Standpunkte 05.2017: smart city

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Liebe Leserin, lieber Leser,
„smart city“ – unter diesem nichtssagenden Euphemismus sortieren und strukturieren derzeit die großen Städte weltweit ihre Aufgaben öffentlicher Verwaltung und ihre Funktionen der Daseinsvorsorge auf die Anforderungen der Digitalisierung sowie den Logiken der Informations- und Kommunikationstechnologie und der IT-Wirtschaft hin. Auch München macht mit und erhofft sich davon Rationalisierungen, Effektivierungen und zusätzlichen Mehrwert auf verschiedenen Aufgabenfeldern. Und tatsächlich, auch für uns Bürger/innen als „Kunden“ der Verwaltung fällt etwas ab; der Umgang mit ihr wird ja „so viel schneller“, „so viel weniger Wartezeiten“, „so viel praktischer“, „so viel besser“. Und das ist ja schon was.
„Smart phone“, „smart home“, „smart city“ – lautet als Kürzel der Dreiklang der Versprechungen für ein einfacheres, übersichtlicheres, besseres und vielfältigeres Leben. „Smart city“ erweist sich dabei als geniale Formel aus der PR-Werkstatt der Weißwäscher, die sich alle Mühe geben, die Erkenntnis zu verhindern, worum es eigentlich geht: um den Zugriff von „Big Data“ auf die Datenbestände und Handlungsroutinen der Städte und aller öffentlichen Akteure samt ihrer Kommunikation mit ihren „Kunden“, den Bürgern. Transparenz erweist sich dabei als Einbahnstraße: Tatsächlich findet ein Zentralisationsprozess der großen Wissens- und Datenbestände bei den globalen IT-Unternehmen statt, die die Wege des Datentransports definieren und beherrschen – und zugleich ein Enteignungsprozess all derjenigen, die diese Daten erzeugen und besitzen. Aber das kennen wir ja schon: längst haben wir die Eingangstüren zu unserer Privatsphäre für amazon, zalando und online-banking weit geöffnet. Wenn als nächstes das Bargeld verschwindet, mutieren wir Bürger endgültig zu Datenschatten in den Clouds. Dann erweisen sich die Sphären von „Öffentlichkeit“ und „Privatheit“, die Eckfeiler eines demokratischen Gemeinwesens, vollends als Schimäre. Dann sind wir endlich angekommen in der brave new world.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Klaus Bäumler/ Detlev Sträter
Alte Akademie: Der öffentliche Raum und der Kommerz

Alte Akademie und ihre Arkaden:
Der öffentliche Raum – ein Opfer des Kommerz?


Smart City

Manfred Miosga
Die digitale Transformation – Herausforderung für die Kommunen

Josef Schmid
München baut die Stadt von morgen:
Intelligente und nachhaltige Lösungen für Neuaubing- Westkreuz / Freiham

Sylvia Hladky
Smart City – der Schlüssel für die Stadt von morgen?

Georg Kronawitter
Meine „smart city“ – Anmerkungen eines digitale Immigranten

Elisabeth Merk
München wird smart

Klaus Bäumler
Handlungswissen für Bürger: Smart. Smart City. Smart Citizen.

Hinweise zu smart city

Lena Rickenberg
nebenan.de – lebendige Nachbarschaft digital

Smart City – der Schlüssel für die Stadt von morgen?

Bildquellen

  • Bild 1_Inzell-Projektkarte_©Infografik Oberländer: © Infografik Oberländer

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