Standpunkte 2./3.2021: Plätze – Passagen – Arkaden

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Plätze, Passagen, Arkaden stehen im Mittelpunkt dieser Standpunkte-Ausgabe – repräsentativ für den Öffentlichen Raum, der im Fokus des Interesses seit Bestehen des Münchner Forums steht. Plätze, Passagen, Arkaden sind Teil des Straßennetzes der Stadt, das heute immer noch hauptsächlich an den Bedürfnissen des motorisierten Verkehrs ausgerichtet ist: Plätze bilden hauptsächlich die Knoten, Drehscheiben und Verteiler des motorisierten Verkehrs; Passagen wirken wie Reminiszenzen aus vergangener Zeit und werden nur noch als Namensgeber für Konsumtempel verwurstet. Arkaden werden zum Vorraum für Schaufensterfronten degradiert und dürfen – wie im Falle der Alten Akademie – mit politisch-planerischem Segen zugunsten von Verkaufs- und Schauflächen ganz verschwinden, wenn der energische Investor es nur will.

Dabei zeigen nicht zuletzt die Pandemie-Maßnahmen, wie wichtig der öffentliche städtische Raum und die Nahmobilität plötzlich geworden sind. In einer entschleunigten Stadt der Mobilitätsvielfalt, die dem nicht-motorisierten Verkehr – dem Gehen, dem Spazieren und Flanieren, auch dem Radverkehr – wieder den Stellenwert einräumt, der ihm gebührt, können Plätze, Passagen, Arkaden so viel mehr sein: Plätze – kontemplative Aufenthaltsorte, gestaltete Identifikationsorte, Treffpunkte für Bewohner und Besucher, Ausgangspunkte für Stadtentdeckungen; Arkaden – bevorrechtigte Wege für Fußgänger, ob jung oder alt, und zugleich ihre Schutzräume entlang von Häuserfronten, wo Gehen und Stehen und Ratschen und Schauen gleichermaßen möglich ist; Passagen – vielfältige Angebote für ein Durchstreifen der Stadt auf immer neu zu entdeckenden Pfaden. Für eine Mobilitätspolitik im Klimawandel sind Plätze, Passagen und Arkaden wesentliche Gestaltungselemente des öffentlichen Raums. München sollte, München muss davon ausgiebig Gebrauch machen. Dieses Heft bietet Beispiele dafür, wie man es macht oder machen könnte – und vieles mehr.

Detlev Sträter, Klaus Bäumler
Vorsitzende des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 12.2020/1.2021: München und sein Urbanes Grün

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Urbanes Grün“ ist das Schwerpunktthema dieser Standpunkte-Ausgabe, die wir zum Jahreswechsel präsentieren. Für Investoren steht großflächiges Grün in der Stadt häufig für Bauerwartungsland. Pars pro toto: der Eggarten in Moosach. Stadtpolitik und planende Verwaltung denken und handeln hier längst weiter, wenngleich angesichts des anhaltenden Zuzugsdrucks das Versprechen, auch den Neubürgern eine angemessene Wohnung bieten zu wollen, häufig genug als Kniefall vor den Developern von Eigentums-Immobilien endet. Wann sind wir so ehrlich und sehen ein, dass Wohnungsbau auf den letzten Flächenreserven der Stadt und der Erhalt und die Ausweitung von wohnungsnahen Grünflächen für Spiel, Sport, für physische und psychische Erholung in der am dichtesten bebauten Stadt der Republik nicht zusammengeht? Wenn der Stadtrat die Ausrufung des „Klimanotstands“ im Dezember 2019 ernst gemeint haben sollte – und nicht als billige Reverenz an die „Fridays for Future“-Generation –, dann sind ein konsequentes Handeln zugunsten des Urbanen Grüns und die Stärkung seiner ökologischen und sozialen Funktionen erforderlich. Die Verbauung von Frischluftschneisen und Landschaftsschutzgebieten hat darin keinen Platz; dringlich ist die konsequente Wende zugunsten der Nahmobilität – und keine Werbeausstellungen von IAA-Energievergeudern auf Münchner Plätzen. Neben dem öffentlichen wird auch das private Grün eine deutlich stärkere Aufgabe übernehmen müssen.
Diese Standpunkte-Ausgabe versammelt Beiträge über den historischen, aktuellen und zukünftigen Umgang mit dem Urbanen Grün von Landschafts-Architekten, planender Verwaltung und Wissenschaft. Wir dokumentieren beispielhaft bürgerschaftliche Initiativen zu Gunsten des Erhalts, der Aufwertung und der Wiedergewinnung Öffentlichen Grüns. Dokumentiert und zur Diskussion gestellt werden auch die einschlägigen Vorgaben der „Koalitionsvereinbarung“ für die Stadtratsperiode 2020-2026 mit Bezug zum Urbanen Grün und zur nachhaltigen Stadtentwicklung.
Mit dieser Ausgabe wollen wir auch die diesjährige Jahresausstellung des Planungsreferats unterstützen, die von Januar bis März unter dem Titel „Die nachhaltige Stadt“ sich der Rolle einer vorausschauenden Stadtentwicklung widmet, die den Ausgleich ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Belange im Blick hat.
Wir wünschen Ihnen, wir wünschen Euch geruhsame Feiertage und einen friktionsfreien Übergang ins hoffentlich gute, nein: bessere Jahr 2021.

