Standpunkte 4.2018: Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Münchens Einwohnerzahl wächst. 300.000 Menschen sind seit der Jahrtausendwende hinzugekommen. Für sie konnte auf den Konversionsflächen der Bahn, des Flughafens, der Messe und der Kasernen relativ konfliktfrei Wohnungsbau betrieben werden. Nochmal so viele sollen in den nächsten 15 Jahren hinzukommen. Doch wo sollen sie hin? Antworten zur langfristigen Siedlungsentwicklung lauten: Lücken schließen, Verdichten im Siedlungsbestand, in die Höhe wachsen und bis an den Stadtrand bauen. Die Messestadt Riem im Osten gibt es bereits; Freiham im Westen entsteht gerade. Im Nordosten und Norden hat die Stadt die letzten zusammenhängenden Flächen zu Suchgroßräumen für „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen“ (SEM) bestimmt – wo München noch dörflich ist, wo Siedlerhäuser stehen, wo Landwirtschaft und Gartenbau betrieben wird, wo sich die Münchner/innen in stadtnahen Naturräumen erholen. Hier, wo Münchens planungspolitisches Interesse und infrastrukturelles Engagement in den letzten Jahrzehnten nicht sonderlich ausgeprägt war, fürchten sie nun um ihr gewohntes Wohnumfeld, ihr Wohneigentum, ihre agrarische Existenz. – In den vergangenen Jahr(zehnt)en fand Siedlungstätigkeit in München auf Flächen statt, deren Nutzung aufgegeben worden war. Jetzt geht es um das Umkrempeln von genutzten, bewirtschafteten Flächen. Das schafft Konflikte. Der Ton wird schärfer: Da überzeugt der planungstechnokratische Hinweis auf hunderttausende mögliche Zuzugswillige, die untergebracht werden müssen, nicht. Wir sprechen darüber mit Stadtbaurätin Merk und lassen Akteure aus den SEM-Gebieten zu Wort kommen.

Wir dokumentieren ferner beispielhaft den Fortgang der Debatte um die Alte Akademie und die Bereitschaft der Stadtpolitik, den öffentlich-rechtlich gesicherten Arkadenraum zugunsten kommerzieller Investorinteressen aufzugeben. Der Auftrag an das Planungsreferat, die Verschmälerung und Schließung der Arkaden durch Bebauungsplan-Änderung planungsrechtlich umzusetzen, gibt den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Gelegenheit, ihre Meinung dazu kundzutun.

Wie immer hoffen wir auf Rückmeldungen unserer Leser/innen – kritische oder zustimmende, wir freuen uns über beide.

Detlev Sträter
1.Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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Inhaltsverzeichnis

Alte Akademie – letzter Stand:

Brief an OB Dieter Reiter und Stadträte

Offener Brief Bayer. Akademie der Schönen Künste

Pressemitteilung Alte Akademie

Brief der Münchner CSU- und SPD-Stadtratsfraktion


Münchens Norden – letzte Baulandreserve?

„Wachstum möglichst gut gestalten“
Interview mit Stadtbaurätin Prof. Dr. Merk

Reinhard Sachsinger
Der Münchner Norden – Kellerkind der Stadt München?

Martin Zech
Heimatboden

Detlev Sträter
München entlasten – aber wie?

Karl Hofmann
Leitbilder – ein Weg zu unverwechselbarem Städtebau

Berthold Maier
ÖPNV im Münchner Norden

Georg Kronawitter
SEM Nordost: Wohin mit den Autos?

Rolf Monheim
Bürger als Verkehrsteilnehmer ernst nehmen

Spiegel, Schwaiger, Popp, Karl
Öffentlicher Raum für alle?

Detlev Sträter
„Reaktionäre Avantgarde“ Buchrezension

Klaus Bäumler
Rückbau von innerstädtischen Verkehrsachsen

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