Mit Gewalt einen neuen Bahnhof? Vorher wären da noch ein paar Fragen.

Mit der Hauptbahnhofsplanung in München befasst sich die „Aktion gegen den faulen Zauber“. Sie kritisiert den Gigantismus und die Kommerzialisierung des Entwurfs für den neuen Hauptbahnhof, der der Funktion nach das Stadtentree für alle diejenigen darstellt, die mit der Bahn München erreichen. Die Aktion kritisiert den kürzlich von der Deutschen Bahn vorgelegten Neubauentwurf; wir geben die Kritik in Auszügen wieder. Das vollständige Papier ist hier nachzulesen. Weiterlesen

Erkundung der Isar-Hangkante vom Gasteig bis Harlaching

Bei einer Radl-Exkursion des Arbeitskreises Öffentliches Grün am 9. Juni 2015 erfolgte die historisch-aktuelle Erkundung des Isarhochufers zwischen Gasteig und Harlaching, vorbereitet und geleitet von Klaus Bäumler. Den Teilnehmern wurde ein Exkursionsplan, in bewährter Weise gestaltet von Franz Schiermeier, ausgehändigt. Der Arbeitskreis wird die Erkundung durch weitere Exkursionen fortführen.
Die urbane Naturlandschaft der Isar in München steht seit Jahren erfolgreich im Zentrum bürgerschaftlichen Engagements. Mit der Fortführung des Isarplans über die Corneliusbrücke nach Norden sollen in den stadtnahen Isarbereichen weitere auf Stadtsilhouette und Gebirge den Stadtplanern schon Anfang des 20. Jahrhunderts bewusst war, dokumentieren die Brücken mit welchen Eisenbahntrasse und Hangstraßen fußgängerfreundlich überwunden wurden, um den traditionellen Münchner Spazierweg am östlichen Isarhochufer nicht zu unterbrechen.
Ein typischer „weißer Fleck“ ist der knapp zwei Hektar große Kronepark, der als Privatpark angelegt und vor Bebauung bewahrt wurde. Es ist über den Einzelfall hinaus ertragreich, die wenig bekannte Historie dieser städtischen Grünanlage am Nockherberg zu erarbeiten. Die Existenz dieses „öffentlichen Grüns“ geht auf das Engagement von Franz Xaver Schmederer zurück, der Ende des 19. Jahrhunderts in attraktiver landschaftlicher Lage dieses grüne Refugium geschaffen und noch zu Lebzeiten Regelungen getroffen hat, es vor Bodenspekulation zu bewahren.
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Reden über Stadt – Untersuchung der Münchner Akteurslandschaft

Wer redet eigentlich in der Stadt über die Stadt? Welche Aspekte der Stadtentwicklung werden thematisiert, und wer trägt sie in die Öffentlichkeit? Im Masterstudiengang „Urbanistik – Landschaft und Stadt“ an der Technischen Universität München haben sich im vergangenen Semester sechs Studierende mit der Münchner Akteurslandschaft auseinandergesetzt. Unter Leitung von Dr. Agnes Förster untersuchten sie die in München diskutierten Themen, Projekte und Orte der letzten drei Jahre sowie Verbindungen und Verknüpfungen zwischen den lokalenpolitisch-administrativen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ziel war es, Netzwerk-Strukturen sichtbar zu machen sowie Schnittstellen und Lücken im Münchner Akteursnetz aufzuzeigen. Weiterlesen

“Kommunikation und Zusammenarbeit sind zentrale Schlüssel für die Zukunft der Region” – Interview mit dem Münchner Landrat Christoph Göbel

Standpunkte: Was steht bei Ihnen ganz oben auf der Agenda?

Christoph Göbel: Grundsätzlich und strukturell ist dies die Gesamtentwicklung des prosperierenden Wirtschaftsraumes Region München. Wir sind die Zuzugs- und Wachstumsregion in Deutschland. In der gesamten Region – nur um die Größenordnung anschaulich zu machen – haben wir einen Bedarf an 240.000 Wohneinheiten. Wir haben derzeit allein im Landkreis München fast 330.000 Einwohner und rechnen mit Zuwachs auf 370.000 Einwohner bis 2030. Die Entwicklung bei uns im Landkreis wird bestimmt durch diesen starken Siedlungsdruck, den Flächenbedarf vieler Unternehmen, den hohen Fachkräftenachzug.

Dies betrifft den ganzen Landkreis München und nicht nur einzelne Gemeinden. Es haben sich natürlich Cluster herausgebildet, wie die Aktivitäten der TUM und LMU im Norden des Landkreises (Schwerpunkt Garching, Oberschleißheim) zeigen. Das Biotechnologiecluster  Planegg-Martinsried besticht durch ein eigenes Innovations- und Gründerzentrum. In Unterföhring hat Deutschlands größte Medienlandschaft ihre Standorte. Der älteste Cluster sitzt im Süden des Landkreises in Ottobrunn und Taufkirchen: Ludwig-Bölkow-Campus, EADS, Airbus. Weiterlesen

Kritische Gedanken zum Städtebau in München am Beispiel des Neubaugebiets Hirschgarten in der Achse Hauptbahnhof – Laim – Pasing

Auf das Neubaugebiet Hirschgarten waren wegen der besonderen Lage zum Nymphenburger Park und der Nähe zum neuen S-Bahnhof grosse Hoffnungen gesetzt worden. Aber eine Begehung zeigt, dass eine vom Städtebau unterstützte Lebendigkeit nicht im Zielkorridor der Verantwortlichen angekommen ist. Was also ist es, was sie wollen?
Gebaute Einsamkeiten. Offenbar ist die Reaktion der Architektenschaft auf die Kritik an zeitgenössischer Architektur und Städtebau eine weitere Steigerung der sterilen ästhetischen Architektur. Die Vereinzelung wird perfektioniert, der öffentliche Raum, unterstützt keine Gemeinschaft. Im Gegenteil, die Hauptstraße und der Hauptzugang zum neuen S-Bahnhof wird nicht als Raum genutzt, sondern zerstört.
Betrachtet man das Ergebnis mit den Augen der Verantwortlichen, so ist die Siedlung gelungen. Die Menschen sind untergebracht. Die Siedlung ist übersichtlich, die Hausreihen schnurgerade angeordnet, selbst die Spazierwege ordnen sich der Ordnungsidee unter. Die Ästhetik ist ausgefeilt linear und nur vereinzelt stört Billigbauweise den Ordnungseindruck. Wenn erforderlich: Die Überwachung durch Hausmeister, Polizei oder Überwachungssysteme ist gut machbar. Auch die Durchlüftung ist gelöst, der Schallschutz zu den Bahnanlagen ebenfalls – Bravo. Allerdings wird dieser mit einer Wand erkauft, die den Beherrschungscharakter der Siedlung unterstreicht. Jedes autoritäre Regime kann sich das zum Vorbild nehmen. Vermieden ist die unordentliche Vielfalt der Gemeinschaft, die Geborgenheit der Bürger in der Gesellschaft aller. Es wurde gebaut nach den Herrschaftsvorstellungen der Verantwortlichen. Es wird Zeit, sich um deren Vorstellungen von Gesellschaft zu kümmern, von allein werden sie die überkommene totalitäre Gesellschaftsauffassung nicht überwinden und abstreifen können.
Wolfgang Czisch

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