Standpunkte 8/9.2017: Das Münchner Forum

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Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dieser Doppelausgabe der Standpunkte für August und September möchten wir Sie in die Sommerpause entlassen, nicht ohne als Münchner Forum ein wenig Nabelschau zu betreiben. Der unmittelbare Anlass ist: unsere langjährige Geschäftsführerin, Frau Ursula Ammermann, geht Ende September in den Ruhestand. Und ab Oktober wird Frau Dr. Michaela Schier die Stelle der Geschäftsführerin beim Münchner Forum übernehmen. Wir haben dies als Gelegenheit genommen, mit beiden Gespräche zu führen: mit Frau Ammermann über ihre Zeit beim Münchner Forum und mit Frau Schier darüber, welche Erwartungen sie an ihre neue Tätigkeit hat und welche Motivationen und Erfahrungen sie dafür mitbringt. Und beide haben auch Persönliches angesprochen. – Persönlich gehalten sind auch die Beträge von Rolf Mantler über seine frühen Erfahrungen mit dem Münchner Forum und Wolfgang Beyer über eine aktuelle Radl-Exkursion seines Arbeitskreises. Ferner erinnert Georg Kronawitter daran, dass die aktuelle Diskussion über die Wiedersichtbarmachung der innerstädtischen Stadtbäche ohne die bereits vor mehreren Jahrzehnten dazu vorgelegten Planungen und Forderungen durch Karl Klühspies vom Münchner Forum nicht denkbar wäre. Und anderes mehr …
Auch die öffentliche, vom als Stararchitekt apostrophierten David Chipperfield losgetretene und unselig akzentuierte Diskussion um das „Haus der Kunst“ möchten wir nicht interventionslos verstreichen lassen. Iris Lauterbach und Dieter Klein melden sich zu Wort.
Allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir einen schönen Sommer – wo auch immer, in München oder anderswo, Sie ihn verbringen. Anfang Oktober melden wir uns mit der nächsten Standpunkte-Ausgabe zurück.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 07.2017: Kulturbauten – Museum Biotopia

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Liebe Leserin, lieber Leser,
das Museum „Mensch und Natur“ im Schlosskomplex Nymphenburg soll zum „Museum Biotopia“ ausgebaut werden und braucht dafür Platz. An seiner Stelle, erweitert um die Fläche des ehemaligen Genetik-Instituts der LMU, soll der erforderliche Neubau entstehen. Der erste Preis im Gestaltungswettbewerb wurde bereits gekürt: ein Bau im nördlichen Flügel des Schlosskomplexes, dessen derzeitige Fassadengestaltung auf das übrige Schloss keine Rücksicht nimmt. Kritiker beklagen, dass dieser Museumsbau des Freistaats Bayern erstmals die über 300 Jahre bewahrte strenge Symmetrie des Fassadenprospekts des Nymphenburger Schlosses unterbreche. – Ist es architektur-historische Unbedarftheit? Oder ist es Hybris, indem der Nymphenburger Schlosskomplex künftig auch von der Gestaltungskraft der Macher von Biotopia künden soll? Diese heben die „Einmaligkeit“ dieses „führenden“, „zukunftsweisenden“ Leuchtturm-Museumprojekts hervor. Sein Bauentwurf wird nicht als integraler Teil des Schlosskomplexes beschrieben, sondern als „an die Schlossanlage angrenzendes neues Museum“, das „neben dem Schloss“ errichtet wird und sich an dieses „anlehnt“. Seine Fassadengestaltung verleihe dem „unabhängigen“ Museumsbau ein „ansprechendes ‚Gesicht‘“, zugleich aber soll es sich „ans Ensemble“ des Nymphenburger Schlosses „anschmiegen“. Schloss und Museum sollen sich „auch unter architekturästhetischen Gesichtspunkten gegenseitig befruchten“ – wenn das Schloss denn dieser Befruchtung bedarf.
Die Inhalte des Themenschwerpunkt dieses STANDPUNKTE-Heftes hat der Arbeitskreis „Kulturbauten“ des Münchner Forums zusammengestellt. – Wir berichten ferner u.a. über den Szenario-Prozess „2040+“ im Rahmen der Münchner Stadtentwicklung und bringen einen Beitrag zum Stand der Diskussion zur Umwandlung der Sendlinger Straße in eine Fußgängerzone.
Wir hoffen, wie immer, auf interessante Lektüre und wünschen uns kritische Resonanz zum Fortgang der Debatten.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 06.2017: Der Sattlerplatz in München

