„Auch ein emigré bleibt ein Mensch“

„… auch ein emigré bleibt ein Mensch und menschlich sein gewaltiges Schicksal, welches ihm keine Stätte in der bewohnten Welt zu lassen scheint.“ (Ernst Moritz Arndt 1798)

Wahlplakat der CSU zur Landtagswahl am 1. Dezember 1946 | Foto: Klaus Bäumler

Wahlplakat der CSU zur Landtagswahl am 1. Dezember 1946 | Foto: Klaus Bäumler

Die aktuellen Flüchtlingsströme nach Europa stellen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Politik und Gesellschaft vor enorme Herausforderungen.
Die aktuellen nationalen und europäischen Normen sind mit den Dimensionen der Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts und den daraus resultierenden Verpflichtungen zu humanitärer Hilfe nur schwer zu vereinbaren. Humanitäre Hilfe für Menschen, die ihre Heimat verloren haben, war und ist keine Selbstverständlichkeit.
Der von Ernst Moritz Arndt verwendete Begriff „emigré“ hat vielfältige Wandlungen erfahren. Die Gründe, welche Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Begriffe und Bezeichnungen, die sich entwickelt haben, um im alltäglichen Sprachgebrauch und in der Terminologie der Administration mit ihrem Schicksal umzugehen:
Abzuschiebender, Asylant, Asylantragsteller, Asylbewerber, Asylsuchender, Emigrant, Emigré, Refugé, Exilant, Expatriierter, Expat, Exulant, Flüchtling, Flüchtling ohne Aufenthaltsgestattung, Flüchtling ohne Duldung, qualifiziert geduldeter Flüchtling, unbegleiteter minderjähriger Flüchtling, Bootsflüchtling, Bürgerkriegsflüchtling, Klimaflüchtling, Kontingentflüchtling, Konventionsflüchtling, Umweltflüchtling, Wirtschaftsflüchtling, Geflüchteter, Immigrant, Migrant, Bürger mit Migrationshintergrund, Vertriebener, Heimatvertriebener, Displaced Person…

Unabhängig vom jeweiligen rechtlich-administra-tiven Status erinnert uns Ernst Moritz Arndt mit seinen zeitlosen Worten aus dem Jahr 1798 an das individuelle Schicksal der Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – ihre Heimat verlassen müssen und unser Mitgefühl verdienen.
Klaus Bäumler

 

 

Bildquellen

  • Wahlplakat der CSU zur Landtagswahl am 1. Dezember 1946: Klaus Bäumler

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