Standpunkte 02.2013: Urban Gardening

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Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade rechtzeitig zu den Frühlingstemperaturen beschäftigt sich die Februarausgabe der STANDPUNKTE schwerpunktmäßig mit der Lust am Gärtnern in der Stadt. Grabeland, Balkon und Dachgarten rücken wir diesmal in den Vordergrund dieser Ausgabe. Wurzeln der Gartenbewegung lassen sich in den Armengärten Ende des 18. Jahrhunderts und den „Schrebergärten“ – Namensgeber war der Leipziger Arzt Mo- ritz Schreber – im 19. Jahrhundert erkennen. Unfreiwillig expandierte sie 1914 zu Beginn des ersten Weltkriegs, als es für die Versehrten und Verletzten dieser unsinnigen Schlachten hieß, in der Notzeit die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse zu organisieren. Ihren Höhepunkt erlebte sie ab 1945. Stolze 14.000 Gärten wurden damals in München bewirtschaftet, heute sind es immer noch 8.680 Kleingärten. Bei den neuen Bewegungen aber haben andere Gesichtspunkte die Oberhand. Freilich ist Selbstversorgung ein interessantes, auch Geld sparendes Motiv, doch es ist auch die Lust an der Teilnahme am Naturgeschehen. Hier ist neue Professionalität zu erreichen in der Pflege und in der Züchtung. Doch neue gesellschaftlich, anarchische, stadtplanerische Aspekte kommen hinzu (S. 2-5 „Informelles Gärtnern“, S. 6-8 „Gemeinsam gärtnern in der Stadt“, S. 9-11 „Reif für die Vision“, S. 12-15 „o‘pflanzt is!“ und S. 14-16 „Urban Farming auf Münchens Dächern“). Lassen Sie sich überraschen.
Sehr gut zu unserem Themenschwerpunkt passt der Bericht über unsere Veranstaltung „Wem gehört die Wiesn?“ im Januar mit dem Referenten für Arbeit und Wirtschaft und SPD Oberbürgermeisterkandidaten Dieter Reiter, der mit den drei Anrainer-Bezirksaus- schussvertretern über deren Antrag zum Zustand und zur Begehbarkeit der Theresienwiese diskutierte (S. 18ff) Den Antrag haben wir für Sie ebenfalls abgedruckt (S. 20). Herr Dr. Gieß vom Landesamt für Denkmalpflege erinnert an die Bedeutung dieses Ensembles, Stadtkunstwerks und bayerischen Nationaldenkmals (S. 17).

Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare. Mit herzlichen Grüßen
Wolfgang Czisch 1. Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums

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