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Liebe Leserin, lieber Leser,
kennen Sie den Sattlerplatz? Er ist in keinem Münchner Stadtplan eingezeichnet. Aber als „Sattlerstraße“ dient die wohl kürzeste Münchner Straße zwischen Färbergraben und Fürstenfelder Straße zu nicht viel mehr denn als Zufahrt ins Hirmer-Parkhaus. Das soll abgerissen werden, so ist es beschlossen. Doch: Was soll an diese Stelle kommen, zumal auf städtischem Grund, sofern das Kommunalreferat ihn nicht feilbietet? Wieder nur ein weiterer Kommerztempel, überstapelt mit weiteren Anwaltsbüros und als Krönung feinen teuren Opern-Wohnungen mit mindestens halbjährlicher Leerstandsgarantie? Am Sattlerplatz bietet sich die letzte Chance zur Entwicklung eines innerstädtischen Ortes mit sozial und kulturell kreativer Nutzungsvielfalt für die Münchner Bürgerinnen und Bürger, errichtet als ein attraktiv gestaltetes, flexibel nutzbares Gebäude inmitten der Altstadt. Dies wäre auch ein Schritt, um zu vermeiden, dass wenigstens an dieser Stelle die Altstadt nicht weiter zu einer Allerwelts-Verramschzone verkommt. Studierende der Architektur aus Innsbruck und der TU München haben Ideen und Entwürfe dazu erarbeitet. Wir stellen sie in diesem Heft vor und diskutieren Möglichkeiten der Umsetzung.
In Sachen Alte Akademie tut sich was: Die Erbin des Wiederaufbau-Architekten der Alten Akademie, Professor Wiedemann, hat sein Urheberrecht in einem Schreiben an Politik und Verwaltung von Stadt und Freistaat geltend gemacht. Das hat bei den Beteiligten erst einmal zum Einhalt der rigorosen Umbauplanungen und zum Nachdenken im Umgang mit dem denkmalgeschützten Baukomplex gesorgt. Wir dürfen gespannt sein, welche Konsequenzen sich hieraus ergeben, nicht zuletzt auch für die Arkadenflächen und den öffentlichen Raum, wofür sich auch das Münchner Forum seit langem einsetzt.
Wie immer hoffen wir auf Ihr Interesse und wünschen uns Anregungen und Kritik – gegen begründetes, maßvolles Lob haben wir auch nichts einzuwenden.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 05.2017: smart city

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Liebe Leserin, lieber Leser,
„smart city“ – unter diesem nichtssagenden Euphemismus sortieren und strukturieren derzeit die großen Städte weltweit ihre Aufgaben öffentlicher Verwaltung und ihre Funktionen der Daseinsvorsorge auf die Anforderungen der Digitalisierung sowie den Logiken der Informations- und Kommunikationstechnologie und der IT-Wirtschaft hin. Auch München macht mit und erhofft sich davon Rationalisierungen, Effektivierungen und zusätzlichen Mehrwert auf verschiedenen Aufgabenfeldern. Und tatsächlich, auch für uns Bürger/innen als „Kunden“ der Verwaltung fällt etwas ab; der Umgang mit ihr wird ja „so viel schneller“, „so viel weniger Wartezeiten“, „so viel praktischer“, „so viel besser“. Und das ist ja schon was.
„Smart phone“, „smart home“, „smart city“ – lautet als Kürzel der Dreiklang der Versprechungen für ein einfacheres, übersichtlicheres, besseres und vielfältigeres Leben. „Smart city“ erweist sich dabei als geniale Formel aus der PR-Werkstatt der Weißwäscher, die sich alle Mühe geben, die Erkenntnis zu verhindern, worum es eigentlich geht: um den Zugriff von „Big Data“ auf die Datenbestände und Handlungsroutinen der Städte und aller öffentlichen Akteure samt ihrer Kommunikation mit ihren „Kunden“, den Bürgern. Transparenz erweist sich dabei als Einbahnstraße: Tatsächlich findet ein Zentralisationsprozess der großen Wissens- und Datenbestände bei den globalen IT-Unternehmen statt, die die Wege des Datentransports definieren und beherrschen – und zugleich ein Enteignungsprozess all derjenigen, die diese Daten erzeugen und besitzen. Aber das kennen wir ja schon: längst haben wir die Eingangstüren zu unserer Privatsphäre für amazon, zalando und online-banking weit geöffnet. Wenn als nächstes das Bargeld verschwindet, mutieren wir Bürger endgültig zu Datenschatten in den Clouds. Dann erweisen sich die Sphären von „Öffentlichkeit“ und „Privatheit“, die Eckfeiler eines demokratischen Gemeinwesens, vollends als Schimäre. Dann sind wir endlich angekommen in der brave new world.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 04.2017: Drunter und drüber und mitten durch – S-Bahn-Perspektiven