Detlev Sträter, Klaus Bäumler
Vorsitzende des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


München und sein Urbanes Grün

Matthias Castorph
Zwei Mal „Großstadtgrün“: Camillo Sitte und Karl Henrici

Susanne Hutter-von Knorring
Dichte braucht Freiraum

Klaus Bäumler
Koalitionsvereinbarung 2020-2026: „Mit Mut, Visionen und Zuversicht: Ganz München im Blick“

Florian Hochstätter
Grün in München

Regine Keller
Freiraum München

Simone Linke, Julia Mittermüller
Wertvolles Grün – nicht nur in Corona-Zeiten

Klaus Bäumler
Protagonisten des städtischen Grüns

Klaus Bäumler
Wiederherstellung des Hinterbrühler Parks als Erholungs- und Naturraum

Silvia Gonzalez, Johannes Rupp
Zukunftsvisionen für ein klimaangepasstes südliches Bahnhofsviertel

Klaus Bäumler
„Bürger-Werkstatt Öffentliches Grün“

Kai und Maria Lamottke
Der Große Grünwaldpark

Claudia Döring
Zukunftsgespräche auf dem Bürgersteig

Annette Rinn
Das Tal als coole bewaldete Oase

Nele Müller und Michael Seyfried
Öffentliches Grün und Plätze bürgerschaftlich pflegen und verbessern

Evelyn Knecht
Spielplatzpatenschaften für öffentliche Spielplätze

Norbert Abels
Projekt „Neureuther Platz“: Eine schwere Geburt…

Martin Fochler
Ein Landschaftsschutzpark für den Münchner Süden!

Georg Kronawitter
Die gar nicht so unnütze Unnütz-Wiese

Christine Burger
Zwei Jahre Ringen um Grünanlage Adam-Berg-Straße – und noch kein Ende

Georg Kronawitter
Arme kleine Grünanlage

Astrid Pfeiffer
Bau-Kies statt Bäume?

