeit hat auch zu Handicaps bei der Erstellung dieser Standpunkte-Ausgabe geführt. Deshalb kommt dieses Doppelheft 6./7.2020 leider erst Ende Juni, zur Mitte der Erscheinungsperiode heraus. Wir hoffen auf Nachsicht unserer Leser/innen – und bleiben Sie weiterhin gesund.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 4./5.2020: Straßenräume anders nutzen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Leben in Zeiten von Corona. Die Niederregelung des gesellschaftlichen Lebens zur Legitimierung der Pandemie-Bekämpfung erzeugt ein widersprüchliches Bild: Das Einschränken wesentlicher Grundrechte für den Erhalt der Gesundheit – auch im Interesse der besonders gefährdeten Menschen – geht einher mit der angenehmen Entschleunigung des öffentlichen Lebens im öffentlichen Raum – viel Platz auf Straßen und Plätzen, Bewegung ohne Eile: ein Fingerzeig, wie der öffentliche Raum auch genutzt werden könnte?

In unserer diesmaligen STANDPUNKTE-Doppelheft-Ausgabe (für April und Mai) fragen wir danach, wie Straßenräume als wesentliche Bühnen für unser stadtgesellschaftliches Leben zukünftig gestaltet werden sollen. Antworten auf den Klimawandel und die Mobilitätswende sind dabei maßgebend. Klar ist, dass die Räume zukünftig anders aufgeteilt werden und allen Nutzern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Das Zeitalter der Dominanz des individualen Pkw-Verkehrs in der Stadt ist vorbei. Deren Wege werden heute noch gesäumt vom Stehzeug, das mehr als 95 Prozent seiner Zeit zwischen An- und Abmeldung vielfach im öffentlichen Raum unbewegt vor sich hin rostet. Dafür ist zukünftig kaum noch Platz. Neugestaltung für neues Leben im öffentlichen Raum ist gefragt. Wie dies aussehen und wie dies geschehen könnte, dafür liefern unsere Beiträge zahlreiche Hinweise.

Wir müssen leider unseren Leserinnen und Lesern mitteilen, dass zwei unserer langjährigen Mitstreiter im Münchner Forum Ende März verstorben sind: der 1. Vorsitzende des Münchner Forum e.V., Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser, und der Stadtplaner Gerhard Meighörner. In zwei Nachrufen gedenken wir ihrer und trauern mit ihren Familien.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Straßenräume anders nutzen

Gisela Karsch-Frank, Kerstin Langer, Katja Beaujean
Straßenräume als Lebensräume zurückgewinnen

Sabrina Erlwein, Mohammad A. Rahman, Stephan Pauleit
Klimaanpassung im Straßenraum

Thomas Maier, Klaus Nürnberger, Birgit Rieder
Betonwüste Domagkpark

Paul Bickelbacher
Innovative Straßenraumgestaltung und Shared Space

Katharina Frese, Christina Pirner
Öffentlicher Raum auf Zeit

Torsten Müller
Sommer am Alpenplatz

Wolfgang Czisch
Öffentlicher (Straßen-)Raum für die Wasserburger Landstraße

Georg Kronawitter
Verpasste Chancen: Platz-Kanten ohne Ecken

Katharina Kirsch-Soriano da Silva
Straßenräume als Orte des sozialen Lebens: Beispiele aus Wien

Eric Treske
Wie funktioniert Straßenraumgestaltung?

Kyrill Hirner
Urban/Street Art, Stadtentwicklung und urbane Ästhetik

Neuerscheinung: Edition August Blössner

 


