“Stille Örtchen” – Wo ist die Ruhe in der Stadt?

Im Mittelpunkt der Lärmschutz-Diskussion stehen meist Maßnahmen zur Lärmminderung. Aber genauso wichtig ist die Frage nach der Ruhe in der Stadt. Wo finden Menschen einen Ausgleich zum stressigen und lauten Stadtleben? Wie kann man diese ruhigen Orte schützen? Kann man laute Orte angenehm machen? Was kann die Stadt tun? Was können die Menschen tun?
Antworten auf diese Fragen gab die gemeinsam vom Arbeitsring Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik, dem Umweltbundesamt, dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, dem Münchner Forum und dem Gesundheitsladen München organisierte Fachveranstaltung am 29. April 2015 im Münchner Rathaus. Weiterlesen

Maiausflug des Arbeitskreises “Öffentliches Grün”

Organisation

Arbeitskreis Öffentliches Grün im Münchner Forum e.V, Schellingstraße 65, 80799 München,
Leitung:
Klaus Bäumler 

Mai-Ausflug auf die Theresienwiese „Aktion Blühende Theresienwiese“

Für diese Veranstaltung konnte der Arbeitskreis „Öffentliches Grün“ als Kooperationspartner die Bezirsausschüsse 2 (Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt), 6 (Sendling) und 8 (Schwanthalerhöhe) sowie Green City, Urbanes Wohnen e.V., den Verein Südliches Bahnhofsviertel und die Sendlinger Kulturschmiede gewinnen. Hauptsponsoren waren die Münchner Gregor-Louisoder-Umweltstiftung, die Firma Rieger-Hofmann in Blaufelden und die Landesbund für Vogelschutz (LBV)-Kreisgruppe München.
Trotz des starken und andauernden Regens fanden sich etwa 40 UnterstützerInnen ein. Die BAs 2, 6 und 8 waren vertreten durch die BA-Vorsitzende Sibylle Stoehr (BA 8) und Stadtrat Paul Bickelbacher (auch als Mitglied des BA 2), ferner Herr Louisoder für die Umweltstiftung, Prof. Wickenhäuser als Vorsitzender des Vereins Südliches Bahnhofsviertel und zugleich Vorsitzender des Vereins Münchner Forum e.V., Manfred Drum, Chef von Urbanes Wohnen e.V., Wolfgang Heidenreich, Green City e.V. und Begrünungsbüro. Vom Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) war Benno Orthuber,zuständig für Veranstaltungen auf der Theresienwiese, und vom Baureferat Gartenbau Herr Mesenich anwesend – trotz des „Tags der Arbeit“, was lobend hervorzuheben ist. Weiterlesen

Kultur geht nicht ohne Natur. Welchen Wert hat öffentliches Grün in der Innenstadt

Nach der politischen Willensbekundung von Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter am 2. Februar 2015 den Gasteig und den Herkulessaal gemeinsam zu sanieren ist der Neubau eines neuen Konzertsaals am Finanzgarten anscheinend vom Tisch. Die Zwillingslösung sieht die gemeinsame Nutzung der Philharmonie und des Herkulessaals durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Münchner Philharmoniker vor. Jahrelang wurde über den Bau eines Konzertsaals für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks diskutiert. Die Symphoniker beklagten die mäßige Akustik am Gasteig und die dortige Planungshoheit der städtischen Philharmoniker. Nun soll die Philharmonie für klassische Musik verbessert werden und der Herkulessaal renoviert werden. Da sollten sich doch alle Musiker freuen, möchte man meinen. Doch kaum waren die Ergebnisse des Gesprächs von Ministerpräsident und Oberbürgermeister bekannt, erklang heftiger Protest in fortissimo assai von namhafter Prominenz der Musikszene und vom Konzertpublikum. Dass am Ende eine Renovierung von Philharmonie und Herkulessaal und kein neues Konzerthaus herauskommt, darauf wird sich der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) nicht verlassen können. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter schließt mittlerweile nicht mehr aus, dass es doch noch zum Neubau eines Konzertsaales am Finanzgarten kommt. Er habe nie behauptet, nun sei eine endgültige Entscheidung gefallen, wird Reiter zitiert. Weiterlesen

Metropolregion München – Mehr Region. Mehr Möglichkeiten.