Hege Wiedebusch
Robinie – Baum des Jahres 2020

Klaus Bäumler
„Grüne Literatur“ im historisch-aktuellen Überblick

Nachruf auf Ernst Dill


Standpunkte 10./11.2020: Bürgerbeteiligung in der Praxis

Bürgerbeteiligung in der Praxis

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Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser STANDPUNKTE-Ausgabe geht es um „Bürgerbeteiligung in der Praxis“, dem Ur-Anliegen des Münchner Forums. Es ist selbst aus dem Engagement von Münchner Bürgerinnen und Bürgern in der Auseinandersetzung um die richtigen Ziele und Wege in der Münchner Stadtentwicklung entstanden. Denn die unmittelbare Beteiligung von Bürgern war eigentlich nicht vorgesehen in der parlamentarischen Demokratie, in der der „Souverän“ seine Macht periodisch in die Hände von Gewählten legt – und sich mit der Zuschauerrolle beim Politikprozess begnügt. Auch die gesetzlich gewährte Beteiligung von Bürgern, Stellungnahmen in Bauleitplan- und Planfeststellungsverfahren abgeben zu können, stellt faktisch nur geringen Einfluss sicher. Die vermehrte Gründung von Bürgerinitiativen in den 1970er, 80er und 90er Jahren signalisierte entschiedenen Anspruch auf bürgerschaftliche Mitsprache bei der Gestaltung aller Lebensbereiche. Und ebnete zugleich den Weg, dass in den 1990er Jahren Bürgerbegehren und Bürgerentscheide in Bayern Gesetzesrang per Volksentscheid erhielten – ein Meilenstein der direkten Demokratie. Aber auch dieses Beteiligungsinstrument muss in der Praxis Hürden überwinden. Bei aller Zufriedenheit über die Vielzahl von Angeboten für formelle und informelle Bürgerbeteiligung heute ist aber auch festzuhalten, dass der Einfluss des „großen Geldes“ auf die Stadtplanung und Stadtentwicklung in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Die Umprägung der Stadt als Lebensraum ihrer Bewohner zum Ort hochverzinslicher Kapitalverwertung ist in vollem Gange. Effektive „Bürgerbeteiligung in der Praxis“ ist dringlicher denn je, wenn sie nicht faktisch auf einen Placebo-Effekt reduziert werden soll.
Bleiben Sie gesund

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 8./9.2020: Brückenschlag für neuen Lebens-Mittel-Punkt

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Münchens „Bauch“ schrumpft und verschlankt: Die städtischen Versorgungseinrichtungen des Schlachthofs nördlich und des Großmarkthallen-Areals südlich des ehemaligen Südbahnhofs am Bahn-Südring verlieren Aufgaben an die international organisierten Handelskonzerne; sie kontrollieren die Lebensmittelherstellung und verleiben sich alle Produktions- und Vertriebsstufen schrittweise ein. Das zwangsläufige Händlersterben auch in München gibt Handelsflächen frei – und bietet Platz für neue Nutzungen: Der Großmarkt in Sendling soll sich, nach dem Willen des Stadtrats, in eine einzige gigantische Halle entlang der Schäftlarnstraße zurückziehen, über der sich ein Bürogebirge erheben soll, das – da in privater Hand errichtet – zur Gegenfinanzierung der Halle dient. Das verbleibende, nach Westen gerichtete Areal könnte samt den denkmalgeschützten Gebäuden ein Nukleus für eine neue Stadtteilmitte Sendlings sein. Im Anschluss im Süden, auf dem Bauhof der Stadtwerke (SWM) entsteht derzeit das Ausweichquartier für den sanierungsfälligen Gasteig-Kulturtempel. Für Sendling vielleicht eine Chance, dass auch nach der Gasteig-Sanierung an dieser Stelle Platz für kulturelle Vielfalt bleibt.

Das aufgelassene Viehhofgelände in der Isarvorstadt bietet dem Neubau des Münchner Volkstheaters eine neue Heimat und darüber hinaus viel Platz für Wohnen, Gewerbe und Grün. Noch finden hier vielfältige „alternative“ Nutzungen vor allem für und durch junge Menschen Raum. Für den Schlachthofstandort in unmittelbarer Nachbarschaft gibt es eine Bleibe-Garantie – noch.

Wir befassen uns in diesem Heft mit einem riesengroßen innerstädtischen Areal südlich des Stadtzentrums zwischen Theresienwiese und Isar, das sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erheblich wandeln wird. Es befindet sich ausschließlich in städtischem Grundeigentum. Es bietet damit eine der letzten, vermutlich die letzte Chance, hier den Wandel systematisch, abgestimmt, mit Augenmaß und unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger planvoll zu gestalten. Anzeichen lassen allerdings befürchten, dass die Stadtpolitik auch hier auf ihre Möglichkeiten verzichtet und das Einschlagen von Eckpflöcken privaten Investoren überlässt. – Vielleicht entstehen wieder, wie so oft, Handlungszwänge, bevor Stadtpolitik und Bürgerschaft ihre vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten überhaupt erkannt haben.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 6./7.2020: Neue Hochhäuser für München?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