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Liebe Leserin, lieber Leser,
am 5. April erfolgt der erste symbolische Spatenstich zum Bau der sog. „zweiten S-Bahn-Stammstrecke“ auf dem Marienhof hinter dem Münchner Rathaus. Die DB-Planer eines innerstädtischen Tunnel-Bypasses zur bestehenden Stammstrecke und ihre Sekundanten in Politik, Wirtschaft und Publizistik werden ihn als Startschuss zur Fortentwicklung des S-Bahn-Systems im Raum München befeiern. Kritiker befürchten hingegen explodierende Kosten bei kaum feststellbarem Nutzen, weiteren Entwicklungsdruck auf die Altstadt und eine Blockade der sinnvollen Weiterentwicklung des ÖPNV-Systems auf Jahre oder gar Jahrzehnte. Kritische Stadt- und Verkehrsplaner plädieren seit Jahrzehnten für eine Dezentralisierung des sternförmigen S-Bahn-Schienennetzes durch Ringlinien-Ergänzungen zur Stammstrecke im Norden und Süden, fanden damit aber kaum Gehör. Nun haben die Freien Wähler im Landtag dazu einen eigenen Plan vorgelegt und auch die CSU-Fraktion dazu einen Stadtratsantrag eingebracht. Und die Landkreise im Umland Münchens haben jüngst endlich – spät, zu spät? – ein Positionspapier zum S-Bahn-Ausbau vorgelegt, das über den bisherigen Erschließungsraum hinausgreift und S-Bahn-Streckenbau und -betrieb zusammendenkt – dankbar registriert man geistige Lockerungsübungen zu einer seit Jahren festgefahrenen ÖPNV-Politik im Großraum München.
„Drunter und drüber und mittendurch“ haben wir unser Standpunkte-Schwerpunktthema betitelt. Wir befassen uns mit Optionen der S-Bahn-Ringerschließung im Norden und der Kritik am Bau der 2. Stammstrecke, die Anzeichen einer Neuauflage von „Stuttgart 21“ aufweist. Für diese und die anderen Themen erhoffen wir das Interesse unserer Leserinnen und Leser, wünschen Lese- und Erkenntnisfreude und erwarten uns kritische (oder andere) Reaktionen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 03.2017: Alte Akademie

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Liebe Leserin, lieber Leser,
nicht zum ersten Mal berichten wir über das Schicksal der Alten Akademie im Zentrum der Stadt. 2013 wurde die Alte Akademie, ein bedeutender Kulturbau, der wie kein anderer bayerische Geschichte spiegelt, vom freistaatlichen Immobilienverwalter für 65 Jahre an einen Investor verpachtet. Seitdem die Vorstellungen des Investors zur renditeträchtigen Umnutzung in eine – wie in München üblich – exklusive Verkaufs-, Büro-, Wohn- und Gastronomiedestination sichtbar werden, steht das Schicksal des Gebäudes im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
Diese Standpunkte-Ausgabe ist ein Sonderheft, eine „Flugschrift“ zur Alten Akademie. Die Ausgabe dokumentiert alle Beiträge, die in der Causa Alte Akademie in den letzten Monaten in den Standpunkte erschienen sind und enthält weitere Beiträge von Akteuren des Münchner Forums sowie Stellungnahmen von Persönlichkeiten, Gremien und Institutionen, die sich mit der Alten Akademie befasst haben. Der Münchner Stadtrat wird im Laufe der nächsten Monate Beschlüsse zur Alten Akademie fassen. Es wird interessant sein zu sehen, ob die Stadträte dabei jene Maßstäbe, die sie selbst im Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Alte Akademie“ 2005 beschlossen haben, auch im Frühjahr 2017 noch als gültig ansehen. Die Stadträte müssen sich entscheiden, ob sie als institutionelle Wahrer des Gemeinwohls und der Interessen der Bürgerschaft eine konsequente Haltung gegenüber einzelwirtschaftlichen Interessen zeigen. Gegenwärtig tobt ein Kampf, in dem der Investor seine maximalen Verwertungsbedingungen gegenüber Verwaltung und Politik durchsetzen will und für die er Kombattanten in allen Entscheidungsgremien sucht und bearbeitet.
Wir möchten mit dieser Sonderausgabe der Standpunkte eine Reihe von Argumenten aufbereiten, die bei der Verfolgung profitabler Immobilienverwertung unter die Räder zu kommen drohen. Diese Standpunkte-Sonderausgabe richtet sich an die interessierte und engagierte Münchner Öffentlichkeit, insbesondere aber auch an die Entscheider in Verwaltung und Stadtpolitik, die es in der Hand haben, ob mit der Alten Akademie, wie auch schon im Falle des Alten Hofs, ein Gebäudekomplex von eminenter historischer und kultureller Bedeutung im Zentrum Münchens wieder einmal dem ökonomischen Renditestreben vollends unterworfen wird. Es geht vor allem um die Erhaltung des öffentlichen Raums der Arkaden, der allen Münchnern und den Gästen dieser Stadt seit den 1950er Jahren rechtsverbindlich zur Nutzung überlassen ist. Eine Reduzierung der Arkaden ausschließlich mit dem Ziel, zusätzliche hochpreisige Ladenflächen zu gewinnen, widerspricht dem Gemeinwohlprinzip.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 02.2017: München zu Fuß