Standpunkte 3.2020: Gewerbe in der Stadt

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München lebt von seiner Wirtschaft – gewiss. Aber auch umgekehrt gilt: Seine Wirtschaft lebt von München – und das nicht schlecht. Von einem exquisit qualifizierten Arbeitskräfteangebot, von der Vielfalt der Wissenschafts-, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, von den national und international hervorragenden „harten“ und „weichen“ Standortbedingungen. Die Frage nach der Entwicklung des Gewerbes in der Stadt hat viele Facetten: Nicht unbedeutend für die Münchner Stadtentwicklung ist aktuell der Umstand, dass der Wachstumspfad, den München seit Jahrzehnten verfolgt, zwar einerseits als Prosperitäts-Generator der Agglomeration München wirkt, aber so ganz nebenbei all jene Effekte mitproduziert, die als soziale, ökologische und selbst wirtschaftliche Kollaterialschäden des „Wachstums“ immer deutlicher zutage treten.
Wir bescheiden uns in dieser Ausgabe auf einige wenige Aspekte des gewerblichen Wandels in der Stadt. Wir haben Unternehmen gebeten, Beispiele für den gewerblichen Strukturwandel an ihrem Standort darzustellen – Knorr-Bremse, das ehemalige Siemens-Gelände an der Balanstraße als neuer, vielfältiger Produktions- und Dienstleistungsstandort und die Wandlung des Paulaner-Brauereigeländes zu einem neuen, innenstadtnahen Wohnstandort am Nockherberg in der Au. Zudem erläutert ein Beitrag aus dem Planungsreferat den Zusammenhang von gewerblichen Wandel und neuen Flächenbedarfen in der Stadt.
Darüber hinaus befassen wir uns damit, was passiert, wenn das Landesamt für Denkmalpflege jetzt „gefühlte Denkmäler“ entdeckt und diese nicht mehr pflegt und dem Denkmalschutz keinen Schutz mehr gewährt – ein Beispiel aus der Maxvorstadt, pars pro toto. Und wir debattieren über den vorhandenen Gleisring, der schon längst als Erweiterung in das S-Bahn-Netz hätte integriert werden können, wenn Deutsche Bahn und Politik nur gewollt hätten. Und einiges mehr…
Wie immer hoffen wir auf kritische, gern auch lobende Reaktionen, sofern wir überhaupt das Interesse unserer Leser/innen erregen können.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Gewerbe in der Stadt

Susanne Bäumler, Torsten Brune
Gewerbe als Teil der Stadt

Volker Joksch
Knorr-Bremse-Areal

Peter Müller
Vom Sudkessel zum Südbalkon

Maximilian von der Leyen
Bestandsgewerbeflächen im Wandel

Max Ott
Anmerkungen zur politisch legalisierten Ertragserwartungsspekulation

Klaus Bäumler
Vollendeter Abbruch eines „gefühlten Denkmals“

S. Herzog, L. Fried, K. Fried, S. Gotre, M. und K. Lamottke
Ring frei für die Ringbahn!

Wolfgang Hesse
Stellungnahme zur „Ringbahn München“

Alea Metschkoll, Christina Lampart
ÖPNV im Münchner Norden

Michael Eckert
Technik im Schlosspark

Wolfgang Reinhardt
Monumentaler Kalenderbau

Klaus Bäumler
Guter Zustand der Isar für Fisch und Mensch

Detlev Sträter
Orte der Erinnerung

 