braucht München neue Hochhäuser? Wenn es nach Bauinvestoren geht, scheint die Sache klar zu sein: dann würden 155 Meter hohe Twin Towers das Investment in die ehemalige Paketposthalle „abrunden“. Im Schatten dieser spektakulären architektonischen Maßstabssprengung stehen, so hört man, weitere Hochhausprojekte schon in Lauerstellung. Die Stadt lässt mit einer neuen „Hochhausstudie 2020“, der dritten in vier Jahrzehnten prüfen, wo überhaupt Hochhäuser städtebaulich und standörtlich Sinn machen könnten. Vieles wird aber von ihr nicht beantwortet werden: Was soll der stadtgesellschaftliche Nutzen von Hochhäusern sein; wie wollen wir in München zukünftig leben, wenn wir von Hochhäusern umstellt sind, die jeden Bezug von Urbanität vermissen lassen? Ein Ratsbegehren – auf Antrag des Stadtrats – oder ein Bürgerentscheid könnte, wie schon 2004, wieder einmal Klärung bringen, aber um die Frage der Höhe dieser Bauten allein wird es diesmal nicht gehen können.

Mit dieser Standpunkte-Ausgabe kündigen wir einen zweimonatigen Erscheinungsrhythmus an. Bereits in den vergangenen Jahren haben wir für die Ferienmonate August/September und zum Jahreswechsel für Dezember/Januar Doppelhefte erstellt. Der Arbeitsanfall in der Geschäftsstelle ist in den letzten Monaten angestiegen, auch durch wachsenden Umfang der Standpunkte-Ausgaben, ohne dass dafür zusätzliche Arbeitskapazitäten vorhanden sind. Wir hoffen, dass trotz der verringerten Erscheinungsfolge es uns gelingen wird, unsere Leser/innen regelmäßig über die Arbeit des Münchners Forums und zu Fragen der Stadtentwicklung zu informieren.

Die Corona-Zeit hat auch zu Handicaps bei der Erstellung dieser Standpunkte-Ausgabe geführt. Deshalb kommt dieses Doppelheft 6./7.2020 leider erst Ende Juni, zur Mitte der Erscheinungsperiode heraus. Wir hoffen auf Nachsicht unserer Leser/innen – und bleiben Sie weiterhin gesund.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 4./5.2020: Straßenräume anders nutzen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Leben in Zeiten von Corona. Die Niederregelung des gesellschaftlichen Lebens zur Legitimierung der Pandemie-Bekämpfung erzeugt ein widersprüchliches Bild: Das Einschränken wesentlicher Grundrechte für den Erhalt der Gesundheit – auch im Interesse der besonders gefährdeten Menschen – geht einher mit der angenehmen Entschleunigung des öffentlichen Lebens im öffentlichen Raum – viel Platz auf Straßen und Plätzen, Bewegung ohne Eile: ein Fingerzeig, wie der öffentliche Raum auch genutzt werden könnte?

In unserer diesmaligen STANDPUNKTE-Doppelheft-Ausgabe (für April und Mai) fragen wir danach, wie Straßenräume als wesentliche Bühnen für unser stadtgesellschaftliches Leben zukünftig gestaltet werden sollen. Antworten auf den Klimawandel und die Mobilitätswende sind dabei maßgebend. Klar ist, dass die Räume zukünftig anders aufgeteilt werden und allen Nutzern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Das Zeitalter der Dominanz des individualen Pkw-Verkehrs in der Stadt ist vorbei. Deren Wege werden heute noch gesäumt vom Stehzeug, das mehr als 95 Prozent seiner Zeit zwischen An- und Abmeldung vielfach im öffentlichen Raum unbewegt vor sich hin rostet. Dafür ist zukünftig kaum noch Platz. Neugestaltung für neues Leben im öffentlichen Raum ist gefragt. Wie dies aussehen und wie dies geschehen könnte, dafür liefern unsere Beiträge zahlreiche Hinweise.

Wir müssen leider unseren Leserinnen und Lesern mitteilen, dass zwei unserer langjährigen Mitstreiter im Münchner Forum Ende März verstorben sind: der 1. Vorsitzende des Münchner Forum e.V., Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser, und der Stadtplaner Gerhard Meighörner. In zwei Nachrufen gedenken wir ihrer und trauern mit ihren Familien.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Straßenräume anders nutzen

Gisela Karsch-Frank, Kerstin Langer, Katja Beaujean
Straßenräume als Lebensräume zurückgewinnen

Sabrina Erlwein, Mohammad A. Rahman, Stephan Pauleit
Klimaanpassung im Straßenraum

Thomas Maier, Klaus Nürnberger, Birgit Rieder
Betonwüste Domagkpark

Paul Bickelbacher
Innovative Straßenraumgestaltung und Shared Space

Katharina Frese, Christina Pirner
Öffentlicher Raum auf Zeit

Torsten Müller
Sommer am Alpenplatz

Wolfgang Czisch
Öffentlicher (Straßen-)Raum für die Wasserburger Landstraße

Georg Kronawitter
Verpasste Chancen: Platz-Kanten ohne Ecken

Katharina Kirsch-Soriano da Silva
Straßenräume als Orte des sozialen Lebens: Beispiele aus Wien

Eric Treske
Wie funktioniert Straßenraumgestaltung?