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Liebe Leserin, lieber Leser,
unser Schwerpunktthema dieser Standpunkte-Ausgabe plädiert für einen bewussteren Umgang mit dem Zu-Fuß-gehen in der Stadt. Die Fortbewegung zu Fuß ist allen, die darin nicht eingeschränkt sind, so selbstverständlich, dass man gar nicht richtig darüber nachdenkt, dass es eine der vielfältigsten und effektivsten Mobilitätsformen ist. Für den Stadtverkehr allemal: beim Modal Split der Verkehrsarten (IV zu ÖV) wird das Zu-Fuß-gehen meist nicht erwähnt. Dabei haben wir vielfältige Begriffe dafür: Gehen, Laufen, Flanieren, Schlendern, Passieren, Promenieren, Spazierengehen, Wandern – unterschiedliche Formen einer Fortbewegung, die energie- und zeiteffizient, raumsparend, weitgehend emissionsfrei und zudem gesund ist.
Auch unsere Stadt München, die sich zwar gerne als Radlhauptstadt sähe, behandelt den Fußgängerverkehr eher stiefmütterlich. Zwar hat sich in den letzten Jahren einiges verbessert; nicht überall mehr werden die Fußgänger zur Querung breiterer Straßen zum Abtauchen in Unterführungen genötigt. Aber selbst in der Altstadt leisten wir uns abseits der Fußgängerzonen den Anachronismus, dass in den Straßen, die Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Automobils angelegt wurden, sich die Fußgänger an den Häuserfronten vorbeidrücken müssen, weil Fahrspur und ein bis zwei Reihen parkender Autos ihren Platz beanspruchen. Wie lange wollen wir uns das noch leisten? Zumal die GroKo, auf Trab gebracht durch das auch vom Münchner Forum mitgetragene Bürgerbegehren für das Luftreinhaltegebot, dessen zentrale Forderung übernommen hat, dass „mindestens 80 Prozent des Verkehrs auf Münchner Stadtgebiet bis zum Jahre 2025 durch abgasfreie Kraftfahrzeuge, den öffentlichen Personennahverkehr sowie Fuß- und Radverkehr zurückgelegt werden sollen“. Na dann: dafür wird in den nächsten acht Jahren etliches zu tun sein.
Wir hoffen, wie immer, auf kritische Resonanz unserer Leserinnen und Leser.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 12.2016/01.2017: Armut in der Stadt

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Liebe Leserin, lieber Leser,
das Selbstbild Münchens lebt von seiner glitzernden, sauberen Fassade, die von wirtschaftlichem Erfolg und Wohlstand allenthalben kündet – und wie ein Magnet wirkt auf alle, die nach einem besseren Auskommen streben. Doch das Wohlstandsversprechen gilt nur für wenige, hinter der funkelnden Fassade verbergen sich auch alle Anzeichen einer Abstiegsgesellschaft: jede fünfte Münchner Einwohnerin und Einwohner gilt als arm oder von Armut akut bedroht. Wer einmal in die Abwärtsspirale geraten ist, kommt da kaum mehr raus. Und in einer Stadt, deren Lebenshaltungskosten, getrieben von den außer Rand und Band geratenen Boden- und Mietpreisen, mehr als 60 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen, greift Armut besonders hart zu. In unserem Schwerpunktheft fragen wir nach Ursachen, stellen dar, wie in München Armut ermittelt wird, fragen die Sozialreferentin nach politischen Maßnahmen und stellen Beispiele vor, wie Armut für Betroffene in München erträglicher gemacht und bekämpft wird. – Zudem beschäftigen wir uns auch in dieser Standp unkte-Doppelausgabe Dezember/Januar mit dem Projekt „Alte Akademie“ in der Innenstadt, diesmal geht es um den Erhalt der Arkaden.
Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern frohe und erholsame Feiertage und hoffen auf ein Wiederlesen im Neuen Jahr, in dem, so lässt sich vermuten, die Themen, die nach kritischer Betrachtung und Kommentierung verlangen, nicht ausgehen werden.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 11.2016: Rund um den Ostbahnhof