Standpunkte 12.2019 / 1./2.2020: Stadtentwicklung 2.0?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München wächst – nicht. Seit der Eingemeindung von Aubing/Langwied 1942 breitet sich München auf 310 Quadratkilometern Schotterebene links und rechts der Isar aus. München wächst – dennoch. 1958 trat München in den Kreis der wenigen bundesdeutschen Millionenstädte ein; seitdem sind noch einmal mehr als eine halbe Million Einwohner hinzugekommen. Und in den nächsten 15 Jahren soll – so eine Prognose der Landeshauptstadt – round about weitere 300.000 Einwohner (m/w/d) hinzukommen.
Die Anziehungskraft der Stadt beruht nicht zuletzt auf der Nachfrage nach Arbeitskräften für eine inzwischen technologie- und wissenschaftsaffine, weitgehend altlastenfreie Produktions- und Dienstleistungs-Wirtschaft. Das Muster: Die Unternehmen werben um zusätzliche Arbeitskräfte, die Landeshauptstadt kümmert sich um den Rest. Jede zusätzliche Arbeitskraft bedeutet auf längere Sicht mehr als zwei neue Einwohner für das Gemeinwesen – wohin, wenn die Flächenressourcen zu Ende gehen, wenn die infrastrukturellen Einrichtungen schon heute aus den Nähten platzen?
Es drängen sich Fragen auf: Die Stadt will ihren Stadtentwicklungsplan „Perspektive München“ fortschreiben: Weiter wie bisher, planning as usual, und damit Überplanung der letzten Flächenreserven an den Stadträndern und Nachverdichtung im Siedlungsbestand? Und was hilft dabei das Planungsinstrument der „städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM)? Stadtentwicklung für wen – für die ansässigen Bewohner oder für die Hinzuziehenden? Ist das ein Gegensatz oder miteinander kompatibel?
Oder tritt die Stadtentwicklung in ein neues Stadium ein – quasi Stadtentwicklung 2.0, getrieben von der Klimadebatte, den Anforderungen geänderter Mobilität und der verzweifelten Suche nach neuen Energieressourcen angesichts des absehbaren Endes des fossilen Energiezeitalters, mit Vorstellungen von einem „qualitativen, nachhaltigen Wachstum“? Was könnte das sein, und was könnte das für München bedeuten?
Diese und weitere Themen reißen wir in diesem Heft an, sicherlich unzureichend knapp. Wir möchten die Debatte mit unseren Leser/innen fortsetzen. Wir hoffen deshalb auf kritische Resonanz.
Münchens Wähler/innen entscheiden am 15. März auch über die Zukunft der Stadtentwicklung. Bei der letzten Kommunalwahl 2014 nahmen 58 Prozent der 1,087 Mio. stimmberechtigten Bürger ihr Mitentscheidungsrecht nicht wahr; der derzeitige Stadtrat legitimiert sich aus der Stimmverteilung von lediglich rd. 456.000 (= 42 Prozent) der möglichen Wählerstimmen. Wenn das zukünftig anders sein soll, sollten Sie Ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Stadtentwicklung 2.0?

A. Peter, M. Hanslmaier, A. Lorz
Gemeinsam die Zukunft gestalten!

Jessica Hanke, Ilka Kürbis
„Schwarmstadt München“

Sonja Sachsinger
München – wohin?

Stephan Reiss-Schmidt
München morgen: gut zusammen leben, bezahlbar wohnen!

Stellungnahmen zum Beitritt Bündnis ProSEM
Bernadette Felsch, Wolfgang Czisch,
Georg Kronawitter, Helmut Steyrer

Patric F.C. Meier
Stadtentwicklung: Tempo rausnehmen

Andreas Dorsch
Nachverdichtung – Lösung oder doch ein Problem?

Hans-Jochen Vogel
Wir brauchen eine neue Bodenordnung!

Bernadette-Julia Felsch
Bodenpolitik in anderen Staaten und globalen Regionen

Detlev Sträter
Aktive Bodenpolitik?

Karl-Heinz Hummel
Nachtgebet eines Immobilienentwicklers

Gunhild Preuss-Bayer
Wird das Kreativquartier autofrei?

Sylvia Hladky
Was sich Münchner BürgerInnen wünschen

Klaus Müller
Tatort Giesing

Katrin Sachs
Auf der Mauer, auf der Lauer

Maria Schlüter, Nick Förster
„Glyptotheke“

D. Sträter, K. Bäumler, W. Czisch
Leserbrief


Standpunkte 11.2019: S-Bahn-Ausbau – JETZT!

