Ohne das grüne Band der Isar, das Ufer trennt und verbindet, ist München nicht zu denken. Der wilde Gebirgs uss mit seiner Unberechenbarkeit, über den sich früh mutige Brücken spannten, ist Geschichte. Heute genießen wir, unter dem Schutz eines Staudamms in den Bergen, eine renaturierte Isarlandschaft zum Wohle der Münchner Bürgerinnen und Bürger als Idylle und Erholungslandschaft. Die schlechten Stadtviertel am Fluss, wo man sich früher nasse Füße holte, sind Sehnsuchtsorte der Gentrifizierer geworden, so die Au und Untergiesing.
Diese große grüne Lebensader Münchens ist zur Mitte des Sommers Schwerpunktthema der Standpunkte-Ausgabe. Wir betrachten die Isar aus dem Blickwinkel der Geschichte, um zu verstehen, wie die Stadt- räume gewonnen wurden, die uns heute so selbstverständlich erfreuen.
Wasserkraftnutzung, Badevergnügen, Hochwasserschutz, Stadtentwässerung, Landschaftspark, Freizeitoase, Wohnidylle – es ist viel verlangt für einen einfachen Fluss mit vier Buchstaben. Über die oft widersprüchlichen Interessen in Vergangenheit und Gegenwart berichten wir in Beiträgen.
Die große Renaturierung der letzten Jahrzehnte hat den Fluss mit der Stadt versöhnt, hat den Stadtraum erweitert und wertvoller gemacht. Die Begeisterung für Veränderung lässt aber nicht nach: Junge Entdecker wollen neue Wege gehen bei der Gewinnung weiterer Freiräume entlang der neu erwachten Isar und bringen ihre Anregungen und Forderungen lautstark und kreativ vor, auch in diesen Standpunkten.
Wir widmen uns in dieser Ausgabe weiteren grünen Freiräumen unserer Stadt: So tragen wir zur Diskussion bei für ein langfristiges Freiraumkonzept, bringen historische Bürgerparks in Erinnerung und selbst vor den Münchner Vorgärten schrecken wir nicht zurück. So viel Lesestoff ermöglicht eine besonders inhalts- und seitenreiche Sommerausgabe der Standpunkte, die wir deshalb für August und September zusammen gefasst herausgeben. Die Oktoberausgabe erscheint dann wieder in bewährter Schlankheit.
Wir vom Redaktionsteam der Standpunkte freuen uns, wenn es uns gelingt, mit der Vielfalt der Beiträge zur grünen Stadt und ihrer vertrauten Flusslandschaft Ihr Interesse zu finden.

 

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Isar und öffentliches Grün

Klaus Bäumler „Verdichtung und Freiraum“ oder„verdichteter Freiraum“?

Klaus Bäumler Der Flaucher: Historisch-aktuelle Aspekte zum 175-jährigen Jubiläum des ersten Münchner Bürgerparks

Klaus Bäumler Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in der Münchner Süd-Isar notwendig

Klaus Bäumler Der Nußbaumpark und die Herzog-Wilhelm-Straße

Jutta Höcht-Stöhr Einmal öffentlicher Raum und zurück –Das rote Dach der Architekturwoche

Thomas Münster Die neue Lust am öffentlichen Raum

Wolfgang Czisch/Benjamin David Die Isar – mehr als ein Fluss

Klaus Bäumler Vorgärten – „öffentliches Grün“ in privater Hand

Gunhild Preuss-Bayer Lärmbrennpunkte im Münchner Westen

Helmut Steyrer Mitgliederempfang des Münchner Forums

Wolfgang Czisch In Erinnerung an Gislinde Bass


 

Lesen Sie folgende Beiträge aus dieser Ausgabe direkt hier auf der Website:

Friedhöfe [Standpunkte 12.2014]

Wir, die wir derzeit in unserer Stadt leben, sind Übergangsexistenzen zwischen den Generationen: Denen vor uns und denen, die uns folgen. Die vergangenen Generationen haben München geformt, verändert und zu dem gemacht, was wir als historisches und kulturelles Erbe...

Große Entwicklungsflächen in München [Standpunkte 11.2014]

Zwei Jahrzehnte lang war München in der glücklichen Lage, große Entwicklungsflächen im Stadtgebiet, die lange Zeit abgeschlossene Welten im Stadtgefüge waren, erschließen zu können. Große geopolitische und verkehrspolitische Entscheidungen (Kasernen wurden frei,...

„Destination München“ [Standpunkte 10.2014]

Zur Herbstzeit schaut die Welt auf München: O’zapft is! Wer gestern noch im Business-Anzug unterwegs war, begegnet uns heute als Phantasietrachtler in ledernen Beinkleidern. München hat seinen Höhepunkt an Tourismuskultur erreicht: Das Oktoberfest ist da! Natürlich...

Stadtverdichtungen [Standpunkte 07.2014]

Die wachsende Stadt München, höhere Dichten, die Bewältigung des Verkehrs, die Zunahme von Nutzungskonkurrenz und Lärm – all das beschäftigt uns in der heutigen Ausgabe der Standpunkte. Dabei nähern wir uns von verschiedenen Seiten dem Thema: Ein Bericht über Wien...

Gartenstädte [Standpunkte 06.2014]

Mit großer Intensität wird in München das Thema der langfristigen Siedlungsentwicklung diskutiert. Die Stadt sucht Strategien und Wege, um angesichts des enormen Entwicklungsdrucks und Zuzugs, der zu Wohnungsnot und Verdrängung führt, das Gleichgewicht in der...

Gated Communities [Standpunkte 05.2014]

In dieser Ausgabe ist unser Schwerpunktthema die Angst vor dem Leben da draußen. Wir beschäftigen uns mit „gated communities“, versuchen sie zu begreifen und zu erklären. Was treibt wohlhabende Menschen dazu, sich freiwillig einzuschließen, ihren Lebensraum zu...

Marienplatz mit Mariensäule

Interkulturelles München [Standpunkte 04.2014]

Seit es Städte gibt, gibt es Migration. Sie ist Wesensmerkmal einer ebendigen Stadt, wenn sie nicht erstarren und verkommen will. Das Thema Zuwanderung bildet den Schwerpunkt der aktuellen „Standpunkte“. Wir berichten über das interkulturelle Zusammenleben in der...

Oberbürgermeisterwahl 2014 [Standpunkte 03.2014]

Diese Ausgabe der Standpunkte hat ein einziges Thema: Die OB-Wahl in München. Wir wollen wissen: Welche Meinungen vertreten die Bewerberinnen und Bewerber der Stadtratsfraktionen für das Oberbürgermeister-Amt zu den Themenbereichen öffentlicher Raum, bezahlbares...

Wohnen und Genossenschaften [Standpunkte 02.2014]

Wie wohnen wir, welche Zukunft haben wir in München? – wo der Wohnungsmarkt von der Spielregel bestimmt wird: Wer sich München leisten kann, genießt es, wer nicht, verlässt die Stadt. Selbst aktive Wohnungspolitik, die seit Jahren mit viel Geld soziale Schieflagen...

Boden [Standpunkte 01.2014]

Das neue Jahr eröffnen die Standpunkte mit einem Schwerpunktthema, das eines der ältesten in der Stadtgesellschaft ist: Der Umgang mir Grund und Boden. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche erfasst auch den Boden und degradiert ihn zur Ware. Vor Jahrzehnten war...