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Liebe Leserin, lieber Leser,
noch hat sich der Name „Werksviertel“ für das Areal hinter dem Ostbahnhof nicht recht etabliert. Ins öffentliche Bewusstsein gelangte es Ende letzten Jahres, als die Bayerische Staatsregierung hier den Standort für die neue Konzerthalle offeriert bekam und überraschend schnell annahm. Jahrelang war die Gemengelage aus aufgelassenen gewerblichen Betriebsstätten als „Kunstpark Ost“ oder „Kultfabrik“ weit über München hinaus bekannt. Dabei tat sich schon damals an den ehemaligen Standorten von Pfanni, Konen, Optimol und Zündapp weit mehr: Medien-, IT- und unterschiedliche Dienstleister haben sich im Windschatten der Aufmerksamkeit um Partylaunen in den vergangenen Jahren dort angesiedelt und zum Strukturwandel dieses Stadtgebietes beigetragen. Die Stadtplanung hat das Werksviertel zu einem Hotspot Münchner Stadtentwicklung erkoren. Es verspricht, zu einem der interessantesten Quartier der Veränderung am Rande der Münchner Innenstadt zu mutieren.
Auf zwei weitere Beiträge zum öffentlichen Grün möchte ich hinweisen: Wir dokumentieren in Auszügen eine öffentliche Veranstaltung der Linken, auf denen Frau Hutter-von Knorring vom Planungsreferat und Klaus Bäumler vom Münchner Forum zur Freiflächenplanung in München Stellung bezogen haben. Und ebenfalls in Auszügen können Sie eine gutachtliche Stellungnahme im Konflikt um die Nachbebauung des Tierärztlichen Fakultätsareals am Rande des Englischen Gartens nachlesen, bei dem Belange des Denkmalschutzes mal wieder drohen, unter die Räder zu kommen. Ein erstes Nachgeben zur Erhaltung des Bibliotheksgebäudes ist aktuell signalisiert. Das reicht nicht. Es ist zu hoffen, dass der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags ein Machtwort spricht.
Wir hoffen auf eine interessante Lektüre und freuen uns auf zustimmende, aber auch kritische Kommentare.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Standpunkte 10.2016: Interkommunale Zusammenarbeit

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Liebe Leserin, lieber Leser,

wir wissen es: natürlich ist München keine Insel. Doch das Verhältnis Münchens zu seinem Umland war jahrzehntelang davon geprägt, dass jenes dafür herhalten sollte, was in München nicht oder nur eingeschränkt zu haben war: bezahlbares Wohnen, Flächen für expandierende Unternehmen, Erholungsmöglichkeiten aller Art, Wasserressourcen, Platz für Energieanlagen und zur Abwasserklärung, Straßen, auf denen man die Kiste auch mal richtig ausfahren kann… Münchens tradierte Selbstbedienungsmentalität dem Umland gegenüber ist mit wachsender Problemdichte in der Stadt einem mehr oder minder kooperativen Umgang mit den gemeindlichen Nachbarn rundum gewichen. Und in den Umlandgemeinden wächst das Selbstbewusstsein gegenüber der Stadt: München und seine Nachbarn versuchen sich in einem kooperativen Umgang „auf Augenhöhe“, vielfach als bilaterale „interkommunale Zusammenarbeit“, so das Schwerpunktthema dieser Standpunkte-Ausgabe. Vieles davon hat sich seit Jahrzehnten bewährt (Tram nach Grünwald), anderes ist im Aufbau (gemeinsame Schulentwicklung), für wiederum anderes werden neue Bedingungen gestellt (Wasserversorgung) oder drohen Gemeinsamkeiten verloren zu gehen (regionale Grünzüge). Auffällig ist, dass bei der interkommunalen Zusammenarbeit von München mit seinen gemeindlichen Partnern im Umland die institutionelle Regionalplanung in der Region München, deren Regionalplan derzeit überarbeitet wird, offenbar keine oder nur eine geringe Rolle spielt.

Ferner führen wir die Debatte um die Nutzung der Alten Akademie und die richtige Strategie für ein regionales Schienenverkehrskonzept fort. Wie immer hoffen wir auf interessante Lektüre und kritische Rückmeldungen.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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