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Liebe Leserin, lieber Leser,

seit ihrer Eröffnung zu den Olympischen Sommerspielen 1972 bildet die S-Bahn zusammen mit der U-Bahn das Grundgerüst des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in der Region München. Die Bündelung aller Linien der S-Bahn in einem Tunnel („Stammstrecke“) zwischen Haupt- und Ostbahnhof macht sie zunehmend anfällig für Störungen. Vorschläge, bestehende Gleise im Süden („Südring“) und Norden („Nordring“) zur Entlastung zu nutzen und im Sinne eines großstädtisch angelegten Netzes auszubauen, wurden ernsthaft weder von der Deutschen Bahn noch vom Freistaat noch von der Stadt München verfolgt.
Stattdessen – warum einfacher und günstiger, wenn es auch komplizierter und teurer geht – wird nun ein zweiter Tunnel parallel zum ersten als „2. Stammstrecke“ unter der Innenstadt hindurch getrieben. Trotz jahrelanger Vorbereitungen offenbaren sich seit dem ersten Spatenstich viele Planungsfehler. Sie verlangen nach vielfältigen, aufwändigen Neuplanungen und damit nach neuerlichen Genehmigungsverfahren. Dies öffnet ein Zeitfenster für ein Moratorium, für einen Aufschub zum Nachdenken über die sinnvolle Zukunft des öffentlichen Verkehrs in der Metropolregion. Kritiker der Tieftunnelplanung fordern dies seit Jahren. Erneuert haben sie diese auf der Diskussionsveranstaltung „S-Bahn-Ausbau JETZT“ des Münchner Forums Anfang Juli. Darauf basiert dieses Standpunkte-Themenheft.
Wir weisen ferner auf ein Infrastruktur-Beschleunigungs-Gesetzesvorhaben des Bundes hin, das – entgegen politischer Beteuerungen – die Beteiligung der Bürger weitgehend aushebeln wird. Und wir dokumentieren einen Offenen Brief aus Planegg, der aufmerksam macht auf das Lobbying von Einfluss-Agenturen im Solde mächtiger Investoren, abzielend auf die unheilvolle Verquickung von Kapitalinteressen, Politik und Verwaltung – auch um lästige Bürgerinteressen dabei außen vor zu halten. Dieses und mehr in dieser Ausgabe.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 10.2019: 20 Jahre Messestadt Riem

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Liebe Leserin, lieber Leser,

20 Jahre ist es her, als die ersten Bewohner/innen ihre Wohnungen im neuen Stadtteil am Ostrand Münchens beziehen konnten. Er wurde auf der aufgelassenen Fläche des in die Region verlegten Flughafens Riem errichtet. „Messestadt Riem“ heißt dieser Stadtteil seitdem, wenngleich die Verlagerung der Münchner Messe von der Schwanthalerhöh nach Riem bei den allerersten Überlegungen für die Nachnutzung auf dem Flughafengelände noch nicht Thema war. Zwei Jahrzehnte Erfahrungen im und mit dem neuen Stadtteil – Anlass und Gelegenheit für eine Rückschau: Was ist gut gelungen? Wo muss nachjustiert werden? Welche Erfahrungen können daraus für weitere Stadtentwicklungen an anderer Stelle in München gewonnen werden? In dieser Standpunkte-Ausgabe kommen Personen zu Wort, die in unterschiedlicher Weise mit der Planung und Entwicklung der „Messestadt Riem“ befasst waren und sind, die dort leben und sich engagieren. Ihre Beiträge können nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt des Stadtteils geben. Gelungenes und Problematisches kommt gleichermaßen zu Wort.

Ferner enthalten diese Standpunkte u.a. eine Betrachtung zu der beabsichtigten Zerstörung des Eggartens auf dem Wege der Bebauung, einen Bericht über eine die Ruhe störende Inaugenscheinnahme der Innenstadt-Arkaden am „Tag des offenen Denkmals 2019“, über eine Veranstaltung über die Über- und Vernutzung des Schlossparks Nymphenburg, über das Wiederaufflammen der Hochhaus-Diskussion in München und vieles mehr.