Die Metropolregion München ist eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von über 25.000 Quadratkilometern, beheimatet rund 5,8 Millionen Einwohner und reicht von Eichstätt im Norden bis Garmisch-Partenkirchen im Süden und von Dillingen an der Donau und dem Ostallgäu im Westen bis nach Altötting im Osten, umfasst also weit mehr als das direkte Münchner Umland.

Im 2009 gegründeten Verein Europäische Metropolregion München (EMM e.V.) arbeiten 26 südbayerischen Landkreise, 6 kreisfreie Städte und rund 40 kreisangehörige Kommunen mit rund 150 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf freiwilliger Basis zusammen. Gewählter Vorsitzender des Vereinsvorstandes ist aktuell Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Weiterlesen

Konzertsaal – Standort für den Bayerischen Rundfunk

Es ist wunderbar, dass München Orchester besitzt, die nicht nur zuhause, sondern auch in der Welt besondere Beachtung finden. Die Möglichkeit, allen Weltorchestern gerecht zu werden, verdient besondere Aufmerksamkeit. München hat auch gute Erfahrung mit der Platzierung von Tonhallen und Theatern gemacht, dienen diese ja auch dazu, Orte zu prägen und eventuell sogar erst zu entwickeln. Dabei ist an das Gärtnerplatztheater, aber auch an das Prinzregententheater zu denken, die als Landmarke und Entwicklungsanker für einen qualifizierten Städtebau dienten.

Standort

Bei der Standortwahl ist natürlich in erster Linie an die Besucher zu denken. Wie kommen sie bequem dorthin. Finden sie danach noch Orte, um das Erlebte besprechen zu können, Lokale, um sich auszutauschen?

München hat den Vorzug, eine Stadt zu sein, die im Zentrum einer Agglomeration von über drei Millionen Menschen liegt. Nur durch diesen Umstand und das große Bürger-Interesse ist das außerordentliche Kultur-Angebot zu erklären. Dass die Musikliebhaber nicht mit dem eigenen Fahrzeug in die bedrängte Innenstadt fahren (sollen), liegt im Interesse aller. Um für möglichst viele Besucher das zu ermöglichen, muss der Standort fußläufig zur S-Bahn-Stammstrecke liegen. So kann lästiges Umsteigen vermieden werden.

Dieser Kreis von im S- Bahn-Bereich lebenden Interessenten wird noch erweitert um die Bürgerinnen und Bürger in der Metropolregion München-Augsburg-Ingolstadt. Also ist eine Luxus-Erschließung durch den ÖPNV von besonderer Bedeutung.

 

Städtebau

Eine kulturelle Infrastruktur ist für jeden Standort, der sich in Entwicklung befindet, von außerordentlichem Wert. Hier entsteht ein Zeichen (Branding), das der Umgebung einen Assoziationshintergrund schafft, der dem Standort vielfältiges Interesse sichert. In München wurde das im 19. Jahrhundert mit dem Gärtnerplatz-Theater erfolgreich verwirklicht. Im 20. Jahrhundert mit dem Prinzregenten-Theater am gleichnamigen Platz. Auch hier hatte sich dieses Theater im Bewusstsein so verankert, dass es mit Sponsorengeldern wieder erstehen konnte. Im Vorfeld beider Theater sind Platzgestaltungen entstanden, die zu den attraktivsten Stadträumen in München gezählt werden. Mit einem Konzerthaus lässt sich also Stadtentwicklung betreiben, gerade in der Musikstadt München.

 

Infrastruktur

Ein Musikhaus mit 2.200 Sitzplätzen erfordert auch bei guter ÖV-Erschließung mehr als 10 Prozent Stellplätze in einer Tiefgarage (TG). Das Gasteig wurde sogar gezwungen, außerhalb der realisierten TG-Plätze zusätzliche gegenüber anzumieten. 300 Stellplätze sind also für die Besucher im Minimum vorzuhalten, wenn die ÖV-Erschließung optimal ist.

