Stellungnahme des AAN und BUND Naturschutz zum Leistungsprogramm 2019 der MVG

Schritte in die richtige Richtung, aber nicht ausreichend

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat ihr Leistungsprogramm 2019 – das heißt das Fahrplanangebot ab Fahrplanwechsel am 9.12.2018 – den Bezirksausschüssen und Verbänden zur Stellungnahme überlassen. Bis 18. Mai 2018 läuft die Anhörungsfrist.

Der BUND Naturschutz in München und der Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr (AAN) im Münchner Forum begrüßen die darin vorgeschlagenen Angebotsverbesserungen. Besonders hervorzuheben sind die geplante Einführung des Fünf-Minuten-Takts bei der U-Bahn auf weiteren Streckenabschnitten und weitere Verstärkerlinien. Durch zusätzliche Reservezüge wird die Fahrplanstabilität und Pünktlichkeit verbessert. In vielen Fällen handelt es sich allerdings lediglich um die Rücknahme früherer Sparmaßnahmen.

Auch im Oberflächenverkehr (Tram & Bus) erfolgen Verbesserungen. Die Kapazitäten werden durch den Einsatz größerer Fahrzeuge erhöht und die Takte zum Beispiel in der Dachauer Straße, in der Maximilianstraße und zwischen Hauptbahnhof und Willibaldplatz verdichtet. Bis zum Jahr 2020 sollen die Expresslinie X30 erweitert und eine neue Linie X40 eingeführt werden.

„Die MVG ist mit ihrem Leistungsprogramm 2019 bemüht, die Mobilitätsbedürfnisse in einer dynamisch weiterwachsenden Stadt München mit dem ÖPNV ein Stück weit aufzufangen. Vieles ist dabei zu begrüßen, die Frage ist aber, ob und wie lange es reicht. Was nützen zum Beispiel neue Expressbusse, wenn diese mangels Busspuren im Stau stehen? Zentral ist auch der Aufbau eines attraktiven ÖPNV-Angebots mit leistungsfähigen Trambahnen auf weitgehend eigener Trasse bei den wichtigen Tangentialbeziehungen.“ so Viktor Goebel, Referent für nachhaltige Mobilität des BN in München.

Die wesentlichen Weichenstellungen zu einer konsequenten Optimierung des ÖPNV in München können allerdings nicht von der MVG allein gestemmt werden. Hierzu ist die Politik, das heißt vor allem der Münchner Stadtrat gefordert. Mit der im Januar 2018 durch die Stadt München vorgestellten sogenannten „ÖPNV-Offensive“ wurde ein milliardenschweres Paket zur Weiterentwicklung des ÖPNV in München angekündigt. Der Schwerpunkt der „ÖPNV-Offensive“ liegt auf nur langfristig realisierbaren U-Bahnprojekten. Auch wenn es zu begrüßen ist, dass Geld in den ÖPNV gesteckt werden soll, weist das Paket erhebliche Mängel und Schwächen auf.

Die in der Initiative vorgeschlagene neue U9 kann realistischerweise wohl frühestens in zwei Jahrzehnten in Betrieb gehen. Ihre Finanzierung ist völlig ungeklärt. Eines der Kernprobleme des Münchner ÖPNV, die fehlenden Tangenten und die dadurch entstehenden Überlastungen der Knotenpunkte in der Innenstadt, wird so nicht gelöst. Die Ankündigung langfristiger Maßnahmen hat Alibifunktion, um notwendige kurz- und mittelfristige Maßnahmen nicht angehen zu müssen. Das ist die Umwidmung von Fahrspuren zu eigenen, störungsfreien Trassen für Bus und Tram zur attraktiven flächenhaften Erschließung der Stadt“ erläutert AAN-Sprecher Berthold Maier.

Das Bevölkerungswachstum in der Stadt und dem Landkreis München erfordert einen erheblichen Ausbau der öffentlichen Verkehrssysteme. Dabei kommt es insbesondere auf kurzfristig wirksame Maßnahmen an, will München nicht mit Stau, weiteren Straßen und noch mehr Abgasen an Lebensqualität einbüßen.

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