Wir hoffen auf das Interesse unserer Leser/innen und somit auf kritische Resonanz.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 08./09.2019: Lebens-Raum Stadt: Flora – Fauna – Klimaschutz

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München steht unter Druck: ansässige Unternehmen werben um Beschäftigte für neue Arbeitsplätze, Menschen ziehen zu in der Hoffnung auf bessere Erwerbsmöglichkeiten. Der wirtschaftliche Erfolg fordert sein Tribut: München wächst in seinen Grenzen, rückt notgedrungen zusammen. Die Stadt verändert ihr Gesicht: Nachverdichtung allenthalben, neues Bauen auf konvertierten Altflächen, Stadterweiterungen am Stadtrand. Letzte Flächenreserven werden mobilisiert – zu Lasten der Tier- und Pflanzenwelt und des Klimaschutzes. Der Lebens-Raum Stadt gerät unter die Räder. Beim Abwägungsgebot gewinnt regelmäßig das Bauen; der öffentliche Raum, das öffentliche Grün verliert. Selbst das soziale Ziel der „Schaffung bezahlbaren Wohnraums“ ist inzwischen zu einer starren Formel geronnen, wird zu einer Allzweckwaffe gegen alles eingesetzt, was Investorenhandeln im Wege ist. Ober schlägt Unter.
Global denken: Mit der inzwischen weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ stemmt sich die junge Generation gegen den Klimawandel, fordert den Klimaschutz ein und pocht auf ihre fundamentalen Zukunftschancen. Lokal handeln: In München soll trotz kommunaler Biodiversitätsstrategie ein „biologisches Paradies“ (Eggarten) zu Bauland werden, sollen in die Stadtbelüftungsschneise im Westen die dann höchsten Hochhäuser platziert werden … – Hat das eine mit dem anderen nichts zu tun? Unser Standpunkte-Heft befasst sich mit einigen Facetten der natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen dieser Stadt und Schritten, mit denen sich die „Weltstadt mit Herz“ von sich selbst entfernt.
Wir hoffen auf interessante Lektüre und kritische Leser/innen-Reaktionen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 06./07.2019: Kunstareal München – heute

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Liebe Leserin, lieber Leser,

5 Jahre Bürgergutachten und 10 Jahre Kunstareal-Prozess – ein guter Anlass, um auf die Entwicklung des Kunstareals zurückzublicken und vor allem nach vorne zu schauen: Das Kunstareal ist kein starres Konzept, es soll zu einem großen „kulturellen Versammlungsplatz der Stadtgesellschaft“, zu einem lebendigen „Ort der Zusammenkunft und des Dialogs“ (G. Redlich) geöffnet werden.
Freistaat, Landeshauptstadt und die Stiftung Pinakothek der Moderne befördern seit 2009 die Zusammenarbeit der Kultureinrichtungen und Gremien vor Ort. Nun konzipieren die Museen gemeinsam Projekte und Veranstaltungen für höchst unterschiedliche Besuchergruppen. Das 4. Kunstarealfest am 13./14. Juli 2019 präsentiert die faszinierende Vielfalt dieser Arbeiten. Das Münchner Forum trägt nach Kräften bei, Menschen aus dem Stadtteil, der Stadt und Region an der räumlichen Planung des Quartiers zu beteiligen und die Empfehlungen aus dem Bürgergutachten zu verfolgen.
Die Standpunkte-Beiträge zeigen: Es fehlt nicht an guten Ideen. Ihre Umsetzung hakt oft an langen Abstimmungs- und Genehmigungswegen zwischen den Institutionen und Hierarchien. Ihre Schnittstellen sind „ausbaufähig“. Initiatoren neuer Projekte tun sich schwer im „Antragsdschungel“. Wo sind im Kunstareal die Schlüsselpersonen und „Knoten“, die die jungen Initiativen beraten und den Kunstareal-Prozess kraftvoll vorantreiben?
Oft geht es um die Grün- und Freiflächen im Kunstareal: Sie sind mehr als nur „Kitt“ zwischen den Museen; sie sind wertvolle Aktions- und Lebensräume für alle. Junge Leute wollen Treffpunkte ohne Stress und Konsum; Kreative suchen Freiräume für „fliegende“ Projekte, wie die Mohnblumenaktion von Walter Kuhn – der Königsplatz als Ort des gesellschaftlichen Dialogs.

Mit dieser Standpunkte-Ausgabe regen wir die Stadt, den Freistaat und alle Beteiligte im Kunstareal an, den Kunstareal-Prozess weiterzudenken: Das Kunstareal braucht neue Impulse!