Neben dieser Erschließung ist die Andienung des Hauses mit Schwerlastverkehr ein Muss. Wer das Gasteig beobachtet hat, der weiß, dass zum Transport der Instrumente und des Equipments Schwerlaster unter das Haus gefahren werden müssen mit 40 t Gesamtgewicht und 4,50 Metern Höhe, wenn der Verkehr auf den Straßen nicht unterbrochen werden soll. Das erfordert einen Standort, der eine Rückseite besitzt, die mit diesen Zufahrten belastet werden kann. An der Oper kann man die Auswirkungen der Tiefgarage auf den öffentlichen Raum beobachten. Der wunderbare Max-Joseph-Platz vor der Oper ist nicht mehr als öffentlicher Raum zu nutzen.

Wendet man diese Feststellungen auf München an, ergibt sich ein relativ klares Bild.

  1. Der Standort muss in der Nähe der Stammstrecke des ÖPNV liegen, um die Region und die umliegenden Städte optimal anzubinden.
  2. Der Standort sollte in einem Entwicklungsgebiet liegen, das von einem Konzerthaus positive Impulse erhält.
  3. Der Standort sollte städtebaulich von einem Konzertsaal neu geprägt werden können. Eine bestehende Denkmal-Landschaft wäre mit größten Konflikten gestalterisch, denkmalpflegerisch und öffentlich verbunden.

Gibt es solche Standorte in München noch?

  1. An der Stammstrecke der S-Bahn von Pasing bis zum Hauptbahnhof sind solche Standorte zu finden; z.B. an der Hackerbrücke nördlich der Bahn. Hier steht eine Umstrukturierung an von Brauereien zu anderen Nutzungen an. In der Nähe des Bayerischen Rundfunks und in der Nähe zum Haupt- und Busbahnhof. Dieses Gebiet schreit geradezu nach einer Aufwertung, hat es selbst doch Außerordentliches zu bieten, das neu wiedererweckt und interpretiert werden kann und sollte.
  2. Am Ostbahnhof, genauer an der Friedenstraße, ist das Gebiet gerade im Umbruch. Der Standort liegt attraktiv über München, er würde städtebaulich aufgewertet und könnte den Verkehr verkraften. Allerdings ist die Fläche in Privatbesitz. Aber es wäre aller Anstrengung wert, zusammen mit dem durch seine Wohltätigkeit bekannten Eigentümer hier einen Kulturhotspot zu errichten und weiterzuentwickeln.
  3. Am Pasinger Knie. Dieser Standort könnte die Brutalität des neuen Stadtzentrums balancieren. Städtebaulich könnte hier etwas Neues entwickelt werden, was dem angedachten Boulevard vom Einkaufzentrum in Richtung Osten an der Bahn neue Realisierungschancen gäbe. Zukünftig auch eine Haltestelle der U 4/5.

In diesem Lichte betrachtet scheidet der Standort Finanzgarten aus. Hier ist die Stadt bereits idealtypisch klassizistisch. Das Gartendenkmal Finanzgarten muss vom Parkplatz nördlich des Landwirtschaftsministeriums befreit und um diese Fläche erweitert und fertig gestellt werden. Mit geringem Aufwand lässt sich hier das Ensemble noch einleuchtender herausarbeiten. Ein neuer Architekturtypus kann den Standort nicht entwickeln, ihm aber schlimmen Schaden zufügen. Gerade das Museumsquartier in der Maxvorstand, das über die Von-der-Tann-Straße mit dem Haus der Kunst, der Nationalgalerie in der Prinzregentenstraße und der Villa Stuck verbunden ist, muss in seinem Zusammenhang verdeutlicht werden. Eine Zufahrt für Schwerlastverkehr zu einem Konzerthaus mit 4,50 m hohen Ein- und Ausfahrten in der Von-der-Tann-Straße würde diese Verbindung endgültig zerreißen. Die Galeriestraße als Parkplatz-Zufahrt für eine Tiefgarage unter dem Konzerthaus würde den unhaltbaren Zustand der Galeriestraße zementieren, statt diese endlich als Vorfeld für den Hofgarten freizumachen.

Wolfgang Czisch

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