Kyrill Hirner
Urban/Street Art, Stadtentwicklung und urbane Ästhetik

Neuerscheinung: Edition August Blössner

 


Standpunkte 3.2020: Gewerbe in der Stadt

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München lebt von seiner Wirtschaft – gewiss. Aber auch umgekehrt gilt: Seine Wirtschaft lebt von München – und das nicht schlecht. Von einem exquisit qualifizierten Arbeitskräfteangebot, von der Vielfalt der Wissenschafts-, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, von den national und international hervorragenden „harten“ und „weichen“ Standortbedingungen. Die Frage nach der Entwicklung des Gewerbes in der Stadt hat viele Facetten: Nicht unbedeutend für die Münchner Stadtentwicklung ist aktuell der Umstand, dass der Wachstumspfad, den München seit Jahrzehnten verfolgt, zwar einerseits als Prosperitäts-Generator der Agglomeration München wirkt, aber so ganz nebenbei all jene Effekte mitproduziert, die als soziale, ökologische und selbst wirtschaftliche Kollaterialschäden des „Wachstums“ immer deutlicher zutage treten.
Wir bescheiden uns in dieser Ausgabe auf einige wenige Aspekte des gewerblichen Wandels in der Stadt. Wir haben Unternehmen gebeten, Beispiele für den gewerblichen Strukturwandel an ihrem Standort darzustellen – Knorr-Bremse, das ehemalige Siemens-Gelände an der Balanstraße als neuer, vielfältiger Produktions- und Dienstleistungsstandort und die Wandlung des Paulaner-Brauereigeländes zu einem neuen, innenstadtnahen Wohnstandort am Nockherberg in der Au. Zudem erläutert ein Beitrag aus dem Planungsreferat den Zusammenhang von gewerblichen Wandel und neuen Flächenbedarfen in der Stadt.
Darüber hinaus befassen wir uns damit, was passiert, wenn das Landesamt für Denkmalpflege jetzt „gefühlte Denkmäler“ entdeckt und diese nicht mehr pflegt und dem Denkmalschutz keinen Schutz mehr gewährt – ein Beispiel aus der Maxvorstadt, pars pro toto. Und wir debattieren über den vorhandenen Gleisring, der schon längst als Erweiterung in das S-Bahn-Netz hätte integriert werden können, wenn Deutsche Bahn und Politik nur gewollt hätten. Und einiges mehr…
Wie immer hoffen wir auf kritische, gern auch lobende Reaktionen, sofern wir überhaupt das Interesse unserer Leser/innen erregen können.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Gewerbe in der Stadt

Susanne Bäumler, Torsten Brune
Gewerbe als Teil der Stadt

Volker Joksch
Knorr-Bremse-Areal

Peter Müller
Vom Sudkessel zum Südbalkon

Maximilian von der Leyen
Bestandsgewerbeflächen im Wandel

Max Ott
Anmerkungen zur politisch legalisierten Ertragserwartungsspekulation

Klaus Bäumler
Vollendeter Abbruch eines „gefühlten Denkmals“

S. Herzog, L. Fried, K. Fried, S. Gotre, M. und K. Lamottke
Ring frei für die Ringbahn!

Wolfgang Hesse
Stellungnahme zur „Ringbahn München“

Alea Metschkoll, Christina Lampart
ÖPNV im Münchner Norden

Michael Eckert
Technik im Schlosspark

Wolfgang Reinhardt
Monumentaler Kalenderbau

Klaus Bäumler
Guter Zustand der Isar für Fisch und Mensch

Detlev Sträter
Orte der Erinnerung

 


Standpunkte 12.2019 / 1./2.2020: Stadtentwicklung 2.0?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