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 05.2019: Temporäres Wohnen in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,
Wohnen an mehreren Orten und auf Zeit – multilokal und temporär – ist das Schwerpunktthema dieser Standpunkte-Ausgabe im Mai. Das „moderne“ Arbeitsleben verlangt in vielen Tätigkeiten Beschäftigungseinsätze an unterschiedlichen Orten außerhalb des eigenen Wohnsitzes – manchmal für Tage, Wochen, Monate oder gar mehr, und oftmals weit entfernt. Familiäres Zusammenleben und soziale Beziehungen leiden darunter, zerbrechen gar, und sortieren sich neu – bilden Patchwork-Familien, vervielfältigen Haushalte und erhöhen in der Summe den Wohnbedarf. So
ist temporäres Wohnen auch Ausdruck für die sich ausdifferenzierenden Arbeits-, Ausbildungs- und Lebensformen. Einige sagen euphemistisch „Individualisierung“ dazu, wo es sich doch eher um die Auflösung sozialer und gesellschaftlicher Zusammenhänge handelt. Wie auch immer: All dies benötigt zusätzlichen Platz fürs Arbeiten, fürs Wohnen und die vielen Wege dazwischen. Unser Themenheft „Temporäres Wohnen“ beschreibt einige dieser Ausdrucksformen und ihre Folgen für das Leben in der Stadt und anderswo.
Wir berichten ferner über den Kampf um den Individualverkehr- minimierten, Fuß- und Radverkehr-freundlichen Isarboulevard und greifen weitere Themen auf. Wie immer hoffen wir auf eine Leserschaft, die sich kritisch – so oder so – mit dem Heft auseinandersetzt und uns entsprechende Rückmeldungen zukommen lässt.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 4.2019: Zweite Flugschrift Alte Akademie

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Liebe Leserin, lieber Leser,
der Münchner Stadtrat wird voraussichtlich im Mai über den Bebauungsplan ‚Alte Akademie‘ entscheiden. Dieser wird die baurechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Wiener SIGNA AG, die einen Teil der Alten Akademie vom Freistaat Bayern 2013 für 65 Jahre in Erbpacht erworben hat, ihre Umnutzungspläne in Angriff nehmen kann. Der Komplex soll für Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Wohnen zugerichtet werden. Als gravierend und alarmierend ist die Forderung des Investors zu werten, den Großteil der Arkadenflächen an der Neuhauser Straße und Kapellenstraße, die Teil des öffentlichen Raums der Münchner Fußgängerzone sind, den privaten Nutzflächen zuschlagen zu wollen. Die Mehrheit von CSU und SPD im Münchner Stadtrat ist offenbar bereit, den Forderungen des Investors weitestgehend nachzukommen. Dagegen regt sich heftiger Widerstand in der Münchner Stadtgesellschaft.
Dieses Standpunkte-Sonderheft „Zweite Flugschrift Alte Akademie“ dokumentiert den Kampf um deren Arkaden. Es knüpft an die „Flugschrift Alte Akademie“ vom März 2017 an. Eine Auswahl der seither dazu in den Standp unkten erschienenen Beiträge sind hier nochmals versammelt, ergänzt um Repliken und Stellungnahmen, die im Bürgerbeteiligungsverfahren der B-Plan-Aufstellung oder in anderem Zusammenhang abgegeben wurden.
Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich der Stadtrat bei seiner Entscheidung von guten Argumenten leiten lassen wird. Ungeachtet dessen soll dieses Sonderheft die interessierten Bürgerinnen und Bürger über einen herausragenden stadtplanerischen Entscheidungsfall informieren und motivieren, den Kampf um die Arkaden nicht aufzugeben. Sollte den Forderungen des Investors politisch nachgegeben werden, dann wird – so ist zu befürchten – damit ein Präzedenzfall geschaffen für weitere Arkadenschließungen in der Münchner Innenstadt. Noch ist es Zeit, dem Einhalt zu gebieten.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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