Standpunkte 10./11.2018: Isar-Renaturierung – eine Zwischenbilanz

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Liebe Leserin, lieber Leser,
Bally Prell sang das „Isarmärchen“, Willy Michl besingt das „Isarflimmern“: die Isar, die knapp 14 Kilometer durchs Münchner Stadtgebiet fließt, hat viele Gesichter. Jahrhundertelang war der Gebirgsfluss die Wilde, die „Reißende“, die München Leben und Tod zugleich brachte. Sie wurde gezähmt, entlang Münchens Mitte gar in ein kanalähnliches Flussbettkorsett gepresst. Stadt und Fluss wurden sich fremd. Erst mit dem Erwachen der Ökologiebewegung wuchs das Verständnis, dass der Fluss durch die Stadt mehr ist als die Durchleitung von Gebirgswasser, bei Starkregen genutzt als Vorfluter für überschüssige Abwässer. Der Plan, der Isar so weit wie möglich ihren ursprünglichen Lauf wiederzugeben, wurde in den 1980er Jahren gefasst. Umgesetzt und abgeschlossen erst vor wenigen Jahren – zumindest im südlichen Teil bis zur Stadtmitte. Mit Erfolg: Die Isar wurde als vielfältig nutzbares Freizeit- und Naherholungsgebiet entdeckt. Der Erfolg macht zu schaffen: In der Jahreshälfte mit besseren Wetter, bekanntermaßen sind Münchner bei fast jeder Außentemperatur Frischluft-Hocker, ächzen die Isarufer unter Übernutzung – Vermüllung ist nur eine der Folgen. Die Fortführung der Renaturierung der Isar bis an die nördliche Stadtgrenze könnte entzerrend wirken. Weitere Ideen zur Isarnutzung wie ein Flussbad werden konkreter. Und mit den Ideen und Nutzungen wachsen auch die Nutzungskonflikte. Diese Standpunkte-Ausgabe zieht eine Art Zwischenbilanz der Renaturierungsbemühungen und lenkt den Blick auf Themen, die dabei auch eine Rolle spielen.
In den Standpunkten 5.2018 widmeten wir uns dem Thema der „gleichwertigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Bayern“, mit dem sich eine Enquetekommission des Bayerischen Landtags mehrere Jahre befasst hatte. In dieser Ausgabe stellen wir das Konzept „Das bessere Landesentwicklungsprogramm für Bayern“ vor – ein Appell, Landes- und Regionalplanung in Bayern wieder ernst zu nehmen, um aktives politisches Handeln gegen ungleiche und ungleichwertige Lebensverhältnisse einzufordern.
Diese Standpunkte-Ausgabe ist ein Doppelheft für die Monate Oktober und November – aus Zeitnot geboren. Die Vorbereitung und Durchführung der 50-Jahr-Feier des Münchner Forums – dieses Ereignis wird zudem von einem Sonderheft der Standpunkte begleitet – beansprucht zusätzlich zur laufenden Arbeit mehr als die volle Arbeitskapazität der Mitarbeiter/innen unserer Geschäftsstelle. Ihnen soll an dieser Stelle für ihren Einsatz herzlich gedankt werden.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis


Isar-Renaturierung – eine Zwischenbilanz

Hep Monatzeder
Der Isarplan – ein internationales Vorbild

Wolfgang Czisch
Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Wolfgang Czisch
Die Steilhänge der Isar

Walter Binder, Klaus Bäumler
Fortschreibung des Isarplans

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion

Benjamin David
Isarlust – Jetzt kommt das Isarflussbad

Dagmar Weber
Nur „Kult(ur)fluss“ oder auch ökologisch intakt?

Tobias Ruff
Wie sauber ist die Isar

Baureferat München
Maßnahmen für eine saubere Isar

Hartmut Keitel
Deine Isar e.V.

Christine Kammermeier
Fluss-Eldorado

Christine Rädlinger
Stadtraum mit ungekünstelter Orginalität

Stephan Reiss-Schmidt
Kulturlandschaft bewahren, Daseinsvorsorge sichern


Veranstaltung und Ausstellung zum Jubiläum

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