München wächst – nicht. Seit der Eingemeindung von Aubing/Langwied 1942 breitet sich München auf 310 Quadratkilometern Schotterebene links und rechts der Isar aus. München wächst – dennoch. 1958 trat München in den Kreis der wenigen bundesdeutschen Millionenstädte ein; seitdem sind noch einmal mehr als eine halbe Million Einwohner hinzugekommen. Und in den nächsten 15 Jahren soll – so eine Prognose der Landeshauptstadt – round about weitere 300.000 Einwohner (m/w/d) hinzukommen.
Die Anziehungskraft der Stadt beruht nicht zuletzt auf der Nachfrage nach Arbeitskräften für eine inzwischen technologie- und wissenschaftsaffine, weitgehend altlastenfreie Produktions- und Dienstleistungs-Wirtschaft. Das Muster: Die Unternehmen werben um zusätzliche Arbeitskräfte, die Landeshauptstadt kümmert sich um den Rest. Jede zusätzliche Arbeitskraft bedeutet auf längere Sicht mehr als zwei neue Einwohner für das Gemeinwesen – wohin, wenn die Flächenressourcen zu Ende gehen, wenn die infrastrukturellen Einrichtungen schon heute aus den Nähten platzen?
Es drängen sich Fragen auf: Die Stadt will ihren Stadtentwicklungsplan „Perspektive München“ fortschreiben: Weiter wie bisher, planning as usual, und damit Überplanung der letzten Flächenreserven an den Stadträndern und Nachverdichtung im Siedlungsbestand? Und was hilft dabei das Planungsinstrument der „städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (SEM)? Stadtentwicklung für wen – für die ansässigen Bewohner oder für die Hinzuziehenden? Ist das ein Gegensatz oder miteinander kompatibel?
Oder tritt die Stadtentwicklung in ein neues Stadium ein – quasi Stadtentwicklung 2.0, getrieben von der Klimadebatte, den Anforderungen geänderter Mobilität und der verzweifelten Suche nach neuen Energieressourcen angesichts des absehbaren Endes des fossilen Energiezeitalters, mit Vorstellungen von einem „qualitativen, nachhaltigen Wachstum“? Was könnte das sein, und was könnte das für München bedeuten?
Diese und weitere Themen reißen wir in diesem Heft an, sicherlich unzureichend knapp. Wir möchten die Debatte mit unseren Leser/innen fortsetzen. Wir hoffen deshalb auf kritische Resonanz.
Münchens Wähler/innen entscheiden am 15. März auch über die Zukunft der Stadtentwicklung. Bei der letzten Kommunalwahl 2014 nahmen 58 Prozent der 1,087 Mio. stimmberechtigten Bürger ihr Mitentscheidungsrecht nicht wahr; der derzeitige Stadtrat legitimiert sich aus der Stimmverteilung von lediglich rd. 456.000 (= 42 Prozent) der möglichen Wählerstimmen. Wenn das zukünftig anders sein soll, sollten Sie Ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Stadtentwicklung 2.0?

A. Peter, M. Hanslmaier, A. Lorz
Gemeinsam die Zukunft gestalten!

Jessica Hanke, Ilka Kürbis
„Schwarmstadt München“

Sonja Sachsinger
München – wohin?

Stephan Reiss-Schmidt
München morgen: gut zusammen leben, bezahlbar wohnen!

Stellungnahmen zum Beitritt Bündnis ProSEM
Bernadette Felsch, Wolfgang Czisch,
Georg Kronawitter, Helmut Steyrer

Patric F.C. Meier
Stadtentwicklung: Tempo rausnehmen

Andreas Dorsch
Nachverdichtung – Lösung oder doch ein Problem?

Hans-Jochen Vogel
Wir brauchen eine neue Bodenordnung!

Bernadette-Julia Felsch
Bodenpolitik in anderen Staaten und globalen Regionen

Detlev Sträter
Aktive Bodenpolitik?

Karl-Heinz Hummel
Nachtgebet eines Immobilienentwicklers

Gunhild Preuss-Bayer
Wird das Kreativquartier autofrei?

Sylvia Hladky
Was sich Münchner BürgerInnen wünschen

Klaus Müller
Tatort Giesing

Katrin Sachs
Auf der Mauer, auf der Lauer

Maria Schlüter, Nick Förster
„Glyptotheke“

D. Sträter, K. Bäumler, W. Czisch
Leserbrief


Standpunkte 11.2019: S-Bahn-Ausbau – JETZT!

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Liebe Leserin, lieber Leser,

seit ihrer Eröffnung zu den Olympischen Sommerspielen 1972 bildet die S-Bahn zusammen mit der U-Bahn das Grundgerüst des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in der Region München. Die Bündelung aller Linien der S-Bahn in einem Tunnel („Stammstrecke“) zwischen Haupt- und Ostbahnhof macht sie zunehmend anfällig für Störungen. Vorschläge, bestehende Gleise im Süden („Südring“) und Norden („Nordring“) zur Entlastung zu nutzen und im Sinne eines großstädtisch angelegten Netzes auszubauen, wurden ernsthaft weder von der Deutschen Bahn noch vom Freistaat noch von der Stadt München verfolgt.
Stattdessen – warum einfacher und günstiger, wenn es auch komplizierter und teurer geht – wird nun ein zweiter Tunnel parallel zum ersten als „2. Stammstrecke“ unter der Innenstadt hindurch getrieben. Trotz jahrelanger Vorbereitungen offenbaren sich seit dem ersten Spatenstich viele Planungsfehler. Sie verlangen nach vielfältigen, aufwändigen Neuplanungen und damit nach neuerlichen Genehmigungsverfahren. Dies öffnet ein Zeitfenster für ein Moratorium, für einen Aufschub zum Nachdenken über die sinnvolle Zukunft des öffentlichen Verkehrs in der Metropolregion. Kritiker der Tieftunnelplanung fordern dies seit Jahren. Erneuert haben sie diese auf der Diskussionsveranstaltung „S-Bahn-Ausbau JETZT“ des Münchner Forums Anfang Juli. Darauf basiert dieses Standpunkte-Themenheft.
Wir weisen ferner auf ein Infrastruktur-Beschleunigungs-Gesetzesvorhaben des Bundes hin, das – entgegen politischer Beteuerungen – die Beteiligung der Bürger weitgehend aushebeln wird. Und wir dokumentieren einen Offenen Brief aus Planegg, der aufmerksam macht auf das Lobbying von Einfluss-Agenturen im Solde mächtiger Investoren, abzielend auf die unheilvolle Verquickung von Kapitalinteressen, Politik und Verwaltung – auch um lästige Bürgerinteressen dabei außen vor zu halten. Dieses und mehr in dieser Ausgabe.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 10.2019: 20 Jahre Messestadt Riem

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Liebe Leserin, lieber Leser,

20 Jahre ist es her, als die ersten Bewohner/innen ihre Wohnungen im neuen Stadtteil am Ostrand Münchens beziehen konnten. Er wurde auf der aufgelassenen Fläche des in die Region verlegten Flughafens Riem errichtet. „Messestadt Riem“ heißt dieser Stadtteil seitdem, wenngleich die Verlagerung der Münchner Messe von der Schwanthalerhöh nach Riem bei den allerersten Überlegungen für die Nachnutzung auf dem Flughafengelände noch nicht Thema war. Zwei Jahrzehnte Erfahrungen im und mit dem neuen Stadtteil – Anlass und Gelegenheit für eine Rückschau: Was ist gut gelungen? Wo muss nachjustiert werden? Welche Erfahrungen können daraus für weitere Stadtentwicklungen an anderer Stelle in München gewonnen werden? In dieser Standpunkte-Ausgabe kommen Personen zu Wort, die in unterschiedlicher Weise mit der Planung und Entwicklung der „Messestadt Riem“ befasst waren und sind, die dort leben und sich engagieren. Ihre Beiträge können nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt des Stadtteils geben. Gelungenes und Problematisches kommt gleichermaßen zu Wort.

Ferner enthalten diese Standpunkte u.a. eine Betrachtung zu der beabsichtigten Zerstörung des Eggartens auf dem Wege der Bebauung, einen Bericht über eine die Ruhe störende Inaugenscheinnahme der Innenstadt-Arkaden am „Tag des offenen Denkmals 2019“, über eine Veranstaltung über die Über- und Vernutzung des Schlossparks Nymphenburg, über das Wiederaufflammen der Hochhaus-Diskussion in München und vieles mehr.

Wir hoffen auf das Interesse unserer Leser/innen und somit auf kritische Resonanz.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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